Diagnostik und Behandlung von Schlafstörungen
Leiden viele Menschen in Deutschland an Schlafstörungen?
Die Gruppe der Schlafkrankheiten können wir zu den Volkskrankheiten zählen, da sehr viele Menschen in der Bevölkerung davon betroffen sind. Umfragen zufolge hat eine von drei Personen mittleren Alters Schlafbeschwerden — wobei die häufigste davon die Herausforderung sein dürfte, überhaupt einzuschlafen. Andere haben beim Aufwachen Schwierigkeiten oder Geist und Körper wollen während des Schlafs einfach nicht ruhig bleiben. Jedes Jahr lässt sich ein Anstieg an Diagnosen beobachten, die in Bezug auf das Thema Schlaf gestellt werden. Die Auslöser für Schlafstörungen sind vielfältig: Zahlreiche Menschen plagen finanzielle Sorgen, aber beispielsweise auch die Angst vor Krankheiten geht in der Bevölkerung umher.
Ab welchem Punkt werden Schlafprobleme als Störung bezeichnet?
Ist die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigt und man hat mehr als drei Nächte in der Woche keinen erholsamen Schlaf, wird dies als Schlafstörung bezeichnet. Vorausgesetzt, man leidet bereits seit mehreren Wochen darunter. Eine endgültige Diagnose können jedoch nur Mediziner treffen.
Schlafstörungen können diese Folgen haben
Betroffene leiden oft an Kopfschmerz, Koordinationsschwierigkeiten und Antriebslosigkeit. Indirekt steigt auch das Risiko für Übergewicht, da Schlaflosigkeit oft Heißhunger hervorruft. Beim Autofahren gefährden Menschen mit Schlafmangel sich und andere mit ihrem Sekundenschlaf.
Welche Formen von Schlafstörungen gibt es?
Schlafstörung ist nicht gleich Schlafstörung. Man kann diese Probleme nicht alle über einen Kamm scheren, da sie sich in unterschiedlicher Art und Weise äußern. Die einen Menschen schlafen zwar ein, allerdings haben sie keinen gesunden Schlaf. Wieder andere schlafen zu kurz oder ruhen sich zur falschen Zeit aus.
Es gibt Leute, die einfach nicht ruhig liegen bleiben können. Sie müssen sich andauernd bewegen; gehen sie ins Bett, fangen ihre Glieder an zu zittern oder ihr Geist wird plötzlich hellwach. Andere wiederum leiden an Parasomnie. Für sie gestaltet sich das Einschlafen nicht schwieriger als bei Personen ohne Schlafprobleme, doch während der Ruhestunden geraten sie in Schwierigkeiten. Die wohl bekannteste Variante ist das Schlafwandeln.
Eine Schlafparalyse kann noch unangenehmer sein als eine Parasomnie. In diesem Fall treten bereits kurz vor dem Aufwachen Halluzinationen oder Lähmungen ein. Ein gewisser Prozentsatz der Menschen leiden an Atempausen während dem Schlaf. Eine besonders häufige Schlafstörung ist die Insomnie, die das Einschlafen erheblich erschwert. Und schließlich gibt es noch die Narkolepsie, die sich durch tägliche Schlafattacken äußert. Dieses Problem ist sehr schwer in den Griff zu kriegen — die rund 40 000 Personen, die in Deutschland davon betroffen sind, können ihre Schläfrigkeit kaum kontrollieren.
Manchmal haben Schlafprobleme auch direkte körperliche Ursachen. Dies ist zum Beispiel bei Menschen der Fall, die von einer schweren Krankheit heimgesucht werden und so starke Schmerzen verspüren, dass sie nicht einschlafen können. Auch schwangere Frauen können oft nicht gut schlafen, wenn sie sich zum Beispiel viele Gedanken über das spätere Leben mit ihrem Kind machen. Befinden sie sich im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft, können sie zudem oftmals nur noch auf dem Rücken schlafen.
Effektive Behandlungsmethoden gegen Schlafprobleme
Nicht jeder Mensch, der an einer Schlafstörung leidet, muss sich einer ärztlichen oder psychologischen Behandlung unterziehen. Die meisten Leute stehen ihre Schlafprobleme ohne äußere Hilfe durch. Sie sind nämlich nur in wenigen Fällen vererbt oder die Folge einer Krankheit.
Zunächst einmal sollte man es mit einer guten Schlafhygiene versuchen. Eine gute Lösung ist, jeden Abend zur gleichen Zeit einzuschlafen und keine Substanzen zu sich zu nehmen, die das Ein- und Durchschlafen stören könnten. Dazu zählen etwa Nikotin, Alkohol oder Koffein. Viele Menschen liegen im Bett und wollen wirklich einschlafen, liegen jedoch noch lange wach. Leiden auch Sie an diesem Problem, können Sie es mit Entspannungsmethoden wie Meditation oder Yoga versuchen. Natürliche Mittel wie Baldrian oder Grüntee können dafür sorgen, dass Sie ein wenig schneller zur Ruhe kommen.
Die Stunden vor dem ins Bett gehen sind ruhig und gemütlich zu gestalten. Auch gesunde Ernährung und eine angenehme Zimmertemperatur ist wichtig.
Haben Sie neben den Einschlafproblemen keine anderen gesundheitlichen Beschwerden, müssen Sie nicht gleich zum Arzt. Problematisch wird es, wenn Schlafschwierigkeiten zeitgleich mit anderen Krankheiten auftauchen. Dies könnte auf eine ernstere Ursache hindeuten.
Die ärztliche Behandlung erfolgt oft medikamentös mit diversen Schlafmitteln. Bei Schlafapnoe lassen sich die Schlafprobleme auch mit der sogenannten CPAP-Methode effektiv bekämpfen — hier trägt man nachts eine Atem-Maske, die durch gleichbleibenden Luftdruck dafür sorgt, dass es zu keinen Atemaussetzern während des Schlafs kommt. Eine Verhaltenstherapie hingegen bekämpft die Ursachen der Schlafkrankheit. Zu diesem Zweck müssen die Psychologen einiges über die Lebensgeschichte ihres Patienten erfahren. Auch im Internet haben sich mittlerweile viele Menschen zusammengefunden, die von Schlafstörungen betroffen sind. Vielleicht wäre der Online-Kurs bei Schlafstörungen von HelloBetter etwas für Sie?
Es gibt viele verschiedene Formen von Schlafstörungen mit jeweils unterschiedlich intensiver Ausprägung. Manche Personen leiden an mehreren Beschwerden gleichzeitig, was die Behandlung kompliziert macht. Nichtsdestotrotz gibt es Fortschritte in der Schlafforschung, wodurch die Diagnose und Behandlung von Schlafproblemen heute viel einfacher ist als beispielsweise noch vor 50 Jahren.