Harnwegsinfektionen Behandlung

Eine gesicherte Diagnose der Harnwegsinfektion erfolgt über eine Untersuchung des Urins, bei der im Idealfall der Erreger bestimmt und dessen Widerstandsfähigkeit gegen Antibiotika überprüft wird (so genannte Erregerresistenzbestimmung). Gegen Harnwegsinfektionen kann der Arzt eine Vielzahl von Wirkstoffen einsetzen.

Medikamente der ersten Wahl sind Trimethoprim (TMP) und Nitrofurantoin. Trimethoprim wird von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft empfohlen; Nitrofurantoin wird in den niederländischen und schwedischen Leitlinien für Hausärzte empfohlen. Beide sind für eine Kurzzeittherapie geeignet und preisgünstig. Trimethoprim ist gut verträglich, die körpereigene Bakterienflora wird wenig beeinträchtigt. Auch Nitrofurantoin wird - richtig dosiert - gut vertragen. Unerwünschte Wirkungen sind meist wenig ausgeprägt und verschwinden nach dem Absetzen.

Bei wiederkehrenden oder schweren Harnwegsentzündungen empfiehlt sich vor der Gabe von Antibiotika, den Krankheitserreger zu bestimmen. So kann die Behandlung besser auf den Patienten abgestimmt werden. Als Antibiotika kommen zum Beispiel in Frage:

Außerdem wirken Nitroxolin und Co-trimoxazol bakterientötend. Die Behandlungsdauer sollte unabhängig vom Medikament zwei bis drei Wochen betragen. Tritt keine Linderung der Beschwerden und Senkung des Fiebers innerhalb der ersten 72 Stunden ein, sollte nach erneuter Erregerbestimmung das Medikament gewechselt oder die Behandlung stationär fortgesetzt werden. Nach der Antibiotika-Behandlung kann die medikamentöse Therapie mit Estriol fortgesetzt werden. Das Immunologikum Escherichia coli stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte und kann vor ständig wiederkehrenden Harnwegsinfetionen schützen.

Bei stechenden Schmerzen ist die Gabe von krampflösenden Wirkstoffen, so genannten Spasmolytika hilfreich. Ein Standard-Wirkstoff dafür ist Butylscopolamin.