Wie aus normalen Ängsten eine Angststörung wird
Aus normalen Angstgefühlen wird also eine Angststörung, wenn Sie in den Teufelskreis der Angst geraten. Doch wie geht das vor sich? Nehmen Sie folgendes Beispiel: Sie fahren mit dem Auto. Plötzlich läuft ein Kind auf die Straße. Sie können gerade noch bremsen. Aber Ihnen ist ein Riesenschreck in die Glieder gefahren. In dieser Situation können Sie sich sagen „Glück gehabt. Das ist noch mal gut gegangen“ und den Vorfall zu den Akten legen.
Sie können sich aber auch sagen: „Meine Güte, ich hätte das Kind totfahren können. Ich wäre meines Lebens nicht mehr froh geworden. Autofahren ist so gefährlich!“ Immer wieder malen Sie sich aus, was hätte passieren können. Und unmerklich bekommen Sie immer mehr Angst. Sie bemerken, wie Ihr Herz schon bei dem Gedanken an das Szenario schneller schlägt. Angst vor der Angst Wie Angst und Angststörungen entstehen.
Vermeidungsverhalten führt in die Angstfalle
Wenn Sie ohnehin ein ängstlicher Mensch sind, können solche Gedanken Sie durchaus in den Teufelskreis der Angst führen. Die Folge: Sie fahren weniger oft Auto, fühlen sich dabei sicher und lassen den Wagen deshalb immer häufiger stehen. Irgendwann mögen Sie vielleicht gar nicht mehr einsteigen. Sie haben ein Vermeidungsverhalten entwickelt. Und stellen sich Ihrer Angst nicht mehr. Dadurch kann sie unbemerkt größer und größer werden.
Die Entwicklung des Vermeidungsverhaltens verläuft in der Regel nicht bewusst. Deshalb können die Symptome von Angststörungen wie aus heiterem Himmel ausbrechen. Es braucht nur einen entsprechenden Auslöser, der eben doch einmal nicht vermeidbar war. Eine ähnliche Entwicklung ist denkbar, wenn Sie etwa als Kind selbst in einen Unfall verwickelt waren oder als Eltern einen schweren Unfall Ihres Kindes erleben mussten.
Im folgenden Kapitel lesen Sie, was die häufigsten Angststörungen und ihre Folgen sind.