Gedanken führen in den Teufelskreis

Die gedankliche Komponente der Angst bewirkt also, dass Betroffene mit Angststörungen den beschriebenen Teufelskreis nicht alleine durchbrechen können: Es handelt sich um einen „angenommenen Kontrollverlust“.

Angstgestörte Menschen sind überzeugt, dass sie in einer angstauslösenden Situation absolut hilflos ausgeliefert sind und die Kontrolle verlieren. Deshalb setzen sie alles daran, die angstauslösende Situation zu meiden. Fachleute sprechen von einem Vermeidungsverhalten.

Dieses Verhalten belohnt den ängstlichen Menschen zunächst, denn er verspürt keine Angst mehr. Und das ist eine Wohltat. Kurzfristig ist das Vermeidungsverhalten als Strategie also durchaus erfolgreich. Allerdings werden die Nachteile dieses Verhaltens von den Betroffenen ausgeblendet.

Angststörung schleicht sich ein

Erstens kann die Angststörung so relativ unbemerkt immer stärker werden. Zweitens führt sie dann ab einem gewissen Punkt zu einer sehr starken Einschränkung der Lebensqualität. Wenn Sie beispielsweise nicht mehr über Plätze spazieren gehen können oder nicht mehr vor anderen reden können, schränkt das Ihr Leben außerordentlich ein.

Mit der Zeit vermeiden Sie mehr und mehr. So schnell das Vermeidungsverhalten also eine spontane Erleichterung bewirkt, so sehr verhindert es doch langfristig die Überwindung der Angststörung. Letztere ist nur möglich, wenn man sich der Angst stellt und den Kreislauf der Angst durchbricht.