Online-Hilfe gegen Depressionen

Online-Hilfen könnten bei Depressionen schneller helfen
Online-Hilfen könnten bei Depressionen schneller helfen
Menschen mit einer Depression müssen oft lange auf einen Termin beim Psychiater und Psychotherapeuten warten. Online-Hilfen könnten Abhilfe schaffen!

Eine Depression trifft jedes Jahr knapp fünf Millionen Menschen. Doch die Wartezeiten auf einen Termin bei Psychiater oder Psychotherapeuten sind lang. Bei der Versorgung depressiv erkrankter Menschen gebe es Engpässe, warnen die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Deutsche DepressionsLiga. „Es ist inakzeptabel, dass Menschen mit schweren Depressionen oft Wochen oder Monate warten müssen, bis sie einen Termin beim Facharzt oder Psychotherapeuten bekommen“, sagt Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Und Thomas Müller-Rörich von der Deutschen DepressionsLiga ergänzt: „Betroffene finden immer noch zu wenig Verständnis für ihre Situation.“ Jetzt sollen Online-Hilfen Menschen mit Depressionen besser unterstützen.

Depression – digitale Hilfen

Selbsthilfemethoden können depressive Patienten gut helfen. Digitale Angebote gewinnen an Bedeutung und sollen Wartezeiten überbrücken.

iFightDepression ist ein Selbstmanagement-Programm, das auf der kognitiven Verhaltenstherapie basiert. Menschen mit leichten Depressionen können sich mit dem Programm umfassend über die Erkrankung informieren und sich aktiv an der Genesung beteiligen. iFightDepression stellt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe speziell geschulten Ärzten und Therapeuten für ihre Patienten kostenfrei zur Verfügung. In der begleitenden GET.STARTED-Studie am Forschungszentrum Depression wird das Tool auf seine Wirksamkeit hin untersucht.

App gegen Schlafstörungen: Eine App soll den Schlaf von Depressionspatienten regulieren. Menschen mit einer Depression fühlen sich dauerhaft erschöpft. Deshalb neigen sie dazu, früher ins Bett zu gehen und länger liegen zu bleiben. Dies kann die Depression jedoch verstärken. Zur Überraschung vieler Betroffener führt die Reduktion der Bettzeit hingegen zu einer deutlichen Besserung der Depressions-Symptome. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat nun eine App programmiert, die den Betroffenen bei der Kontrolle und Optimierung der Bettzeiten hilft. Die begleitende GET.UP-Studie im Forschungszentrum Depression evaluiert die App. 

Online-Forum:  Ein Forum speziell für junge Menschen ab 14 Jahren gibt es seit 2013 unter www.fideo.de.

E-Mail-Beratung: Die Deutsche DepressionsLiga bietet eine Beratung per E-Mail für Menschen mit einer Depression und deren Angehörige an. Die Suche von Angehörigen nach Unterstützung beim Umgang mit Erkrankten oder Anfragen zu Medikamenten und Hilfsangeboten stehen besonders oft im Mittelpunkt der Beratung.  Bis jetzt beantworteten die Experten schon rund 800 Anfragen.