ADHS Behandlung

Der Kinderarzt versucht durch eine körperliche Untersuchung, durch ein Gespräch und eine Blutuntersuchung den Verdacht auf ADHS zu erhärten. Dabei schließt er andere Stoffwechselstörungen oder eine Schilddrüsenüberfunktion aus, die ähnliche Symptome hervorrufen können. Stellt der Kinderarzt die Verdachtsdiagnose ADHS, überweist er das Kind an einen Neuropädiater. Dieser führt weitere psychologische Untersuchungen, Tests und ein Elektoenzephalogramm (EEG) durch. Bestätigt sich dabei die Diagnose ADHS, wird das Kind therapiert. Die Therapie erfolgt unter anderem mit psychotherapeutischer Behandlung, Stärkung der Elternkompetenz und Medikamenten, die im Gehirn die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin beeinflussen. Zu diesen Medikamenten gehören Methylphenidat, Dexamfetamin und Risperidon.

Die medikamentöse Behandlung mit den Wirkstoffen Methylphenidat und Dexamfetamin, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, sind nicht unumstritten. Kritiker beklagen, dass diese Wirkstoffe Mittel zur sozialen Kontrolle des Kindes seien und vordergründig die Last der Eltern und Erzieher beim Umgang mit den Kindern lindern sollen. Außerdem würde den Betroffenen die Verantwortung für ihr eigenes Tun und Verhalten durch die Gabe dieses Medikaments und anderer Wirkstoffe weitgehend abgenommen. Befürworter dieser Wirkstoffe teilen diese Meinungen nicht.

So begründet die Bedenken gegen Methylphenidat erscheinen mögen, die Substanz bessert in den meisten Fällen die Situation für das ADHS-Kind und die Angehörigen. Etwa 75 bis 85 Prozent der Kinder werden ruhiger und konzentrierter. Das Familienleben wird einfacher. Allerdings muss die medikamentöse Behandlung oft jahrelang fortgesetzt werden.

Begleitend zu jeder medikamentösen Therapie bieten sich diese Behandlungsansätze:
  • Familientherapie
  • Verhaltenstherapie
  • Selbstinstruktionstraining
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training und Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
  • Ernährungstherapie
Außerdem hat sich in vielen Fällen die Musiktherapie bewährt. Gelegentlich stellt die Tomatis-Methode eine möglich Behandlungsform dar. Dabei wird durch Musik und Stimme die Fähigkeit zum Zuhören und Kommunizieren gefördert.