Osteoporose-Therapie - den Knochenschwund behandeln

Frau mit Hantel: Krafttraining stärkt Muskeln und Knochen bei Osteoporose
Krafttraining stärkt Muskeln und Knochen bei Osteoporose
Die Osteoporose-Therapie besteht aus verschiedenen Bausteinen, zum Beispiel Medikamenten, Schmerztherapien und einem Bewegungstraining.

Inhaltsverzeichnis
Osteoporose - das steckt dahinter
Osteoporose - Symptome erkennen
Osteoporose erkennen - so geht der Arzt vor
Osteoporose-Ernährung - die besten Rezepte
Osteoporose vorbeugen - 6 Tipps für fitte Knochen!
Vitamin D - das Sonnescheinhormon
Bildergalerie: Vitamin D - so füllen Sie Ihre Speicher auf

Die Osteoporose-Behandlung hat zum Ziel, (weitere) Knochenbrüche an Wirbelkörpern, Oberschenkel oder Unterarm zu verhindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Viele trauen sich aus Angst vor Stürzen selten aus dem Haus und bewegen sich nicht ausreichend.

Kalzium und Vitamin D

Kalzium und Vitamin D zählen zur Basistherapie bei Osteoporose. Kalzium ist ein wesentlicher Baustein der Knochensubstanz, während das Hormon Vitamin D  die Aufnahme und den Einbau von Kalzium in den Knochen fördert. Ärzte empfehlen die Zufuhr von 1000 bis 1500 Milligramm Kalzium über die Ernährung und über kalziumreiches Mineralwasser.

Die Vitamin D-Aufnahme sollte bei 800 bis 2000 IE pro Tag liegen. Sie lässt sich durch die Nahrung oder häufige Aufenthalte im Freien erreichen. UV-Licht kurbelt die Vitamin D-Produktion in der Haut an. Vor allem ältere Menschen tun sich mit der Vitamin D-Aufnahme schwer, weshalb ergänzende Medikamente sinnvoll sein können.

Osteoporose-Medikamente

Es gibt eine Reihe von Osteoporose-Medikamenten, welche den Knochenabbau bremsen ( Antiresorptiva) und den Knochenaufbau fördern (Osteoanabolika) und so die Knochen stabilisieren.

Bisphosphonate

Bisphosphonate greifen in den Knochenstoffwechsel ein. Die knochenabbauenden Osteoklasten werden gehemmt und sterben ab. Der Knochenabbau gestoppt. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Alendronsäure, Risedronsäure, Ibandronsäure und Zoledronsäure.

Denosumab

Der Antikörper Denosumab greift an einem bestimmten Stoff an - dem RANK-Ligand. Dieser aktiviert die Osteoklasten, welche den Knochen abbauen. Aufgrund der Inaktivierung des RANKL-Ligananden bildet der Körper weniger  Osteoklasten und die vorhandenen Osteoklasten sind weniger aktiv – der Knochenabbau wird deutlich gebremst.

Parathormon

Das Parathormon stimuliert den Knochenaufbau. Es entspricht dem natürlichen Parathormon, das die Nebenschilddrüsen produzieren.

Raloxifen

Raloxifen senkt das Risiko von Brüchen der Wirbelkörper. Es soll sich zudem schützend bei anderen Knochenbrüchen auswirken. Zudem soll das Medikament das Brustkrebsrisiko senken.

Strontiumranelat

Das Osteoporosemittel Strontiumranelat stimuliert den Knochenaufbau und hemmt gleichzeitig den Knochenabbau. Die Wirkung ist aber weniger stark ausgeprägt als bei anderen Medikamenten. Wie Strontiumranelat genau wirkt, ist noch unklar.

Teriparatid

Teriparatid stimuliert den Knochenaufbau. Außerdem verbessert es die Feinstruktur des Knochens. Im Inneren des Knochens bilden sich wieder mehr Knochenbälkchen. Auch die Verbindungen zwischen diesen verbessern sich.

Daneben gibt es weitere Osteoporose-Medikamente, die als Reservepräparate und in speziellen Fällen eingesetzt werden. Ihre Wirksamkeit ist weniger gut belegt. Dazu zählen Alfacalcidol oder Fluorsalze.

Bewegungstraining

Regelmäßige körperliche Aktivität ist ein Muss bei Osteoporose! Sport und Bewegung stärken die Muskeln und fördern die Koordination und das Gleichgewicht. So lässt sich die Gefahr von Stürzen und damit von Knochenbrüchen senken. Ratsam ist ein Krafttraining für die Muskeln sowie ein Bewegungstraining zur Sturzprophylaxe. Trainiert werden Ausdauer und Koordination – der Schwerpunkt liegt auf dem Gleichgewicht.

Schmerztherapie

Die Schmerztherapie soll Schmerzen beseitigen und die Beweglichkeit im Alltag verbessern. Bausteine sind die physikalische Schmerztherapie (z.B. Wärme, Kälte), das Erlernen von schmerzreduzierenden Bewegungs- und Verhaltensweisen, Schmerzmedikamente oder die chirurgische Schmerztherapie, um die Wirbelkörper zu stabilisieren. Bei der Schmerzbewältigung helfen auch psychologische und psychotherapeutische Verfahren: Gesprächstherapien, Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Methoden.

Rehabilitation

Rehabilitationsmaßnahmen wie etwa ein Funktionstraining oder Reha-Sport helfen Patienten mit Osteoporose. Beim Funktionstraining geht es darum,  die Körperfunktionen zu verbessern und zu erhalten sowie Funktionsverluste hinauszuzögern. Auch die Schmerzlinderung, die Verbesserung der Beweglichkeit und die Hilfe zur Selbsthilfe stehen im Mittelpunkt. Der Rehabilitations-Sport Ziel stärkt die Ausdauer und Kraft sowie das Selbstbewusstsein und verbessert die Koordination und Flexibilität.