Muskelkrämpfe durch Mineralstoffmangel Ursachen

Jeder Skelettmuskel besteht aus mehreren Muskelfasern, die sich bei Bewegung zusammenziehen und danach wieder entspannen. Diese Fasern sind mit feinen Nerven verbunden, deren Zusammenspiel untereinander und mit den Muskeln durch Mineralstoffe geregelt wird. Sind Mineralstoffe nicht in ausreichender Menge vorhanden, kann es zu Störungen dieses Zusammenspiels und damit zu Krämpfen kommen.


Zu den für die Muskelarbeit wichtigen Mineralstoffen gehören Kalium, Kalzium, Magnesium und Natrium. Damit sich ein Muskel bewegen kann, benötigt er Kalium. Denn Kalium sorgt dafür, dass der Muskel die in Form von Glucose gespeicherte Energie verwerten kann. Ohne Kalium fehlt dem Muskel sozusagen die Antriebsenergie. Der normale Muskelbewegungsablauf wird gestört und es kommt zu einer schmerzhaften Verkrampfung. Ein Mangel an Natrium verstärkt diesen Effekt, denn Natriummangel führt zu einer erhöhten Kaliumausscheidung.

Ein allgemeiner Mineralstoffmangel kann auch die Steuerung der Muskelaktivität durch die Nervenreize erheblich beeinträchtigen. Ohne eine genaue Reizweitergabe vom Gehirn über die Nerven an die Muskelzellen aber ermüdet der Muskel schneller und wird anfälliger für Krämpfe. Bei der Reizübertragung spielen Kalzium und Magnesium eine wichtige Rolle. Fehlen diese Mineralstoffe, kann es also zu einer unkontrollierten Informationsübertragung und nachfolgenden Krämpfen kommen.

Wie entsteht Mineralstoffmangel?

Von Sportlern oder kranken Menschen abgesehen, entsteht ein Mineralstoffmangel vor allem aus einer einseitigen und/oder stark reduzierten Diät. Außerdem kann der Verzehr von industriell stark verarbeiteten Lebensmitteln zu einer Unterversorgung mit Mineralien führen.

Eine weitere Ursache für Mineralstoffmangel ist die Ausscheidung der Mineralien. Schon starkes Schwitzen reicht aus, um einen Mineralstoffmangel im Körper hervorzurufen. Darum sind Muskelkrämpfe besonders bei Sportlern ein weit verbreitetes Problem. Durchfall oder Erbrechen und der damit verbundene erhöhte Flüssigkeitsverlust können ebenfalls einen Mineralstoffmangel verursachen. Besonders gefährdet sind Patienten, die Entwässerungsmittel einnehmen. Darum kontrolliert der Arzt bei diesen Patienten in regelmäßigen Abständen den Mineralstoffgehalt im Blut.

Außerdem gibt es Personengruppen mit erhöhtem Mineralstoffbedarf. Diese Menschen müssen besonders auf eine ausreichende Versorgung achten. Dazu zählen vor allem Sportler, Schwerstarbeiter, Saunabesucher sowie schwangere und stillende Frauen. Einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen haben auch Raucher und Menschen, die häufig Alkohol trinken.

Des weiteren können bestimmte Nieren- und Darmerkrankungen dazu führen, dass der Körper aus der Nahrung weniger Mineralien aufnehmen kann oder sie vermehrt ausscheidet. Dazu zählen zum Beispiel Morbus Crohn, eine chronisch entzündliche Darmerkrankung oder auch eine schwere Nierenschwäche. Eine ergänzende Mineralstoffzufuhr ist bei diesen Personen häufig erforderlich.