Xipamid Gegenanzeigen

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei:Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt sollte der Wirkstoff angewandt werden bei:Hinweise:
Grundsätzlich kann es bei jeder Therapie mit Entwässerungsmitteln zu einer stark erniedrigten Natriumkonzentration im Blut mit bisweilen sehr ernsten Folgen kommen. Daher ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle der Natriumblutkonzentration notwendig. Bei älteren Patienten und Patienten mit Leberzirrhose sind häufigere Kontrollen vom Arzt durchzuführen. Lesen Sie dazu bitte den Abschnitt Nebenwirkungen.

Insbesondere während einer Langzeittherapie mit Entwässerungsmitteln kann eine zu niedrige Kaliumkonzentration im Blut entstehen. Der Arzt sollte deshalb regelmäßige Kontrollen der Konzentrationen von Blutzucker, Blutfetten, Harnsäure, Kreatinin und Elektrolyten (insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium) durchführen. Ältere Patienten, bei denen eine ausreichende Kalium-Einnahme nicht gewährleistet ist, müssen gegebenenfalls zusätzlich ein Kalium-Präparat einnehmen. Das Auftreten einer Kaliumblutkonzentration unter 3,4 Millimol pro Liter wird begünstigt im Falle eines stärkeren Flüssigkeitsverlustes (zum Beispiel durch Erbrechen, Durchfall oder intensives Schwitzen). Dies gilt ebenfalls für Risikogruppen wie ältere und/oder unterernährte und/oder mehrfach mit Medikamenten behandelte Patienten sowie Patienten mit Leberzirrhose und Wassereinlagerungen im Gewebe beziehungsweise Flüssigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle. Besonders gefährdet sind ferner Patienten mit Koronarer Herzkrankheit und Herzmuskelschwäche. Bei diesem Patientenkreis wird durch einen Blutkaliummangel auch die herzschädigende Wirkung von Herzglykosiden, die zur Steigerung der Herzkraft gegeben werden, sowie das Risiko von Herzrhythmusstörungen erhöht. Blutvolumenverluste, Austrocknung sowie wesentliche Elektrolytstörungen oder Störungen im Säure-Basen-Haushalt müssen vom Arzt korrigiert werden. Dies kann die zeitweilige Einstellung der Behandlung mit Xipamid erfordern.
Bei Patienten mit besonderen Herzrhythmusstörungen (verlängertes QT-Intervall) können erniedrigte Kaliumwerte in Zusammenhang mit einer Herzschlagverlangsamung das Auftreten schwerer Herzrhythmusstörungen, insbesondere der möglicherweise tödlich verlaufenden Torsade de pointes begünstigen.

In den in beiden vorangegangenen Abschnitten genannten Fällen sind häufigere ärztliche Kontrollen der Kaliumblutwerte erforderlich, wobei die erste Kontrolle in der ersten Woche nach Therapiebeginn erfolgen sollte. Ein Kaliummangel muss vor einer Behandlung korrigiert werden.

Während der Therapie mit Entwässerungsmitteln kann sich die Kalziumausscheidung im Urin vermindern, was die Kalziumkonzentrationen im Blut vorübergehend geringfügig ansteigen lässt. Ein erhöhter Kalziumgehalt im Blut kann aber auch aufgrund einer Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus) entstanden sein. Vor Untersuchungen der Nebenschilddrüsenfunktion muss die Therapie mit Xipamid daher vom Arzt ausgesetzt werden.

Blutmengenmagel (Hypovolämie), hervorgerufen durch einen Xipamidbedingten Wasser- und Natriumverlust zu Therapiebeginn, führt zu einer Verminderung der über die Nieren ausgeschiedenen Urinmenge. Dadurch können vorübergehende Nierenfunktionsstörungen auftreten, die bei Nierengesunden ohne Folgen sind, bei Patienten mit Nierenschwäche diese aber verschlechtern.

Bei einer unbehandelbaren Entgleisung des Elektrolythaushaltes sollte die Therapie mit Xipamid vom Arzt abgebrochen werden.

Xipamid bei Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine Erfahrungen über eine Anwendung bei Frauen in der Schwangerschaft und in der Stillzeit vor. In Tierstudien traten allerdings schädigende Wirkungen auf. Xipamid gehört zur Wirkstoffgruppe der thiazidartigen Entwässerungsmittel. Diese passieren die Plazenta (Mutterkuchen) und können beim ungeborenen oder neugeborenen Kind zu Elektrolytveränderungen, Blutzuckeranstieg sowie Blutarmut und Blutbildungsstörungen führen. Ob Xipamid in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt.

Generell kann es während der Behandlung in der Schwangerschaft zur Minderdurchblutung beim Ungeborenen mit dem Risiko einer Wachstumshemmung kommen. In der Schwangerschaft und in der Stillzeit darf der Wirkstoff deshalb nicht eingenommen werden.

Xipamid und Kinder

Kinder sollten nicht mit Xipamid behandelt werden, da für diese Patientengruppe keine ausreichenden Studien zu Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen.