Streptomycin Wechselwirkungen

Verschiedene Wirkstoffe erhöhen die Giftigkeit von Streptomycin:
  • Antibiotika wie Cephalosporine, Polymyxine und Amphotericin B, das Narkosemittel Methoxyfluran und Zytostatika gegen Krebserkrankungen (besonders Cisplatin) verstärken die Schädlichkeit für die Nieren
  • schnell wirkende Entwässerungsmittel wie Furosemid und Etacrynsäure verstärken sowohl die nierenschädigende wie die ohrenschädigende Wirkung
  • andere Aminoglykosid-Antibiotika dürfen aufgrund ihrer mit Streptomycin verstärkten Ohren-schädlichen Wirkung nicht mit diesem Wirkstoff kombiniert werden
  • Muskelrelaxanzien (Muskelentspannungsmittel) wie Tubocurarin, Succinylcholin, Pancuronium oder Narkosemittel wie Halothan und Methoxyfluran unterstützen die Blockade der Nerven-Muskel-Zusammenarbeit durch Streptomycin, was verstärkt zu Lähmungen führt
  • Blutdrucksenkende Mittel führen vermehrt zu nervlichen Mißempfindungen, Unruhe und plötzlichem niedrigem Blutdruck
Eine erzwungene intensive Harnausscheidung (forcierte Diurese) senkt die Blutkonzentration von Streptomycin durch eine verstärkte Ausscheidung und kann dadurch die Behandlung mit dem Antibiotikum unwirksam werden lassen.

Streptomycin seinerseits verfälscht die Ergebnisse einiger Laboruntersuchungen:
  • bei Bestimmung von Aminosäuren im Harn mittels der so genannten Ninhydrin-Reaktion führt es zu erhöhten Werten
  • Harnzucker-Bestimmungen mit so genannten nichtenzymatischen Methoden kommen gelegentlich zu falsch-positiven Ergebnissen
  • die Bestimmung von Harnstoff im Blut mittels der so genannten Berthelot-Reaktion führt zu erniedrigten Werten.