Nitroimidazole Wirkungsweise

Die Nitroimidazole sind so genannte prodrugs. Selbst wirkungslos, werden sie nach Aufnahme durch die Bakterien oder Parasiten von deren Stoffwechsel in die eigentlichen Wirkstoffe umgewandelt. Die so entstehenden Substanzen verbinden sich chemisch mit der Erbinformation des Krankheitserregers und blockieren dessen Herstellung. Die Bakterien und Parasiten werden auf diese Weise schon nach wenigen Stunden abgetötet.

Die Umwandlung der Nitroimidazole in die wirksamen Giftstoffe ist im Wesentlichen auf Bakterien- und Parasitenzellen beschränkt, die ohne Sauerstoff leben (Anaerobier). Der Sauerstoff in den menschlichen Zellen verhindert die notwendige chemische Veränderung weitgehend. Im Tierexperiment haben sich Nitroimidazole als schwach krebserzeugend erwiesen, bei Menschen bisher nicht. Dennoch sollten Nitroimidazole nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden um ganz sicher zu gehen. Missbildungen bei Ungeborenen traten im Tierexperiment nicht auf. Da die Nitroimidazole in den Mutterkuchen und die Muttermilch übergehen, dürfen sie während Schwangerschaft und der Stillzeit nur in lebensbedrohlichen Fällen eingenommen werden. Weniger streng wird die örtliche Anwendung in Lösungen, Salben und Cremes gesehen.

Nitroimidazole hemmen in der Leber das Enzym Aldehydoxidase, welches zum Alkoholabbau benötigt wird. Durch die gestörte Weiterverarbeitung kann sich das hochgiftige Abbau-Zwischenprodukt Acetaldehyd im Körper anhäufen. Der Konsum von Alkoholika ist daher während einer Nitroimidazol-Therapie zu vermeiden.

Mögliche Nebenwirkungen einer Behandlung mit Nitroimidazolen sind dosisabhängig Magen-Darm-Störungen und ein metallischer Geschmack im Mund.