Metoprolol + Nifedipin Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Metoprolol, andere Betablocker, Nifedipin oder weitere Calciumkanalblocker darf die Wirkstoffkombination nicht eingenommen werden.

Der Kombinationsbestandteil Metoprolol darf nicht verordnet werden bei einer nicht ausreichend behandelten Herzmuskelschwäche (dekompensierte Herzinsuffizienz), durch Herzversagen ausgelöstem Schock (kardiogener Schock), Reizüberleitungsstörungen zum Herzen (Sinusknotensyndrom), verlangsamter Herzfrequenz (Bradykardie), einer Reizunterbrechung im Bereich des Sinusknotens (sinuatrialer Block) oder schweren Reizüberleitungsstörungen zum Herzmuskel (AV-Block II. und III. Grads).

Ebenso dürfen Patienten mit zu geringem Blutdruck (Hypotonie mit einem Systolenwert unter unter 100 Millimeter Quecksilber), schwerem Asthma bronchiale oder schweren, chronischen Lungenerkrankungen, Durchblutungsstörungen im Spätstadium einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder Raynaud-Syndrom, Störungen des Säure-Base-Haushalts oder Übersäuerung des Körpers (metabolische Azidose) sowie unbehandelter Erkrankung des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) Metoprolol nicht anwenden.

Dies gilt auch für die gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmern oder Kombinationen mit Floctafenin und Sultoprid sowie Amiodaron.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt darf der Wirkstoff gegeben werden bei Patienten mit Krämpfen der Bronchialmuskeln (Bronchospasmen), gleichzeitiger Behandlung mit Inhalationsanästhetika, der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit stark schwankenden Blutzuckerwerten, Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), leichten Herzrhythmusstörungen (AV-Block I. Grads) und der Hautkrankheit Psoriasis in der Eigen- oder Familienkrankengeschichte.

Ebenfalls nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung sollte der Wirkstoff verabreicht werden bei eingeschränkter Nierenfunktion oder häufig wiederkehrenden Herzdurchblutungsstörungen mit Engegefühl (Prinzmetal-Angina) sowie laufender Desensibilisierungstherapie (Therapie zur Verminderung von allergischen Reaktionen beziehungsweise Allergien).

Der Kombinationsbestandteil Nifedipin darf nicht verabreicht werden bei Herz-Kreislauf-Schock, akutem Herzinfarkt (Myokardinfarkt innerhalb der ersten vier Wochen), einer höhergradigen Verengung der Hauptschlagader (Aortenstenose) oder Herzenge in Ruhe (Ruheangina, instabile Angina Pectoris).

Patienten, die gleichzeitig Rifampicin einnehmen, dürfen den Wirkstoff nicht anwenden.

Bei Dialysepatienten mit hohem Blutdruck (maligner Hypertonie) und Flüssigkeitsvolumenverlust in Form von Hypovolämie besteht das Risiko eines deutlichen Blutdruckabfalls durch Gefäßerweiterung (Vasodilatation). Die Anwendung sollte deshalb nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt erfolgen.

Ebenfalls nur unter sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung sollte Nifedipin eingenommen werden von Patienten mit Leberfunktionsstörungen und Durchblutungsstörungen im Gehirn (zerebrovaskulären Durchblutungsstörungen). Da die blutdrucksenkende Wirkung hier verstärkt sein kann, ist eine Dosisüberwachung durch den Arzt und gegebenenfalls eine Verringerung der Dosis erforderlich.

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei Patienten mit bestehender Herzschwäche (dekompensierte Herzinsuffizienz) oder wenn bereits ein erheblich erniedrigter Blutdruck mit einem Systolenwert unter 90 Millimeter Quecksilber vorliegt.

Metoprolol + Nifedipin bei Schwangerschaft & Stillzeit

Die Wirkstoffkombination Metoprolol + Nifedipin darf während der gesamten Schwangerschaftszeit nicht eingenommen werden, da es zu Entwicklungsstörungen beim Ungeborenen kommen kann.

Beide Wirkstoffe gehen in die Muttermilch über. In der Stillzeit darf die Wirkstoffkombination daher nicht angewendet werden. Wenn eine Behandlung mit den Wirkstoffen notwendig ist, sollte abgestillt werden.

Metoprolol + Nifedipin und Kinder

Da für die Anwendung von Metoprolol + Nifedipin bei Kindern bislang keine ausreichenden Erkenntnisse vorliegen, darf die Wirkstoffkombination bei dieser Patientengruppe nicht angewendet werden.