Lercanidipin Wechselwirkungen

Lercanidipin wird von enem Enzym-System in der Leber abgebaut, das von vielen anderen Wirkstoffen beeinflusst wird.

Pilzmittel wie Ketoconazol und Itraconazol, Ritonavir (gegen HIV) und die Antibiotika Erythromycin sowie Troleandomycin verzögern den Abbau von Lercanipidin. Da sie zu teilweise starken Wirkungsverstärkungen führen, sollten sie nicht zusammen verschrieben werden. Auch Grapefruitsaft verstärkt die Blutdrucksenkung durch den Wirkstoff und sollte daher gemieden werden.

Ciclosporin (gegen Organabstoßung nach Verpflanzungen) und Lercanidipin sollten nicht kombiniert werden, da sie ihre Wirkungen gegenseitig verstärken.

Das Beruhigungsmittel Midazolam verlängert die Lercanidipin-Wirkung durch Veränderung der Aufnahme desselben in den Körper. Gleiches gilt für den Magensäure-Blocker Cimetidin, wenn die Dosierung 800 Milligramm/Tag überschreitet.

Abgeschwächt wird die Lercanidipin-Wirkung durch Antiepileptika (Phenytoin, Carbamazepin) und das Tuberkulose-Mittel Rifampicin. Der Blutdruck sollte bei Kombination also häufiger als üblich überwacht werden.

Metoprolol und möglicherweise noch andere Betablocker hemmen die Aufnahme von Lercanidipin in den Körper, was bei Kombination durch eine höhere Lercanidipin-Dosierung ausgeglichen werden muss.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Antiarrhythmika wie Amiodaron und Chinidin sowie Allergie-Mitteln wie Terfenadin und Astemizol schwächt Lercanidipin deren Wirkung ab. Hingegen verstärkt Lercanidipin die Wirkung von Herzglykosiden (gegen Herzmuskelschwäche) wie Digoxin. Es ist daher auf mögliche Überdosierungs-Zeichen wie Herzrhythmusstörungen zu achten.

Um Wechselwirkungen mit Statinen wie Simvastatin (gegen Fettstoffwechselstörungen) zu vermeiden, sollte eine zeitversetzte Einnahme eingehalten werden: Lercanidipin morgens, Simvastatin abends.

Der Genuss von Alkohol sollte vermieden werden, weil er die Wirkung von gefäßerweiternden,blutdrucksenkenden Wirkstoffen ganz allgemein verstärken kann.