Isoniazid Nebenwirkungen

Alle Nebenwirkungen der Anwendung von Isoniazid sind dosisabhängig und bei Tagesdosen bis 300 Milligramm relativ selten. Bei höheren Dosen steigt die Häufigkeit von Nebenwirkungen allerdings steil an.

Häufige Nebenwirkungen:
Herabgesetzte Alkoholverträglichkeit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blut im Urin (Mikrohämaturie, vorrübergehend), Brustdrüsenvergrößerung beim Mann, Herz-Kreislauf-Störungen wie Herzrhythmusstörungen, Akne.

Seltene Nebenwirkungen:
Magen-Darm-Störungen wie Durchfall, Verstopfung, Völlegefühl, Aufstoßen und Erbrechen, Fieber, Hautausschlag, Lymphdrüsenschwellungen, Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Knötchenbildung, Zustände wie beim Lupus erythematodes) und ernährungsbedingte (pellagraähnliche) Hautsymptome, Asthma, Blutbildstörungen (Blutarmut, Weiße-Blutkörperchen-Mangel, Blutplättchenmangel, Eosinophilie, Granulozyten-Mangel), Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen.

Sehr seltene und vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Leberentzündungen (mit oder ohne Hautgelbfärbung), Leberfunktionsstörungen, erhöhte Blutungsneigung (meist bei höherer Dosierung).

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Leberfunktions-Werte-Anstieg (ASAT, ALAT), Blut-Bilirubin-Werterhöhung, Vitamin B 6-Mangel, Epilepsie-ähnliche Krämpfe (besonders bei hirnorganisch bedingten Anfallsleiden in der Vorgeschichte), Störungen des Zentralen Nervensystems, Schwindel, Kopfschmerzen, Psychosen, Lähmungen an Armen und Beinen, Nerventzündungen an Armen und Beinen (Periphere Polyneuritiden), Merkfähigkeitsbeeinträchtigungen, Reaktionsvermögensbeeinträchtigung, Überreizung, Selbstkontrollverlust.

Besonderheiten:
Die Krampfschwelle kann durch Isoniazid herabgesetzt sein, was bei Epilepsie und Alkoholkrankheit beachtet werden muss. Krämpfe und Hirnschädigungen (toxische Enzephalopathie, Sehnerv-Entzündung und Gewebeschwund, Gedächtnisschwäche und Psychosen) können als Nebenwirkungen auftreten, sind jedoch bei üblichen Dosierungen ungewöhnlich. Die durch Isoniazid verursachten Funktionsstörungen des Nervensystems sind im Allgemeinen nach Beendigung der Behandlung mit der Wirkstoffkombination nicht mehr zu beobachten.

Isoniazid verursacht in seltenen Fällen schwere, lebensbedrohliche Leberentzündungen (manchmal erst nach mehrmonatiger Behandlung). Ein erhöhtes Risiko liegt bei Personen vor, die älter als 35 Jahre sind. Bei diesen Patienten sollten die Transaminasen (bestimmte Leberfunktionswerte) vor Beginn der Behandlung sowie mindestens alle vier Wochen vom Arzt bestimmt werden. Weitere Risikofaktoren sind der tägliche Alkoholkonsum und chronische Lebererkrankungen.

Isoniazid fördert die Ausscheidung der B-Vitamine im Urin. Isoniazid kann daher eine so genannte Pellagra hervorrufen, eine Erkrankung aufgrund eines Mangels an Vitamin B3 und Vitamin B6. Die Symptome sind Durchfall, Hautentzündungen und Demenz. Obwohl eine Pellagra durch Isoniazid selten ist, sollte ihr mit der Gabe eines Vitamin-B-Komplex-Präparates während der Isoniazid-Behandlung vorgebeugt werden. In schweren Fällen muss das Medikament abgesetzt und Isoniazid durch ein anderes Tuberkulosemittel ersetzt werden.

Die Alkoholverträglichkeit ist bei längerer Isoniazid-Anwendung erniedrigt. Alkoholmissbrauch kann zum Auftreten Isoniazid-bedingter Krämpfe sowie zu nervlichen Missempfindungen führen, die durch einen Vitamin B6-Mangel bedingt sind.

Einzelfallberichte liegen über Isoniazidbedingte rheumatische Beschwerden im Bereich der Gelenke und der Muskulatur vor.

Selten kann es durch Isoniazid zu einer Herxheimer-Reaktion (Freisetzung von Toxinen der Krankheitserreger) kommen, die durch Auftreten beziehungsweise Verschlechterung von Allgemeinsymptomen wie beispielsweise Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Muskelentzündungen gekennzeichnet sind.

Die Nebenwirkungen, die auf den Inhaltsstoff Isoniazid zurückzuführen sind, treten hauptsächlich dosis-abhängig auf und finden sich darüber hinaus bei Patienten, die Isoniazid nur langsam organisch abbauen.