Glimepirid + Rosiglitazon Wechselwirkungen

Es wurden mit der Kombination Glimepirid + Rosiglitazon keine eigenen Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt. Jedoch hat die gleichzeitige Anwendung beider Wirkstoffe im Rahmen klinischer Studien und ärztlichen Praxis zu keinen unerwarteten Wechselwirkungen geführt. Deshalb werden hier die Wechselwirkungen für jeden Kombinationspartner getrennt aufgeführt.

Rosiglitazon

Studien ergaben, dass Rosiglitazon vorwiegend über das Enzym-System CYP2C8 und nur in einem geringen Ausmaß durch das CYP2C9-System im Körper abgebaut wird. Hieraus ergeben sich Wechselwirkungen mit Substanzen, die ebenfalls über dieses System abgebaut werden. Zu den betroffenen Wirkstoffen gehören:

  • Gemfibrozil (ein Fibrat zur Blutfettsenkung). Die gemeinsame Anwendung von Rosiglitazon mit Gemfibrozil erhöhte die Blutkonzentration von Rosiglitazon um das Zweifache. Wegen des möglicherweise erhöhten Risikos von Nebenwirkungen kann eine Verringerung der Rosiglitazon-Dosierung durch den Arzt und eine häufige Blutzuckerkontrolle erforderlich sein.
  • das Antibiotikum Rifampicin (gegen Tuberkulose). Bei gleichzeitiger Anwendung von Rosiglitazon und Rifampicin vermindert sich die Blutkonzentration von Rosiglitazon um zwei Drittel. Auch andere Wirkstoffe, die den Abbau von Rosiglitazon beschleunigen wie Antiepileptika wie Phenytoin, Carbamazepin und Phenobarbital sowie das pflanzliche Mittel gegen Depressionen Johanniskraut machen möglicherweise eine Erhöhung der Rosiglitazon-Dosis durch den Arzt und eine häufige Blutzuckerkontrolle erforderlich.
  • andere zur Behandlung der Zuckerkrankheit eingesetzte orale Antidiabetika wie Metformin, Glimepirid, Glibenclamid und Acarbose. Die gleichzeitige Gabe von Rosiglitazon führte mit den genannten oralen Antidiabetika zu keinen bedeutsamen Wechselwirkungen.
  • Warfarin aus der Wirkstoffgruppe der Antikoagulanzien (Blutgerinnungshemmer) und Digoxin aus der Wirkstoffgruppe der Herzglykoside zur Stärkung der Herzmuskulatur. Mit diesen Wirkstoffen traten nach der gleichzeitigen Gabe von Rosiglitazon keine nennenswerten Wechselwirkungen auf, obwohl sie über das Enzym-System CYP2C9 im Körper abgebaut werden.
  • Ethinylestradiol und Norethisteron, die bei Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Schwangerschaftsverhütung angewendet werden. Auch mit diesen Wirkstoffen, die über ein ähnliches arzneimittelabbauendes System (CYP3A4-System) verstoffwechselt werden, wurden nach der gleichzeitigen Gabe von Rosiglitazon keine nennenswerten Wechselwirkungen beobachtet.

Glimepirid

Wenn Glimepirid gleichzeitig mit bestimmten anderen Wirkstoffen eingenommen wird, kann dies sowohl die Blutzuckersenkung verstärken oder vermindern. Deshalb sollten andere Medikamente (auch freiverkäufliche!) nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

Glimepirid wird über das arzneimittelabbauende System der Leber (Cytochrom P450-System) verstoffwechselt. Das beeinflusst die Wirkung anderer Stoffe, die ebenfalls über dieses Enzymsystem abgebaut werden wie das Antibiotikum Rifampicin (gegen Tuberkulose) oder Fluconazol (Mittel gegen Pilzerkrankungen). Durch die gleichzeitige Gabe von Fluconazol wird möglicherweise der Glimepirid-Abbau im Körper verringert, was die Konzentration von Glimepirid im Blut erhöht. Dies kann mathematisch mit der so genannten AUC/Area Under The Curve berechnet werden, die sich in diesem Fall um das Zweifache vergrößert.

Basierend auf der Erfahrung mit Glimepirid und anderen Sulfonylharnstoffen können ebenfalls Wechselwirkungen auftreten. Durch einen behinderten Abbau von Glimepirid kann eine Kombination mit folgenden Wirkstoffen zu starken Blutzuckersenkungen und Unterzuckerungen führen:

Eine abgeschwächte blutzuckersenkende Wirkung im Blut und folglich erhöhte Blutzuckerwerte können auftreten, wenn einer der folgenden Wirkstoffe zusammen mit Glimepirid eingenommen wird:

Sowohl zu einer abgeschwächten wie auch zu einer verstärkten Blutzuckerregulierung können folgende Substanzen führen: H2-Rezeptorenblocker (gegen Allergien), Betablocker (herzrhythmusregulierend) sowie die Blutdrucksenker Clonidin und Reserpin. Unter ihrem Einfluss wie auch bei der gleichzeitigen Gabe des Blutdrucksenkers Guanethidin können die Anzeichen einer Unterzuckerung vermindert oder nicht vorhanden sein.

Alkohol kann die blutzuckerregulierende Wirkung von Glimepirid auf nicht vorhersagbare Weise verstärken oder vermindern. Während der Behandlung sollte deshalb auf Alkohol verzichtet werden.

Glimepirid verstärkt oder vermindert möglicherweise die Wirkung von Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ (zur Blutverdünnung).