Glimepirid + Rosiglitazon Gegenanzeigen

Die Kombination darf nicht gegeben werden bei:

Die Wirkstoff-Kombination Glimepirid + Rosiglitazon sollte bei Zuckerkrankheit nicht mit Metformin als Dreifachtherapie gegeben  werden.

Nur nach ärztlicher Nutzen-Risiko-Bewertung darf die Kombination gegeben werden bei:

  • schwach bis mäßig ausgeprägter Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30 bis 80 Milliliter pro Minute), da ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerungen besteht. Solche Patienten bedürfen der sorgfältigen ärztlichen Überwachung.
  • niedrigen Konzentrationen des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) im Blut. Durch die Behandlung mit der Kombination kann es wegen des Kombinationspartners Rosiglitazon zu einer dosisabhängigen Abnahme der Hämoglobinwerte kommen. Bei Patienten mit bereits vor der Behandlung niedrigen Konzentrationen des roten Blutfarbstoffs kann eine Blutarmut (hämolytische Anämie) entstehen, was eine regelmäßige ärztliche Kontrolle des Blutbildes (besonders der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen) erforderlich macht. Besonders betroffen sind Patienten, die unter Zuckerverwertungsstörungen (Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel) leiden. Eine alternative Behandlung ohne Sulfonylharnstoffe sollte deshalb vom Arzt erwogen werden.
  • bei gleichzeitiger Gabe von Medikamenten, die ebenfalls das arzneimittelabbauende System der Leber beeinflussen. Hierzu zählen aufgrund des Kombinationspartners Rosiglitazon so genannte CYP2C8-Hemmer (beispielsweise der Blutfettsenker Gemfibrozil) oder CYP2C8-Hemmer (beispielsweise Rifampicin gegen Tuberkulose) und aufgrund des Kombinationspartners Glimepirid CYP2C9-Hemmer (beispielsweise Fluconazol gegen Pilzerkrankungen). Werden die genannten Wirkstoffe gleichzeitig verabreicht, muss der Arzt regelmäßige Blutzuckerkontrollen durchführen. Außerdem sollte er eine Dosisanpassung der Wirkstoffkombination innerhalb der empfohlenen Dosierungsanweisung oder Änderungen in der Diabetes-Therapie erwägen. Bitte lesen Sie hierzu den Abschnitt Wechselwirkungen.
Besondere Hinweise:
  • Bei Patienten, die die Kombination erhalten, kann sich dosisabhängig eine Unterzuckerung ausbilden. Dieses Risiko ist besonders groß, wenn Patienten von einer Therapie mit Rosiglitazon und Chlorpropamid auf die Kombination Glimepirid + Rosiglitazon umgestellt werden. Chlorpropamid baut sich nämlich nur langsam im Körper ab und kann daher über das Absetzen hinaus wirken. Falls der Patient Risikofaktoren für eine Unterzuckerung hat (einschließlich Nierenfunktionsstörung, geringes Körpergewicht, Unterernährung, gleichzeitige Anwendung bestimmter, ebenfalls Blutzucker-senkender Medikamente oder wenn sich der Lebensstil des Patienten ändert) wird der Arzt möglicherweise zur Einzelgabe von Glimepirid und Rosiglitazon zurückkehren und die Glimepirid-Dosis herabsetzen. Ein Wechsel zum alternativen Wirkstoff Insulin kann bei besonderen Stress-Situationen (beispielsweise bei Verletzungen, Operationen oder Infektionen) manchmal nötig sein.
  • Orale Antidiabetika können zu Störungen des Wasser-Elektrolyt-Haushalts und zu einer damit verbundenen ungenügenden Wasserausscheidung führen, wodurch Anzeichen oder Symptome einer Herzmuskelschwäche (kongestive Herzinsuffizienz) verschlimmert oder ausgelöst werden können. Je nach Dosierung kann Rosiglitazon Gewichtszunahmen und Wassereinlagerungen im Gewebe bewirken. Die gleichzeitige Einnahme nicht-steroidaler Antirheumatika verstärkt diesen Effekt noch. Wasseransammlungen sind besonders für Patienten gefährlich, die eine begleitende Insulin-Therapie erhalten oder eine verminderte Herzfunktion oder eine Herzmuskelschwäche haben. Solche Patienten sollten vom Arzt besonders hinsichtlich einer Gewichtszunahme und einer Herzmuskelschwäche überwacht werden, um Flüssigkeitsansammlungen im Körper gleich zu erkennen. Bei sich verschlechternder Herzfunktion, ist die Behandlung mit der Kombination wegen des Rosiglitazons gleich zu beenden. Da eine gleichzeitige Anwendung von Insulin das Risiko für Wasseransammlungen und für eine Minderdurchblutung des Herzens (ischämische Herzerkrankung) erhöhen kann, sollte Insulin nur in Ausnahmefällen und bei engmaschiger ärztlicher Überwachung zusätzlich zu einer bestehenden Rosiglitazon-Therapie angewendet werden. Besonders von einer Herzmuskelschwäche gefährdet sind zudem Patienten mit Herzmuskelschwäche in der Krankheitsgeschichte. Auch bei älteren Menschen und Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung traten häufiger Wassereinlagerungen im Gewebe und eine Herzmuskelschwäche auf. Da nur begrenzte Erfahrungen mit dieser Altersgruppe vorliegen, sollten Patienten über 75 Jahre nur mit besonderer ärztlicher Vorsicht mit der Kombination behandelt werden.
  • Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass die Behandlung mit Rosiglitazon mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein könnte. Bei einer Minderdurchblutung des Herzens (ischämische Herzerkrankung und/oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit) wird als Vorsichtsmaßnahme Rosiglitazon daher nicht empfohlen. Dies gilt insbesondere bei Patienten mit Anzeichen einer Minderdurchblutung der Herzmuskulatur (myokardiale Ischämie). Die Anwendung von Rosiglitazon bei Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom wurde nicht untersucht. Da bei diesen Patienten das Risiko besteht, eine Herzmuskelschwäche zu entwickeln, sollte deshalb bei Patienten mit akuten Beschwerden an den Herzkranzgefäßen keine Therapie begonnen beziehungsweise Rosiglitazon gegebenenfalls abgesetzt werden.
  • Rosiglitazon kann in seltenen Fällen die Funktion der Leberzellen beeinträchtigen. Bei Patienten mit erhöhten Leberenzymwerten liegen nur begrenzte Erfahrungen mit Rosiglitazon vor. Daher sollten die Leber-Enzyme bei allen Patienten vor Beginn der Behandlung mit der Kombination und später in regelmäßigen Abständen ärztlich geprüft werden. Patienten mit schon erhöhten Leber-Enzymwerten (erhöhtem ALT-Wert um das 2,5-fache der oberen Grenze des Normalbereichs) oder gar Anzeichen einer Lebererkrankung (ungeklärte Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und/oder dunkler Urin) dürfen die Kombination nicht erhalten. Steigen die Leber-Enzymwerte während der Behandlung über ein bestimmtes Maß (ALT-Wertanstieg über das dreifache der oberen Grenze des Normalbereichs) oder treten die oben genannten Beschwerden auf, muss die Therapie vom Arzt überdacht oder sogar abgebrochen werden. Bei Entwicklung einer Gelbfärbung von Haut und Schleimhaut ist die Behandlung auf jeden Fall zu beenden.
  • Rosiglitazon scheint Diabetes-bedingte Netzhautschäden (Makulaödem) zu verschlimmern, auch wenn ein direkter Zusammenhang nicht abschließend geklärt ist. Der behandelnde Arzt sollte die Möglichkeit eines Makulaödems dennoch in Betracht ziehen, wenn Beeinträchtigungen der Sehschärfe beim Patienten auftreten. Patienten mit derartigen Beeinträchtigungen während der Behandlung mit der Kombination sollten daher an einen Augenarzt überwiesen werden.
  • Frauen vor den Wechseljahren, die keinen Eisprung haben, können durch Rosiglitazon wieder fruchtbar werden. Rosiglitazon verbessert die Insulin-Empfindlichkeit und kann den durch Insulinresistenz unterdrückten Eisprung wieder auslösen. Die Patientinnen müssen sich also der Möglichkeit einer Schwangerschaft durch die Therapie mit der Kombination bewusst sein und vom Arzt darauf hingewiesen werden.
  • In einer Langzeitstudie wurde eine erhöhte Zahl an Knochenbrüchen an Fuß, Hand und Arm bei Patientinnen beobachtet, die Rosiglitazon als Einzeltherapie erhielten. Diese erhöhte Häufigkeit wurde nach einem Jahr der Behandlung festgestellt und blieb während des weiteren Studienverlaufs bestehen. Das Knochenbruch-Risiko sollte bei Patienten, besonders bei Frauen, die mit der Kombination behandelt werden, vom Arzt berücksichtigt werden.

Glimepirid + Rosiglitazon bei Schwangerschaft & Stillzeit

Mit der Kombination Glimepirid + Rosiglitazon wurden keine Verträglichkeitsstudien mit Schwangeren und stillenden Frauen durchgeführt. Allerdings hat Rosiglitazon in Tierversuchen den Mutterkuchen durchdrungen und konnte so zum Ungeborenen gelangen. Daraufhin starben die Leibesfrüchte ab oder zeigten ein verzögertes Wachstum. Daher sollte die Kombination nicht während der Schwangerschaft angewendet werden. Bei Schwangerschaftswunsch einer Patientin oder eingetretener Schwangerschaft ist die Behandlung mit der Kombination zu beenden. Anstatt dessen wird empfohlen, zur Behandlung der Zuckerkrankheit auf Insulin zu wechseln.

Sowohl Rosiglitazon als auch Glimepirid wurden in der Milch von Versuchstieren gefunden. Weil nicht bekannt ist, ob es beim Menschen während des Stillens zum Übergang der Substanzen in die Muttermilch kommt, sollte die Kombination Glimepirid + Rosiglitazon während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Glimepirid + Rosiglitazon und Kinder

Aufgrund fehlender Untersuchungen sollte die Wirkstoffkombination Glimepirid + Rosiglitazon nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden.