Etanercept Wirkung

Etanercept gehört zur Wirkstoffgruppe der Immunologika und dort zu den gentechnisch hergestellten körperidentischen Substanzen. Der Wirkstoff greift in das körpereigene Abwehrsystem ein und stellt einen Gegenspieler des so genannten Tumor-Nekrose-Faktors (TNF) dar. Der Tumor-Nekrose-Faktor ist ein Eiweiß, das an fast allen entzündlichen Prozessen im Körper beteiligt ist. Erhöhte Konzentrationen an TNF finden sich bei Patienten mit rheumatischen Gelenkentzündungen und rheumatischer Wirbelentzündung (Morbus Bechterew) sowohl im Blut wie in der Gelenkflüssigkeit. TNF findet sich aber auch in den abgestoßenen Hornzellen (Plaques) von Schuppenflechte-Betroffenen.

Damit der Tumor-Nekrose-Faktor eine Entzündung hervorrufen kann, muss er sich an Bindungsstellen (Rezeptoren) anheften, die sowohl an der Oberfläche von Körperzellen als auch löslich in Blut und Gelenkflüssigkeit vorkommen. Man nimmt an, dass besonders die löslichen Rezeptoren die Wirkstärke von Tumor-Nekrose-Faktor bestimmen. Für eine Entzündung müssen immer mehrere Faktoren zusammenspielen, von denen die Bindung des Tumor-Nekrose-Faktors an seine Rezeptoren ein wichtiges Puzzleteil ist. Unterbleibt die Rezeptor-Bindung, werden dadurch auch weitere Entzündungsvorgänge gehemmt.

Um die Bindung von Tumor-Nekrose-Faktor an die TNF-Rezeptoren zu verhindern, wurde einer der Rezeptoren gentechnisch hergestellt: Etanercept. Der Wirkstoff kommt als Doppelmolekül vor und ist in dieser Form bindungsfreudiger als die natürlichen Rezeptoren. Dadurch kann Etanercept den Tumor-Nekrose-Faktor "abfangen", bevor er sich an die körpereigenen Rezeptoren heftet und Entzündungsreaktionen auslöst, beziehungsweise begünstigt.
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