Duloxetin Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Duloxetin darf der Wirkstoff nicht eingenommen werden. Die gleichzeitige Anwendung von Duloxetin mit nichtselektiven, irreversiblen Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern; ebenfalls aus der Gruppe der Antidepressiva) ist ebenfalls nicht erlaubt. Dies gilt weiterhin für Lebererkrankungen, die zu einer Leberfunktionseinschränkung führen sowie bei schwerer Nierenfunktionseinschränkung mit einer Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter pro Minute.

Duloxetin darf nicht in Kombination mit Fluvoxamin (ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), Ciprofloxacin (ein Antibiotikum aus der Gruppe der Fluorochinolone, auch Gyrase-Hemmer genannt) oder Enoxacin (ein Antibiotikum welches vor allem bei Infektionen der Niere, der Harnwege und der Vorsteherdrüse eingesetzt wird) angewendet werden, da die Kombination zu einer erhöhten Blutkonzentration von Duloxetin führt.

Der Beginn einer Behandlung mit Duloxetin ist bei Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck, der die Patienten der möglichen Gefahr einer Bluthochdruckkrise (hypertensive Krise) aussetzen könnte, nicht gestattet.

Nur mit ärztlicher Vorsicht darf Duloxetin eingesetzt werden bei Patienten mit Manie (krankhaft gehobene Stimmung) in der Vorgeschichte, festgestellter bipolarer affektiver Störung (Wechsel zwischen tiefer Traurigkeit und krankhaft gesteigerter Stimmung) und/oder epileptischen Krampfanfällen.

Im Zusammenhang mit der Duloxetin-Einnahme wurde von einer Pupillenweitstellung berichtet. Deshalb ist bei der Verschreibung des Wirkstoffs für Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck oder Patienten mit einem Risiko für ein akutes Engwinkelglaukom (besondere Form des Grünen Stars) ärztliche Vorsicht geboten.

Bei einigen Patienten stand Duloxetin in Zusammenhang mit Blutdruckanstiegen und ausgeprägtem Bluthochdruck. Fälle von Bluthochdruckkrisen wurden ebenfalls im Zusammenhang mit Duloxetin berichtet, besonders bei Patienten mit vorbestehendem Bluthochdruck. Deshalb wird bei Patienten mit bekanntem Bluthochdruck und/oder anderen Herzerkrankungen eine angemessene Überwachung des Blutdrucks durch den Arzt empfohlen, besonders während des ersten Behandlungsmonats. Duloxetin muss bei Patienten, deren Zustand durch eine erhöhte Herzfrequenz oder einen erhöhten Blutdruck beeinträchtigt werden könnte, mit besonderer ärztlicher Vorsicht angewendet werden. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Arzneimitteln, die den Stoffwechsel von Duloxetin beeinträchtigen könnten, ist ebenfalls ärztliche Vorsicht geboten (siehe Wechselwirkungen). Bei Patienten mit anhaltendem Blutdruckanstieg während der Duloxetin-Einnahme sollte entweder eine Dosisverminderung oder ein schrittweises Absetzen durch den Arzt in Erwägung gezogen werden. Bei Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck darf eine Behandlung mit Duloxetin gar nicht erst begonnen werden.

Nebenwirkungen könnten häufiger auftreten, wenn Duloxetin zusammen mit pflanzlichen Zubereitungen angewendet wird, die Johanniskraut (stimmungsaufhellende Wirkung) enthalten.

Depressive Erkrankungen sind mit einem erhöhten Risiko für die Auslösung von Selbstmordgedanken, selbstschädigendem Verhalten und Selbsttötungsversuchen verbunden. Dieses erhöhte Risiko besteht, bis es zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden kommt. Da diese nicht unbedingt schon während der ersten Behandlungswochen auftritt, sollten die Patienten daher bis zum Eintritt einer Besserung engmaschig durch den Arzt überwacht werden. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass das Selbsttötungsrisiko zu Beginn einer Behandlung ansteigen kann. Andere psychiatrische Erkrankungen, für die Duloxetin verschrieben wird, können ebenso mit einem erhöhten Risiko für Selbstmord-bezogene Ereignisse einhergehen. Außerdem können diese Erkrankungen zusammen mit einer ausgeprägten depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression) auftreten. Daher sollten bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen die gleichen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden wie bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen. Bei Patienten mit Selbsttötungs-Verhalten in der Vorgeschichte oder solchen, die vor der Therapie ausgeprägte Selbsttötungsabsichten hatten, ist das Risiko für die Auslösung von Selbstmordgedanken oder ?versuchen erhöht. Sie sollten daher während der Behandlung besonders sorgfältig vom Arzt überwacht werden. Es sind auch Fälle von Selbstmordgedanken und Selbsttötungen während der Therapie mit Duloxetin oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung berichtet worden. Die Therapie sollte mit einer engmaschigen ärztlichen Überwachung der Patienten, vor allem der Patienten mit hohem Selbsttötungsrisiko, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach Dosisanpassungen einhergehen. Patienten (und deren Betreuer) sind auf die Notwendigkeit einer Überwachung hinsichtlich jeder Verschlechterung der Beschwerden oder des Auftretens von selbsttötungsgefährdendem Verhalten oder Selbstmordgedanken und ungewöhnlicher Verhaltensänderungen hinzuweisen. Sie sollten unverzüglich medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten. Bemerken Sie bei sich das Auftreten von deprimierenden Gedanken oder Gefühlen gehen Sie bitte jederzeit zu einem Arzt, um die Situation zu besprechen.

Im Zusammenhang mit Selektiven-Serotonin-Wiederaufnahmehemmern und Serotonin/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern wurden Blutungen wie kleinflächige Hautblutungen, Rötung von Haut- und Schleimhaut durch Blutungen bei Blutplättchenmangel oder Gefäßverletzungen und Blutungen im Magen-Darm-Bereich berichtet. Ärztliche Vorsicht ist geboten bei Patienten, die Blutgerinnungshemmer und/oder Arzneimittel erhalten, die bekanntermaßen die Blutplättchenfunktion beeinflussen sowie bei Patienten mit bekannter Blutungsneigung.

Selten und überwiegend bei älteren Patienten wurde ein Blut-Natrium-Mangel bei der Anwendung von Duloxetin berichtet. Ärztliche Vorsicht ist geboten bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Blut-Natrium-Mangel, wie zum Beispiel ältere Patienten, Patienten mit Leberzirrhose, ausgetrocknete Patienten oder Patienten, die mit Entwässerungsmitteln behandelt werden. Ein Blut-Natrium-Mangel kann Folge des Syndroms der inadäquaten ADH-Ausscheidung sein. ADH oder Antidiuretisches Hormon beziehungsweise Vasopressin sorgt für den Wasser- und Natriumrückhalt in den Nieren.

Absetzphänomene treten häufig nach Beendigung der Behandlung auf, insbesondere dann, wenn die Behandlung abrupt beendet wird. In wissenschaftlichen Studien wurden nach einem abrupten Behandlungsabbruch bei etwa 45 Prozent der mit Duloxetin behandelten Patienten diese unerwünschten Ereignisse beobachtet. Das Risiko für Absetzsymptome kann auf verschiedenen Faktoren beruhen, dazu zählen die Therapiedauer und die Dosierung sowie der Grad der Dosisverringerung. Die am häufigsten berichteten Reaktionen sind im Abschnitt Nebenwirkungen aufgeführt. Die Symptome sind normalerweise leicht bis mittelschwer, bei einigen Patienten können sie jedoch auch schwerwiegend sein. Üblicherweise treten sie innerhalb der ersten Tage nach dem Absetzen auf. Sehr selten wurde auch berichtet, dass Absetzsymptome bei Patienten auftraten, die versehentlich eine einzelne Dosis ausgelassen hatten. Im Allgemeinen verschwinden diese Symptome selbst wieder gewöhnlich innerhalb von zwei Wochen, obgleich sie bei einigen Patienten auch länger (zwei bis drei Monate oder mehr) anhalten können. Deshalb wird empfohlen, Duloxetin unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Patienten langsam stufenweise über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen auszuschleichen.

Bei älteren Patienten liegen nur begrenzt Daten zur Anwendung von Duloxetin bei Depression oder generalisierter Angststörung vor. Deshalb muss die Behandlung von älteren Patienten mit der Maximaldosis mit ärztlicher Vorsicht erfolgen.

Die Anwendung von Duloxetin wurde mit dem Auftreten einer Akathisie in Verbindung gebracht. Darunter versteht man das Unvermögen ruhig zu sitzen oder still zu stehen, was mit einem quälenden und unstillbaren Bewegungsdrang der Arme und Beine einhergeht. Dies tritt vornehmlich in den ersten Wochen der Behandlung auf. Bei Patienten, die solche Symptome entwickeln, kann die Erhöhung der Dosis nachteilig sein.

Duloxetin wird unter verschiedenen Handelsnamen in verschiedenen Anwendungsgebieten (Behandlung von Schmerzen bei Nervenschädigung infolge Zuckerkrankheit, depressiven Erkrankungen, generalisierter Angststörung sowie Belastungsharninkontinenz) angewendet. Die gleichzeitige Anwendung von mehr als einem dieser Arzneimittel ist zu vermeiden.

Während der Duloxetin-Therapie wurden Fälle von Leberschädigung, einschließlich schwerwiegender Erhöhung von Leberfunktionswerten (über eine zehnfache Erhöhung gegenüber den Normalwerten), Leberentzündung und Gelbfärbung der Haut und Schleimhaut berichtet. Die meisten Fälle traten in den ersten Behandlungsmonaten auf. Duloxetin sollte deshalb mit ärztlicher Vorsicht angewendet werden bei Patienten, die eine Leberschädigung haben oder die andere Arzneimittel einnehmen, die zu einer Leberschädigung führen können.

Duloxetin bei Schwangerschaft & Stillzeit

Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Duloxetin bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben schädigende Wirkungen auf das Ungeborene gezeigt. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Wenn die Mutter kurz vor dem Entbindungstermin Duloxetin eingenommen hat, können Entzugsymptome bei Neugeborenen auftreten.

Duloxetin darf während der Schwangerschaft nur eingenommen werden, wenn der Arzt den potentiellen Nutzen gegen das potentielle Risiko für das Ungeborene rechtfertigt. Wenn sie schwanger werden oder wenn sie beabsichtigen, während der Therapie schwanger zu werden, sollten Sie ihren Arzt davon in Kenntnis setzen.

Basierend auf einer Studie mit sechs Frauen nach der Entbindung, die ihre Kinder nicht gestillt haben, geht Duloxetin nur in sehr geringer Menge in die Muttermilch über. Die von einem Säugling pro Kilogramm Körpergewicht aufgenommene Menge, liegt bei etwa 0,14 Prozent der von der Mutter eingenommenen Dosis. Da keine Information über die Verträglichkeit von Duloxetin bei Säuglingen und Kindern vorliegt wird die Anwendung von Duloxetin während der Stillzeit nicht empfohlen.

Duloxetin und Kinder

Es wurden keine wissenschaftlichen Studien mit Duloxetin bei Patienten unter 18 Jahren durchgeführt. Darum darf der Wirkstoff bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden.

Selbsttötungsverhalten Verhalten (Selbstmordversuche und -gedanken) und Feindseligkeit (hauptsächlich Aggression, herausforderndes Verhalten und Zorn) wurden in Studien mit Kindern und Jugendlichen häufiger während einer Therapie mit Antidepressiva beobachtet als unter Placebo. Wird aufgrund der Beschwerden und der daraus resultierenden Notwendigkeit vom Arzt die Entscheidung zur Behandlung getroffen, muss der Patient sorgfältig auf Anzeichen von diesen Symptomen überwacht werden. Weiterhin fehlen Langzeitdaten zur Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren hinsichtlich Wachstum, körperlicher Entwicklung sowie der Entwicklung von Wahrnehmen und Verhalten.