Captopril + Hydrochlorothiazid Gegenanzeigen

Bei der Kombination müssen die Behandlungseinschränkungen für beide Einzelstoffe, Captopril und Hydrochlorothiazid, beachtet werden.

Captopril darf nicht angewendet werden bei
  • einem angioneurotischen Ödem (Quincke-Ödem) in der Vorgeschichte
  • Überempfindlichkeit gegen Captopril oder einen anderen ACE-Hemmer
  • folgenden Nierenerkrankungen: bei beidseitiger Nierenarterienverengung (Nierenarterienstenose) oder einseitiger Nierenarterienverengung bei einer Einzelniere und nach einer Nierentransplantation. Ist eine Dialyse notwendig, dürfen keinesfalls gleichzeitig Poly(acrylnitril, natrium-2-methallylsulfonat)high-flux-Membranen eingesetzt werden. Es droht ein allergischer Schock.
  • primärem Hyperaldosteronismus, weil dabei ACE-Hemmer wirkungslos sind
  • bei Herzerkrankungen wie herzbedingtem Schock, bei Herzklappenverengung mit Einfluss auf den Kreislauf (Mitralklappen- oder Aortenstenose) und bei krankhafter Vergrößerung des Herzens (hypertrophe Kardiomyopathie) mit Verschluss des Blutausstroms aus dem Herzen
  • LDL-Apherese mit Dextransulfat im Rahmen einer Blutsäuberung von Cholesterin und sonstigen Therapieverfahren, bei denen Blut in Kontakt mit negativ geladenen Oberflächen kommen kann; außerdem auch bei einer gleichzeitig stattfindenden Desensibilisierungs-Therapie mit Insektengiften. Das Risiko für das Auftreten von allergischen Reaktionen bis zum Schock ist hier stark erhöht.
Captopril darf nur nach sehr kritischer Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter regelmäßiger Kontrolle angewendet werden bei:
  • schweren Nierenfunktionsstörungen (mit Kreatinin-Clearance unter 30 Millilitern pro Minute)
  • Blutwäsche
  • erhöhtem Urineiweiß
  • Blutsalzstörungen (Elektrolytstörungen) und Flüssigkeitsmangel
  • Lebererkrankungen oder Leberfunktionsstörungen
  • gestörter Immunreaktion oder Kollagenkrankheiten (wie Lupus erythematodes und Sklerodermie)
  • schwerem (und nierenbedingtem) Bluthochdruck
  • schwerer Herzmuskelschwäche
  • akutem Herzinfarkt.
Bei Patienten über 65 Jahren sollte die Anwendung vorsichtig und unter Kontrolle von Blutdruck und relevanten Laborparametern erfolgen.

Der Einsatz von Hydrochlorothiazid verbietet sich bei:
  • Überempfindlichkeit gegen Hydrochlorothiazid sowie andere Thiazide oder Sulfonamiden
  • schweren Nierenfunktionsstörungen und akuter Nierenkörperchenentzündung
  • Leberausfallkoma
  • Mineralhaushaltstörungen wie Kaliummangel, Natriummangel, Kalziumüberschuss
  • geringem Blutvolumen
  • Gicht.
Nur unter ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko und regelmäßigen Kontrollen darf Hydrochlorothiazid gegeben werden bei:
  • niedrigem Blutdruck
  • Hirndurchblutungsstörungen
  • Erkrankung der Herzkranzgefäße (KHK)
  • Zuckerkrankheit
  • leichten Nierenfunktionsstörungen
  • eingeschränkter Leberfunktion.

Captopril + Hydrochlorothiazid bei Schwangerschaft & Stillzeit

Im ersten Schwangerschaftsdrittel wird die Einnahme der Wirkstoffkombination Captopril + Hydrochlorothiazid nicht empfohlen, im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft ist die Anwendung verboten. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Therapie eine zuverlässige Methode der Empfängnisverhütung anwenden.

Für den jeweiligen Wirkstoffpartner gelten folgende Warnhinweise:

Captopril

Eine Behandlung mit Captopril sollte keinesfalls während der Schwangerschaft begonnen werden. Bei Schwangerschaftswunsch sind alternative blutdrucksenkende Wirkstoffe mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere zu wählen; es sei denn, der Arzt hält eine Fortführung der Behandlung mit Captopril für zwingend erforderlich.

Wird eine Schwangerschaft festgestellt, muss Captopril unverzüglich abgesetzt und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie begonnen werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand (Januar 1013) geht man davon aus, dass Captopril die Entwicklung des Ungeborenen gefährden kann, eine fruchtschädigende Wirkung konnte jedoch nicht belegt werden. Mögliche Effekte durch Captopril sind zu wenig Fruchtwasser der Mutter sowie eine verminderte Nierenfunktion und eine verzögerte Schädelverknöcherung beim Säugling. Daraus können Nierenversagen, niedriger Blutdruck oder eine erhöhte Kalium-Konzentration im Blut entstehen. Deshalb sollten im Falle einer Captopril-Gabe ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel die Nierenfunktion und der Schädels des Ungeborenen per Ultraschall untersucht werden.

Zur Anwendung in der Stillzeit liegen bislang keine hinreichenden Erkenntnisse vor. Es wird jedoch dazu geraten, Captopril gegen einen sichereren Wirkstoff auszutauschen. Das gilt insbesondere dann, wenn Früh- oder Neugeborene gestillt werden.

Hydrochlorothiazid (HCT)

Für die Anwendung von Hydrochlorothiazid (HCT) in der Schwangerschaft gibt es bislang nur begrenzte Erfahrungen, insbesondere während des ersten Schwangerschaftsdrittels. Auf Grund des Wirkmechanismus kann Hydrochlorothiazid im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel die Versorgung des Ungeborenen im Mutterleib gefährden und zu vor- und nachgeburtlichen Auswirkungen wie Gelbfärbung der Haut und Schleimhaut (Ikterus), Störung des Elektrolythaushalts und einem Mangel an Blutplättchen (sogenannte Thrombozytopenie) beim Säugling führen.

Weiterhin kann sich das Blutplasma-Volumen der Mutter verringern, was das Risiko einer Minderdurchblutung des Mutterkuchens (der sogenannten Plazenta) birgt. Deshalb darf Hydrochlorothiazid (unter anderem) nicht bei Gewebswasseransammlungen in der Schwangerschaft (Schwangerschaftsödemen), Bluthochdruck in der Schwangerschaft (Schwangerschaftshypertonie) sowie auch nicht bei einer sogenannten Präeklampsie (eine Schwangerschaftserkrankung mit erhöhtem Blutdruck, vermehrter Eiweißausscheidung im Urin und Wassereinlagerungen im Gewebe) gegeben werden.

Hohe Dosen von Hydrochlorothiazid können die Milchbildung hemmen. Zudem tritt der Wirkstoff in die Muttermilch über. Deshalb sollten stillende Frauen nicht mit Hydrochlorothiazid behandelt werden.

Captopril + Hydrochlorothiazid und Kinder

Da es für die Anwendung bei Kindern keine ausreichenden Erfahrungen gibt, darf die Kombination aus Captopril+Hydrochlorothiazid nicht bei dieser Altersgruppe angewendet werden.