Antiseptische Mittel Wirkungsweise

Die Antiseptika unterscheidet man nach ihren unterschiedlichen Wirkmechanismen:

  • Alkohole und Aldehyde
    wie Ethanol, Isopropyl-Alkohol, n-Propanol, Formaldehyd, Benzylalkohol und andere Phenole verändern in höheren Konzentrationen (Ethanol zum Beispiel in einer 70-prozentigen wässrigen Lösung) die Eiweißbausteine der Krankheitserreger derart, dass die Erreger absterben. Sie dürfen nicht auf Schleimhäuten eingesetzt werden, weil sie austrocknend wirken.
  • Oxidantien
    wie etwa das Wasserstoffperoxid (als 3-prozentige Lösung) töten Erreger mittels aggressiver Sauerstoff-Radikale ab, die wichtige Zellfunktionen zerstören. Oxidantien haben nur eine kurze Wirkungsdauer.
  • Kationische Verbindungen
    wie Benzalkoniumchlorid und Mecetronium-Etilsulfat machen die Zellwände der Erreger so stark durchlässig, dass verschiedene Stoffe aus der Umwelt unkontrolliert in sie eindringen können. Dies führt zum Absterben der Keime.
  • Halogenfreisetzer
    wie Chlor, Povidon-Jod und Brom hemmen wichtige Enzyme der Erreger, die diese für ihren Eiweißaufbau benötigen. Funktioniert der Eiweißaufbau nicht mehr richtig, müssen die Erreger absterben.
  • Substanzen unterschiedlicher chemischer Struktur
    wie Chlorhexidin, Ethacridin, Hexetidin, 8-Hydroxychinolin und Salicylsäure wirken auf mehreren Wegen: Zu diesen Wegen zählen die Schädigung der Zellwand der Erreger, die Schädigung ihres Erbguts oder die Hemmung von Enzymen, die für das Leben der Erreger wichtig sind.