Antiphlogistika Wirkungsweise

So vielfältig wie die verschiedenen Gruppen der Antiphlogistika sind auch deren Wirkmechanismen bei der Entzündungsbekämpfung:
  • Nicht-steroidale Antirheumatika und nicht-opioide Schmerzmittel hemmen die Prostaglandin-Produktion. Prostaglandine sind Gewebshormone, die wesentlich an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Schmerz, Fieber und Entzündungen beteiligt sind. Prostaglandine entstehen im Körper unter Mitwirkung der Cyclooxygenase-Enzyme COX-1 und COX-2. Diese Enzyme und damit auch die Bildung von Prostaglandinen werden von nicht-steroidalen Antirheumatika und nicht-opioiden Schmerzmitteln gehemmt. Neuere nicht-steroidale Antirheumatika wie beispielsweise Rofecoxib und Celecoxib hemmen speziell die COX-2 und sollen dadurch weniger Nebenwirkungen zeigen.
  • Glucocorticoide greifen neben einer Blockade der Prostaglandin-Produktion unter anderem in die Eiweißherstellung der Zellen ein. So behindern sie das Entstehen von Interleukinen, zellulären Entzündungsstoffen, was den Fortschritt einer Entzündung aufhält.
  • Immunsuppressiva unterdrücken die Aktivität von speziellen Entzündungszellen. Fehlen diese, wird der Entzündungsprozess blockiert.
  • Antikörper zielen auf den Tumornekrosefaktor TNF-alpha. Dieser Eiweißstoff ist bei rheumatoider Arthritis vermehrt im Blut vorhanden und fördert die Entwicklung und das Fortschreiten der Erkrankung. Ist TNF-alpha durch die Antikörper gebunden, bricht der Entzündungsvorgang ab.
  • Degranulationshemmer stabilisieren die Zellwände der sogenannten Mastzellen. So können sie den Entzündungsstoff Histamin nicht mehr freisetzen, welcher wesentlich am Entzündungsgeschehen bei Allergien beteiligt ist. Andere Antiallergika wie die H1-Antihistaminika verdrängen Histamin von den Rezeptoren der Zielzellen, so dass diese keine Entzündungszeichen ausbilden.
  • Die Entzündungshemmung durch Vitamine beruht vermutlich auf einer besonderen chemischen Struktur, die so genannte Radikale auffängt und bindet. So können diese Radikale nicht mehr schädigend auf Körperzellen einwirken und Entzündungsreaktionen auslösen.
  • Bei pflanzlichen Medikamenten sind die Mechanismen der antientzündlichen Wirkung zum größten Teil noch unbekannt.
  • Gerbstoffe führen zum Stillstand entzündlicher Vorgänge, indem sie die daran beteiligten Eiweiße verklumpen und unwirksam machen.
  • Die Entzündungshemmung durch sulfonierte Schieferöle wird vor allem dem Gehalt an Phenolen zugeschrieben. Diese verhindern vermutlich durch eine Bindung an das Erbgut die Vermehrung von Entzündungszellen.