Algedrat + Magnesiumhydroxid Gegenanzeigen

Die Wirkstoffkombination Algedrat + Magnesiumhydroxid darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Algeldrat oder Magnesiumhydroxid
  • schwerer Nierenfunktionsschwäche (Niereninsuffizienz)
  •  einem Absinken der Phosphat-Konzentration im Blut unter 0,8 Millimol je Liter (Hypophosphatämie).

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei länger anhaltenden und/oder in häufigeren Abständen wiederkehrenden Beschwerden sollte vom Arzt eine schwerwiegende Erkrankung (wie beispielsweise Magenkrebs) ausgeschlossen werden.

Zusammen mit einer phosphatarmen Diät kann die Einnahme des Kombinationspartners Algeldrat zu einem Phosphatmangel führen. Damit besteht ein erhöhtes Risiko einer schmerzhaften Knochenerweichung (Osteomalazie).

Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion kann die Einnahme der Wirkstoffkombination einen erhöhten Magnesiumgehalt des Blutes (Hypermagnesiämie) und einen Anstieg der Blut-Aluminium-Konzentration verursachen. Dabei besteht - je nach Ausprägung - ein Vergiftungsrisiko.

Bei Nierenfunktionsschwäche und langfristiger Einnahme hoher Dosen kann sich Aluminium vor allem in das Nerven- und Knochengewebe einlagern. Zudem ist eine Phosphatverarmung möglich. Dies kann zu einer Gehirnerkrankung (Enzephalopathie), Demenz und einer Blutarmut (mikrozytäre Anämie) führen oder eine dialysepflichtige Osteomalazie verschlimmern. Deshalb sollten Patienten mit Niereninsuffizienz eine lang dauernde Einnahme hoher Dosen vermeiden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter pro Minute) und langfristiger Einnahme dieser Wirkstoffkombination muss vom Arzt regelmäßig die Blutkonzentration von Aluminium und Magnesium kontrolliert werden. Der Aluminiumblutspiegel sollte 40 Mikrogramm je Liter (μg/l) nicht überschreiten.

Bei Patienten mit Porphyrie (einer erblichen Stoffwechselerkrankung, bei denen Defekte in der Bildung des roten Blutfarbstoffs Häm vorliegen), die sich einer Blutwäsche (Hämodialyse) unterziehen, kann die Einnahme von Algeldrat ein Risiko darstellen. Diese Patienten sind sorgfältig ärztlich zu überwachen.

Algedrat + Magnesiumhydroxid bei Schwangerschaft & Stillzeit

Allgemein sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis vor der Einnahme von aluminiumhaltigen säurebindenden Mitteln während der Schwangerschaft sorgfältig abgewogen werden. Es gibt bislang keine hinreichenden Daten für die Anwendung der Wirkstoffkombination Algedrat + Magnesiumhydroxid bei Schwangeren. Tierexperimentelle Studien haben für Aluminiumverbindungen gezeigt, dass sie die Fortpflanzungsfähigkeit beeinflussen. Untersuchungen beim Menschen zeigen für unreife Neugeborene (Frühgeborene) eine Aluminiumanhäufung in den Knochen. Potenziell besteht bei längerfristiger Anwendung das Risiko einer Nervengiftigkeit. Die Wirkstoffkombination sollte deshalb während der Schwangerschaft nur kurzfristig und in einer möglichst niedrigen Dosierung angewendet werden, um eine Aluminiumbelastung des Kindes zu vermeiden.

Aluminiumverbindungen gehen in die Muttermilch über. Die Aufnahme sei laut Hersteller jedoch so gering, dass man nicht von einem Risiko für das Neugeborene ausgeht.

Algedrat + Magnesiumhydroxid und Kinder

Die Wirkstoffkombination Algedrat + Magnesiumhydroxid soll nicht bei Kindern unter zwölf Jahren angewendet werden, da in dieser Altersgruppe keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.