Schweinegrippe Behandlung

Der Arzt wird Sie erst einmal gründlich untersuchen. Für den sicheren Nachweis des Virus A/H1N1 reichen die üblichen Verfahren zur Grippediagnose nicht aus. Vielmehr muss der genetische Subtyp des Erregers bestimmt werden, um die Schweinegrippe nachzuweisen. Dafür sind nur wenige Labors in Deutschland ausgerüstet, darunter das Nationale Referenzzentrum für Influenza am Robert Koch-Institut (RKI). Zur Diagnose nimmt der Arzt möglichst rasch nach Beginn der Erkrankung einen Abstrich von der Rachen- oder Nasenschleimhaut und schickt die Probe in eines dieser Labors ein. Wenn es in Ihrem Umfeld einen Patienten mit laborbestätigter Schweinegrippe gibt und Sie die typische Symptome zeigen, dann braucht der Arzt bei Ihnen keinen Test auf Schweinegrippe durchzuführen. Die Möglichkeit, dass Sie ebenfalls an Schweinegrippe erkrankt sind, ist sehr wahrscheinlich. Sie bekommen Grippemittel und eine Krankschreibung und werden in der Regel wieder nach Hause geschickt. Nur in seltenen Fällen ist eine Klinikeinweisung erforderlich, zum Beispiel bei lebensbedrohlichen Zuständen oder tagelangem Fieber über 40 Grad Celsius.

Eine Therapie mit speziellen Grippemitteln empfiehlt das Robert Koch-Institut vor allem für chronisch kranke Patienten. Geeignete Medikamente sind die sogenannten Neuraminidasehemmer Oseltamivir (Handelname Tamiflu) und Zanamivir (Handelsname Relenza). Sie blockieren ein bestimmtes Enzym auf der Oberfläche der Viren - die Neuraminidase. Ohne dieses Enzym können die Viren nicht mehr in menschliche Schleimhautzellen eindringen und sich vermehren. Die Virenhemmer können aber nur helfen, wenn Sie binnen 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome eingenommen werden.

Ganz neu haben Forscher das Grippemittel Peramivir entwickelt, das sich zurzeit in klinischer Prüfung befindet. Die Wirksamkeit ist ähnlich hoch, wie bei Oseltamivir. Peramivir kann direkt in die Blutbahn gespritzt werden und so direkt zur Lunge gelangen. Das ist günstig für schwer erkrankte Patienten, die keine Tabletten mehr schlucken können oder es nicht schaffen, zu inhalieren. Peramivir wurde in den USA vorzeitig zum Notfall-Gebrauch für Patienten mit Schweinegrippe zugelassen, obwohl es sich noch in der dritten Phase der klinischen Entwicklung befindet. Dennoch hatte die Gesundheitsbehörde CDC die Zulassungsbehörde FDA aufgefordert, das Arzneimittel für die Zeit der Pandemie freizugeben. In Deutschland ist dieser Wirkstoff noch nicht erhältlich.

Die alternative Heilkunde schwört auf die Zistrose, eine Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum. Klinische Studien der Berliner Charité ergaben ein sehr interessantes Ergebnis: Von 300 Patienten wurden 141 Influenzavirus-positiv getestet. Das heißt, sie hatten wirklich Grippe. Von diesen 141 zeigten 112 nach der Zystus-Behandlung eine deutliche Besserung; nur 29 zeigten keinen Effekt. Somit ergibt sich eine ebenso hohe Wirksamkeit wie bei den Neuraminidasehemmern Tamiflu (Wirkstoff Oseltamivir) oder Relenza (Wirkstoff Zanamivir).

Kommt es infolge der Schweinegrippe-Viruserkrankung zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion, beispielsweise einer bakteriellen Bronchitis oder Lungenentzündung, helfen Antibiotika wie Erythromycin aus der Gruppe der Makrolid-Antibiotika.

 Vorsorge durch Impfung

Den größten Schutz vor der Ansteckung mit Grippe (Influenza) jeglichen Typs bietet eine Grippeschutzimpfung. Für den Erreger der Schweinegrippe sind die beiden wichtigsten Impfstoffe Pandemrix mit einem Spaltvirus-Impfstoff (Pandemischer Influenza-Impfstoff H1N1 - Spaltvirus, inaktiviert, adjuvantiert) und Celvapan mit einem Ganz-Virus-Impfstoff (Pandemischer Grippe-Impfstoff H1N1 - Ganzvirus, in Vero-Zellen hergestellt, inaktiviert). Laut offizieller Impfempfehlung sollten sich zunächst Menschen impfen lassen, die Vorerkrankungen haben oder in medizinischen Einrichtungen arbeiten. Außerdem Mitarbeiter von Feuerwehr, Polizei und Justizvollzugsbeamte.