Venenerkrankungen Behandlung

Zur Behandlung von Venenerkrankungen stehen dem Arzt verschiedene Strategien zur Linderung der Beschwerden zur Verfügung.
  • Kompressionsbehandlung:
    Unter Kompressionsbehandlung versteht man das Wickeln der Beine oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Der Effekt ist, dass durch Zusammendrücken der oberflächlichen Venen das Blut in die tiefen Venen umgeleitet wird. So wird auf mechanische Weise die Belastung der Venen umverteilt. Beschwerden wie Schwellung, Spannungsgefühl und Schweregefühl werden deutlich verbessert. Kompressionsbehandlung ist erforderlich bei Krampfadern, schweren Beinen und Venenentzündungen. Eine Kompressionsbehandlung darf aber nur durchgeführt werden, wenn das tiefe Venensystem durchgängig ist. Vor Kompressionsmaßnahmen muss daher immer durch den Arzt eine Thrombose in den tiefen Beinvenen ausgeschlossen werden. Außerdem darf keine Arterielle Durchblutungsstörung der Beine bestehen.
  • Physikalische Therapie:
    Physikalische Therapie wie professionell angeleitetes Gehtraining, die Mobilisierung durch Krankengymnastik (besonders Sprunggelenke) und die Durchführung einer manuellen Lymphdrainage werden bei schweren Beinen und bei Thrombose eingesetzt. Ödeme werden so immer wieder ausgeschwemmt, um Folgeschäden zu vermeiden.
  • Medikamentöse Therapie:
    Der Wirkstoff Calciumdobesilat hat eine gefäßabdichtende Wirkung. Dadurch kann weniger Flüssigkeit aus den Venen in das umliegende Gewebe austreten. Calciumdobesilat wird daher in der Therapie von Krampfadern und schweren Beinen eingesetzt. Bei Venenentzündungen werden zusätzlich zur Kompression am Ort der Entzündung nicht-steroidale Antirheumatika wie Diclofenac in Form von Salben, Cremes oder Gelen angewendet. Heparin und Heparinoide greifen in die Blutgerinnung ein. Durch äußerliche Anwendung können sie Schmerzen und Schwellungen bei Venenentzündungen wirksam bekämpfen.
  • Verödung von Besenreisern:
    Besenreiser werden durch das Einspritzen von Verödungsmitteln wie beispielsweise Polidocanol verklebt, so dass sie äußerlich nicht mehr sichtbar sind.

Eine einzige ursächliche Behandlung von Venenerkrankungen ist die operative Entfernung von Krampfadern. Besonders wichtig ist es hier, durch eine sorgfältige Untersuchung herauszufinden, wo sich die oberste nicht mehr funktionierende Venenklappe befindet. Auch wenn die Krampfadern selber nur am Unterschenkel sichtbar sind, kann diese Venenklappe beispielsweise bereits in der Leistenbeuge liegen. Die Operation ist nur dann auf längere Zeit erfolgreich, wenn der venöse Blutstrom ab der obersten defekten Klappe in die Tiefe umgeleitet wird. Auch hier gehört zu den Voraussetzungen für die Behandlung ein durchgängiges tiefes Venensystem.