Die Haut: Das unterschätzte Sinnesorgan

Die Haut ist das Schutzschild unseres Körpers.
Die Haut verrät viel über den Menschen.

Was glauben Sie: Wie viel Prozent des menschlichen Gewichts macht die Haut aus? Wir verraten es Ihnen: Im Vergleich zum gesamten Körper sind es 20 Prozent des Gewichts. Das bedeutet, die Haut eines 75 Kilogramm schweren Mannes wiegt circa 15 Kilogramm. Das ist nicht wenig und ebenfalls die Aufgaben, die der Haut obliegen, sind alles andere als „leicht“. Der nachfolgende Text soll Ihnen daher einen Überblick geben: Über den Aufbau der Haut und über die Gründe, warum die Pflege der Haut sinnvoll und wichtig ist.

Wie sieht der Aufbau der Haut aus?

Der Aufbau der Haut ist schnell erklärt. Die Haut besteht aus drei Schichten:

  • Oberhaut (Epidermis)
  • Lederhaut (Dermis)
  • Unterhaut (Subcutis)

Dazu kommen noch die sogenannten Hautanhangsgebilde, die aus Schweiß- und Talgdrüsen, aber ebenso aus Nägeln und Haaren bestehen und auf der Oberfläche der Haut enden.

Was ist in Bezug auf den Aufbau der Haut noch wichtig zu wissen? Experten bezeichnen die Schicht aus Oberhaut und Lederhaut als Cutis. Die Oberhaut ist nur sehr wenige Millimeter dünn und baut sich aus weiteren Schichten – Horn-, Glanz-, Körner-, Stachelzell- und Basalschicht – auf. Auch die Lederhaut formiert sich aus mehreren Schichten, nämlich der Papillarschicht und der Netzschicht. In ihr finden sich vor allem Fasern aus Bindegewebe, welche die Haut elastisch und gleichzeitig stabil halten.

Die Unterhaut bildet die Basis für die beiden darüber angesiedelten Hautschichten, also der Leder- und Oberhaut. Sie besteht überwiegend aus Fettgewebe sowie Blutgefäßen und Nerven. Dabei nehmen die verschiedenen Bestandteile der Haut unterschiedliche Aufgaben und Funktionen wahr.

Die Haut als unser „Schutzschild“

Die Haut ist nicht nur – von der Gesamtfläche betrachtet – das größte Sinnesorgan, sie nimmt darüber hinaus eine Vielzahl von Aufgaben wahr. Eine wesentliche dieser Funktionen ist das Abschirmen des Organismus gegen Gefahren von außen. So vollbringt die Haut – genauer gesagt überwiegend die Oberhaut in Kombination mit den Hautanhangsgebilden – beispielsweise die Aufgabe, den Menschen vor zu viel UV-Strahlung zu schützen. Dies bewerkstelligt die Haut unter anderem durch eine vermehrte Bildung von Hornhaut sowie durch Selbstbräunung. Ohne diese Schutzfunktion kann es zu Hautkrebs  kommen. Ebenso schirmt sich die Haut gegen Krankheiterreger, wie Bakterien oder Viren, ab.

Die Haut ermöglicht das Fühlen

Über die Haut kommt es zu Berührungen mit anderen Menschen oder Gegenständen, was die Bedeutung der Haut als Sinnesorgan ausmacht. Diese Aufgabe übernimmt überwiegend die Lederhaut, weil dort sehr viele Sinneszellen angesiedelt sind. Auf diese Weise können Wärme, Kälte oder Schmerzen wahrgenommen werden. Es gibt in der Haut für jeden dieser Reize spezialisierte Zelltypen. Gerade an Lippen und Fingerspitzen befinden sich viele solcher Tastpunkte, daher sind diese Stellen besonders sensibel.

Zudem fungiert die Haut als Temperaturregler. Ziel ist es, die Körpertemperatur auf einem stabilen Niveau zu halten, weil alles andere für den Menschen einen physischen Unruhezustand signalisiert. So sorgt sie dafür, dass wir schwitzen, wenn es zu warm ist oder wir eine Gänsehaut bekommen, wenn es zu kalt ist. Das erreicht die Haut – genauer gesagt: die Unterhaut – durch eine Anpassung der Blutgefäße.

Interessant: Viele sagen, die Haut des Menschen sei das Spiegelbild seiner Seele. Und ein gewisser Zusammenhang ist nicht von der Hand zu weisen, schließlich bricht uns bei emotionalen Belastungen der Angstschweiß aus oder wir werden rot im Gesicht, wenn uns etwas peinlich ist.

Welche Pflege benötigt die Haut?

Die Pflege der Haut ist wichtig, um sie gesund zu erhalten. Dabei kommt es auf das richtige Maß an. Denn ein Zuviel an Pflege kann die Haut auch schädigen.

Darauf sollten Sie bei der Hautpflege achten:

  • Wählen Sie eine Hautpflege, die zum eigenen Hauttyp passt. Das heißt beispielsweise bei trockener Haut auf Produkte zu setzen, die den Verlust an Feuchtigkeit ausgleichen.
  • Passen Sie die Pflege der Haut der Jahreszeit an: Beispielswiese machen im Winter Kälte, Wind und Trockenheit der Haut zu schaffen (Pflege mit hohem Fettanteil) – im Sommer dagegen sind es höhere Temperaturen und Luftfeuchtigkeit (Pflege mit viel Feuchtigkeit).
  • Waschen oder duschen Sie sich nicht zu häufig, da dies die Haut austrocken kann.
  • Lassen Sie Ihre Leberflecke und Muttermale regelmäßig beziehungsweise, wenn diese sich verändern, vom Dermatologen untersuchen.

Neben der Hautpflege trägt auch ein gesunder Lebenswandel zu einem intakten Hautbild bei. Schlafen Sie genug, ernähren Sie sich gesund und trinken Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit (am besten Wasser) am Tag. Sich ausreichend zu bewegen und Stress entgegenzuwirken, ist außerdem von Vorteil. Daneben sollten Sie auf Alkohol, Zigaretten und zu viel Sonneneinstrahlung verzichten, weil diese der Haut nachweislich schaden.