Akute Bronchitis Selbsthilfe & Vorbeugung

Bei der akuten Bronchitis sollte eine weitere Reizung der Atemwege durch das Einatmen von Tabakrauch, kalter Luft oder Abgasen vermieden werden. Förderlich für die Genesung ist körperliche Schonung und Bettruhe sowie das Unterlassen von sportlicher Aktivität. Um die körperliche Abwehr nicht weiter zu schwächen, sollte kein Alkohol getrunken werden.

Getränke verflüssigen und lösen den Schleim und erleichtern das Abhusten. Ideal sind warme Tees, die zusätzlich einen beruhigenden Effekt auf die Bronchialschleimhaut haben, wie beispielsweise Fenchel- oder Kamille-Tees. Außerdem wirken Eibisch, Huflattich, Spitzwegerich und Isländisch Moos schleimhautschützend. Das Inhalieren ätherischer Öle wie Anisöl, Eukalyptusöl oder Thymianöl fördert die Lösung des Schleims und wirkt außerdem leicht bronchienerweiternd. Als Inhalat bewährt hat sich zudem Emser Salz. Zur unterstützenden Behandlung von Bronchialkrämpfen können Extrakte aus Efeu, Sonnentau und Thymian als Tee, Saft oder Tropfen eingenommen werden. Ebenfalls krampflösend wirkt die Kombination aus Dequaliniumchlorid und Natriumdibunat.

Bei fest sitzendendem Husten können schleimlösende Mittel (auch Mukolytika oder Sekretolytika genannt) wie Ambroxol, Bromhexin, Acetylcystein, Guaifenesin sowie pflanzliche Extrakte aus Myrtol und Efeu eignenommen werden. Sie werden eingesetzt, um bei besonders hartnäckigem, festsitzendem Husten zähes Sekret zu verflüssigen. Dadurch wird das Abhusten des Bronchialschleims erleichtert. Eine bewährte Wirkstoffkombination ist Ammoniumchlorid + Süßholz-Trockenextrakt in Form von Lutschtabletten.

Klassische pflanzliche Wirkstoffe, die den Auswurf bei akuter Bronchitis fördern, sind zum Beispiel Extrakte aus Primel, Wollblume und Haselwurz. Einen schleimlösenden Effekt erzielen auch Cineol, Pelargoniumwurzel sowie eine Kombination aus Primelwurzel + Thymiankraut. Diese Mittel wirken außerdem entzündungshemmend.

Zur Stärkung des Immunsystems können abwehrsteigernde Wirkstoffe wie Purpursonnenhutkraut, Sonnenhutwurzel, Färberhülsenwurzel und Lebensbaumspitzen eingenommen werden. Eine weitere Maßnahme zur Stärkung der Abwehrkräfte stellt die so genannte Darmsanierung dar. Hierzu werden unter anderem Kolibakterien (Escherichia coli oder Enterococcus faecalis) in aufbereiteter Form eingenommen.

Sind durch die akute Bronchitis die Schleimhäute in Mund und Rachenraum gereizt, können Eibisch-haltige Mittel die dadurch auftretenden Beschwerden lindern.

Außerdem kann eine Hydrotherapie (Behandlung auf Wasserbasis) die Behandlung einer akuten Bronchitis unterstützen. Besonders bewährt hat sich dabei das Kamillenkopfdampfbad. Bei Fieber lindern beispielsweise kalte Hals-, Brust- und Wadenwickel die Beschwerden, ohne Fieber sind eher temperaturansteigende Arm- und Fußbäder, Halbbäder, Schwitzkuren sowie Brustwickel oder Heilerde-Packungen geeignet.

Bei akuter Bronchitis werden Umschläge und Einreibungen mit folgenden pflanzlichen Wirkstoffen als wohltuend empfunden: Eukalyptusöl, Kiefernnadelnöl, Pfefferminzöl, Anisöl, Koniferenöl, Terpentinöl, Campher, Latschenkiefer, Menthol, Cineol, Thymian oder Lärche. Bei den genannten Wirkstoffen sind die Anwendungsbeschränkungen für verschiedene Altersgruppen unbedingt zu beachten. Lesen Sie dazu unbedingt die jeweilige Packungsbeilage. Besonders durch Menthol kann es bei Kleinkindern und Säuglingen zu einem reaktiven Kehlkopfkrampf kommen, der die Atemwege komplett verschließt.

Außerdem sind Kombinationen aus schleimlösenden und hustenreizstillenden Maßnahmen eher ungeeignet und sollten vermieden werden. Es besteht die Gefahr, dass der gelöste Schleim aufgrund einer Blockierung des Hustenreflexes nicht abgehustet werden kann. Das begünstigt die Entstehung einer Lungenentündung.

Wann zum Arzt bei Akute Bronchitis

Nach einer Woche ohne Besserung der Beschwerden sollte eine genaue Abklärung der Erkrankungsursache von einem Arzt durchgeführt werden. Bei Atemnot und daraus folgenden Atembeschwerden, Brustenge, hohem Fieber und blutigem Husten sollte ebenfalls eine Einschätzung der Erkrankung durch einen Arzt erfolgen.

Tritt der Husten anfallsweise und/oder stoßweise auf, sollte ärztlich ausgeschlossen werden, dass es sich um eine Keuchhustenerkrankung handelt. Dies gilt insbesondere für Schwangere, Säuglinge, Kleinkinder oder ältere Menschen.