Prüfungsstress: Alles auf einen Blick

Ein Junge lässt verzweifelt seinen Kopf auf einen Stapel Bücher sinken – er leidet unter Prüfungsstress.
Versagensangst, Leistungsdruck und Prüfungsstress - das muss nicht sein.

Wenn sich die Lernunterlagen türmen, man vor Nervosität nachts kein Auge zubekommt und der einzig existierende Gedanke die Frage danach ist, ob man die Prüfung wohl bestehen wird – dann heißt es wieder: Prüfungsstress. Doch warum beeinflusst er uns so stark? Und kann man etwas gegen den Lernstress tun?

Übersicht: Typische Ursachen für den Lernstress

Prüfungsstress wirkt sich bei jedem anders aus: Einige Schüler und Studierende bringt die Masse an anstehenden Klausuren in einer knapp bemessenen Zeit auf Hochtouren, während sich andere von der Menge an Lernstoff eher erschlagen fühlen. Doch wieso leiden manche Menschen in der Prüfungszeit mehr als andere?

Die Ursachen für Prüfungsstress sind vielfältig. Oft spielen jedoch folgende Faktoren eine entscheidende Rolle:

  • Versagensangst: Inmitten des Studiums- oder Abistresses ist für viele der eigene Anspruch ganz klar: Bloß nicht versagen und durch die Prüfungen fallen! Je mehr man sich jedoch vor anstehenden Prüfungen unter Druck setzt, desto schwerer fällt einem das Lernen. So kann Versagensangst beispielsweise für Konzentrationsschwierigkeiten sorgen. Das bewirkt dann wiederum, dass der Betroffene für das Lernen länger braucht und so seinem Lernpensum hinterherhinkt, was dann letztendlich in Prüfungsstress enden kann.
  • Leistungsdruck: Eine weitere Prüfungsstress-Ursache ist der Leistungsdruck. Er tritt – genauso wie das Karrieredenken – in unserer Gesellschaft in einer stark ausgeprägten Form auf. Ziel ist für die meisten, immer der Beste zu sein oder zumindest besser als die direkten Kontrahenten. Daher definieren viele ihr Selbstwertgefühl über die eigene Erfolgsquote. Das erhöht den Druck in den sowieso schon stressigen Lernphasen ungemein.

Personen, die an Versagensangst oder Leistungsdruck leiden, setzt häufig zusätzlich noch die Sorge zu, bei nicht bestandenen Leistungen mit negativen Konsequenzen konfrontiert zu werden. Dazu kann die Enttäuschung der Eltern genauso zählen wie ein verpasstes Stipendium.

Was passiert bei stressigen Prüfungsphasen in unserem Körper?

Prüfungsstress ist eine bestimme Art von Stress, die im Zusammenhang mit einer Situation entsteht, bei der eine Leistungsabfrage verlangt wird. Dabei ist der empfundene Stress meist umso intensiver, je mehr vom Bestehen oder von der Note der Prüfung abhängt und je näher der Prüfungstag rückt. Befinden wir uns in einer solchen Lage, die das Gehirn unter „Stress“ verbucht hat, schüttet die Nebennierenrinde, die sich am oberen Ende der Nieren befindet, das Stresshormon Cortisol aus und die Nebennierenmark Adrenalin. Dabei mobilisiert Adrenalin unseren Organismus und macht uns kampf- oder auch fluchtbereit (ein Überbleibsel aus der Steinzeit), während Cortisol unter anderem den Eiweiß- und Zuckerstoffwechsel so beeinflusst, dass wir leistungsfähiger und konzentrierter werden. Das versetzt unseren gesamten Organismus in Alarmbereitschaft:

  • Das Herz schlägt schneller und kräftiger.
  • Unsere Schmerztoleranz erhöht sich kurzfristig – auftretende Schmerzen machen uns also weniger aus.
  • Die Atmung beschleunigt sich.
  • Energiereserven in Muskeln und Gehirn werden freigesetzt.
  • Der Blutdruck steigt.

Blitzschnell werden also sämtliche Körperreserven mobilisiert. Ist die Stresssituation von kurzer Dauer wie bei einem Laufwettkampf über 1.000 Meter, werden wir durch diese Mobilisierung leistungsfähiger und konzentrierter. Besteht jedoch Daueralarm – wie in einer mehrmonatigen Prüfungsphase – kann die anhaltende Ausschüttung der Stresshormone Konsequenzen für unseren Organismus haben.

Zu viel Stress macht krank! Körperliche und psychische Auswirkungen von Prüfungsstress

Lange Prüfungsphasen, Lernstress, Zeitdruck – eine Kombination, die viele Menschen in eine Art Stressspirale führt. Wer ihr zu lange ausgesetzt ist, kann nach einiger Zeit gesundheitliche Auswirkungen spüren. Körperliche Prüfungsstress-Symptome sind beispielsweise Tinnitus, Kopfschmerzen und Herzrasen. Aber auch psychische Prüfungsstress-Symptome, wie innere Unruhe oder Konzentrationsschwäche kommen vor.

Diese Prüfungsstress Auswirkungen entstehen nicht von heute auf morgen, sondern in schleichenden Prozessen und können als eine Art Ventil oder Hilferuf des Körpers gewertet werden. Wer von den Beschwerden betroffen ist, hat dringend eine Erholungsphase nötig. Reduziert sich die Anspannung und kommt der Organismus wieder zur Ruhe, verschwinden viele Stresssymptome automatisch.

Ist Prüfungsstress behandelbar?

Für alle, die unter Stress im Studium leiden oder mitten im Abistress stecken, gibt es eine gute Nachricht: Prüfungsstress lässt sich mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten reduzieren. Folgende Methoden können geeignet sein:

  • Oft reicht beispielsweise ein wenig Nachhilfe im Stressmanagement aus, um eine gesunde Balance zwischen Lernstress und Entspannung zu finden.
  • Stressbewältigung durch Entspannungstechniken kann dabei unterstützen, das Prüfungsstresslevel herunterzufahren.
  • Therapeutische Hilfe beim Kampf gegen Prüfungsstress ist vor allem vor allem für Menschen geeignet, bei denen der Lernstress so stark überhandnimmt, dass sich daraus eine Prüfungsangst entwickelt.

 

Wann sind Medikamente die Lösung gegen Prüfungsstress?

Wer stressbedingte Störungen wie Schlafprobleme oder Kopfschmerzen nicht in den Griff bekommt, findet oftmals Besserung durch die Einnahme von Medikamenten. In Absprache mit einem Arzt können beispielsweise Schmerzmittel, Beta-Blocker oder Schlafmittel für eine angenehmere Prüfungsphase sorgen. Bei Substanzen zur Leistungssteigerung ist jedoch Vorsicht geboten, da sie bei übermäßiger Einnahme zu einer Medikamentensucht führen können.
 

Lernstress? Nein, Danke! Tipps und Tricks, damit der Prüfungsstress fernbleibt

Um Stress im Studium oder Abistress erst gar nicht entstehen zu lassen, ist eine gute Vorbereitung das A und O. Grundsätzlich ist es dabei empfehlenswert, so früh wie möglich mit dem Strukturieren des Lernstoffes anzufangen. Als Lerntipp hat es sich beispielsweise bewährt, Lernpläne zu Beginn der Abiturphase oder am Anfang des Semesters zu erstellen, um die Zeit bis zu den Prüfungen optimal einteilen zu können. Denn: Wer das Gefühl hat, gut vorbereitet zu sein, ist am Tag der Prüfung meist deutlich entspannter. Falls Sie dennoch in der Prüfung unruhig werden sollten, gibt es auch für den Prüfungstag Tricks, um wieder einen kühlen Kopf zu bekommen – meist hilft bereits, einmal die Augen zu schließen und tief ein- und auszuatmen.

Bei Stress im Studium oder bei Abistress sollten Sie zudem darauf achten, ausreichend Ruhepausen einzulegen, um dem Körper die nötige Erholung zu gönnen. Diese sollten Sie als festen Bestandteil in Ihren Lerntag integrieren.

 

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Wussten Sie’s?

Lachen macht glücklich und gesund – das ist vielen bekannt. Doch nicht nur das, es hilft uns auch dabei, Stress zu reduzieren. Also: Vergraben Sie Ihren Humor nicht im Prüfungsstress und lachen Sie zwischendurch einfach mal ausgiebig. Wer noch einen Grund zum Lachen benötigt, wird sicher bei unseren Spaßartikeln fündig. Dort erfahren Sie, wie Sie zum Spicker-Profi werden und wieso Prüfungsstress so eine gute Ausrede ist.