Tinnitus, Schlafstörungen und Co. – wenn der Stress auf die Gesundheit schlägt

Eine junge Frau fasst sich mit schmerzverzerrtem Gesicht ans Ohr, weil sie einen Tinnitus bedingt durch Stress hat.
Tinnitus ist ein stressbedingtes Symptom von Prüfungsstress.

In ein paar Tagen steht die erste Prüfung an, aber Lernen ist kaum noch möglich, weil die ganze Zeit dieses lästige Piepsen im Ohr zu hören ist und der Schädel brummt. An entspanntes Durchschlafen ist auch schon lange nicht mehr zu denken. Woran liegt das? Sind wir gestresst – und das über einen längeren Zeitraum –, zum Beispiel bei der Vorbereitung auf das Abitur oder Staatsexamen, können Tinnitus, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Co. die Folge von Stress sein. Doch wieso kann Stress den Körper so beeinflussen? Und welche körperlichen Auswirkungen sind in Prüfungsphasen noch typisch?

Dauerhaftes Piepsen im Ohr – Tinnitus durch Stress

Tinnitus – ein hochfrequentes, allein vom Betroffenen wahrgenommenes Geräusch. Meist wird es empfunden als Piepsen, Rauschen, Zischen oder Rattern, das entweder ständig im Ohr präsent ist oder in bestimmten Abständen immer wieder auftritt. Ein solches Ohrgeräusch entsteht, wenn die elektrischen Impulse nicht mehr richtig vom Innenohr zum Gehirn weitergeleitet werden. Auslöser dafür können ganz verschiedene Faktoren sein. Die häufigsten Ursachen für einen Tinnitus sind jedoch:

  • Stress
  • Dauerlärm
  • Durchblutungsstörungen im Ohr

Bei Stress ist der Körper besonders anfällig für Tinnitus. Die Ohrgeräusche sind in diesem Fall eine Art Ventil des Körpers und können als ein Hilferuf des überlasteten Organismus angesehen werden. Reduziert sich der Stress, verschwindet in den meisten Fällen auch der Tinnitus. Doch wieso kann Stress einen Tinnitus verursachen?

In Stresssituationen wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet. Der Botenstoff bewirkt einen höheren Blutdruck sowie einen schnelleren Puls. Ist der Stress Dauerzustand – sind also Puls und Blutdruck dauerhaft erhöht – können die Blutgefäßwände ihre Elastizität verlieren und verstopfen. Dadurch wird der Blutfluss behindert und das dahinterliegende Gewebe kann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Man spricht in diesem Fall von einer Durchblutungsstörung. Wenn das Innenohr davon betroffen ist, kann das beispielsweise zu Funktionsbeeinträchtigungen bei der Übermittlung von elektrischen Impulsen zum Gehirn führen. Die Folge: Das Gehörzentrum gerät durcheinander und produziert Ohrgeräusche.

Gewusst?

Stress ist nicht nur der ein Auslöser, sondern auch ein Verstärker von Tinnitus. Wer bereits unter Tinnitus leidet, der bekommt diesen in stressigen Phasen durch die Ausschüttung von Stresshormonen nämlich oft deutlich intensiver zu hören.

Schlafstörungen? Der Prüfungsstress kann schuld sein

Neben einem Tinnitus können auch Schlafstörungen stressbedingt sein. Denn: Schlafen und Prüfungsstress sind für die meisten Schüler und Studenten Gegensätze, die nicht vereinbar sind. Drängen Deadlines, nimmt der Prüfungsstoff kein Ende und ist der Alltag mit Terminen überfüllt, bekommen viele von ihnen nachts kein Auge zu. Die einen halten ihre eigene Nervosität und die ständig kreisenden Gedanken wach, andere sind davon überzeugt, auch nachts durchlernen zu müssen. Dabei ist vor allem in Stressphasen ausreichend Schlaf wichtig, um dem Körper die nötige Entspannung und Erholung zu gewährleisten.

Mit diesen Tipps bekommen Sie stressbedingte Schlafstörungen in den Griff:

  • natürliche Helfer: Pflanzliche Wirkstoffe wie Baldrian oder Johanniskraut gibt es beispielsweise in Form von Tabletten oder als Tee zu kaufen. Sie können die Einschlafphase verkürzen und teilweise für eine bessere und längere Tiefschlafphase sorgen.
  • Schlafzimmereinrichtung: Um optimal zur Ruhe zu kommen, verbannen Sie alle Gegenstände aus Ihrem Schlafzimmer, die für Ablenkung oder Unwohlsein sorgen könnten. Dazu zählen volle Wäschekörbe genauso wie der Fernseher oder das Handy auf dem Nachttisch.
  • leichtes Abendbrot: Auch, wenn es vor allem in Prüfungsphasen verlockend ist, seinen Frust mit Junkfood zu lindern, sollten Sie abends lieber auf leichte Kost wie Suppen oder Salate zurückgreifen. Fettige und deftige Gerichte beanspruchen den Magen-Darm-Trakt so stark, dass der Schlaf gestört werden kann.
  • Entspannungstechniken: Verschiedene Methoden zur Entspannung können nicht nur zu innerer Ruhe vor dem Schlafen beitragen, sondern auch unser persönliches Stressempfinden vermindern.

Probieren Sie die Tipps einmal aus, um stressbedingte Schlafstörungen gezielt zu mindern – beobachten Sie dabei genau, was Ihnen gut tut. Vielleicht fallen Ihnen auch noch individuelle Maßnahmen ein, die helfen könnten?

 

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Wenn Prüfungsstress Kopfschmerzen verursacht

Studierende oder Schüler, die ständig mit psychischem Stress konfrontiert sind, klagen häufig über Kopfschmerzen. Stress ist für den Körper eine emotionale Belastung, die die persönliche Neigung zu Kopfschmerzen stark anheben kann.

Befindet sich der Körper in einer Stresssituation, reagiert er mit erhöhtem Herzschlag und einer stärkeren Durchblutung. Zusätzlich ist die Körperhaltung in Stresssituationen grundsätzlich angespannt, da unser Körper in dieser Phase auf Kampf oder Flucht eingestellt ist – ein Überbleibsel aus der Steinzeit. Sind die Rücken-, Nacken- und Halsmuskeln über lange Zeit versteift, werden die Schmerzrezeptoren zunehmend empfindlich – so führt Stress dann oftmals zu sogenannten Spannungskopfschmerzen. Stress kann zudem auch ein Trigger (Auslöser) für Migräne sein.

Therapeutische Unterstützung, beispielsweise in Form einer Verhaltenstherapie, kann Ihnen dabei helfen, den Prüfungsstress in den Griff zu bekommen, und so Ihre stressbedingten Kopfschmerzen zu reduzieren.

Magenprobleme– Auslöser Stress

Typische Symptome, die gemeinsam mit Stress auftreten, sind Tinnitus, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen. An Magen und Darm geht dauerhafter Stress jedoch ebenfalls nicht spurlos vorbei. Das liegt daran, dass der Magen-Darm-Trakt über das vegetative Nervensystem in direktem Kontakt mit dem Gehirn steht, das zuständig ist für unser Stressempfinden. Gibt das Gehirn bei Stress Warnsignale ab, geht alles ganz schnell:

  • Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet,
  • der Herzschlag erhöht sich
  • und die Atmung wird beschleunigt, um für die Stresssituation bestmöglich gewappnet zu sein.

Damit die Stresshormone Cortisol und Adrenalin den Körper in so kurzer Zeit mobilisieren können, greifen sie unter anderem auch auf die Energiereserven des Magen-Darm-Trakts zurück. Das hat zur Folge, dass dieser nicht mehr ausreichend durchblutet und dadurch in seiner regulären Tätigkeit gebremst wird, was dann letztendlich zu Verdauungsproblemen und den typischen Stress-Magenschmerzen führen kann.

Herzrasen als Folge von Prüfungsstress

Auch Herzrasen kommt im Zusammenhang mit Stress häufig vor. Problemverursacher sind hier wieder Adrenalin und Cortisol, da diese in stressigen Phasen den Puls erhöhen und die Blutgefäße verengen, damit der Blutdruck steigt. Das verursacht bei gestressten Personen oft Herzrasen. Auf Dauer ist das sowohl eine große Belastung für die Venen und Arterien, als auch ein Risiko, dass sich die Gefäße verstopfen – und das wiederum erhöht die Gefahr für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.