Anti-Falten-Cremes – wie gut sind sie?

Halten Anti-Falten-Cremes das, was sie versprechen? Die Stiftung Warentest hat bei neun Anti-Falten-Produkte getestet, wie gut sie Falten glätten.
Von Ingrid Müller

Anti-Falten-Cremes gibt es in vielen Varianten in der Drogerie und Apotheke. Inhaltsstoffe wie Coenzym Q10, Hyaluron, Tocopherol oder Pro-Retinol A sollten die Falten einfach glattbügeln. Spätestens ab 40, wenn sich feine Fältchen um Auge und Mund bilden, greifen viele Frauen zu Anti-Falten-Cremes, die oft stolze Preise haben. Die Falten, so das Versprechen der Kosmetikhersteller, ließen sich damit einfach wegcremen. Doch halten Anti-Falten-Cremes, was sie versprechen? Die Stiftung Wartentest hat neun Produkte auf Ihre Wirksamkeit gegen Falten getestet.

Falten weg nach vier Wochen?

Untersucht wurden neun Anti-Falten-Cremes verschiedener Hersteller – darunter auch ein Naturkosmetikprodukt. Die Preise für die Cremes lagen zwischen 2,45 und 87 Euro. Alle versprachen eine sichtbare Wirkung gegen Falten. Die meisten Hersteller gaben an, die Anti-Falten-Wirkung setze nach vier Wochen ein, ein Hersteller versprach sogar schon nach 14 Tagen eine straffere Haut. Einer Umfrage der Warentester zufolge ist das Vertrauen in die Cremes groß. Fast jede zweite Frau glaubte, dass die Produkte die Falten sichtbar verringerten.

270 Frauen cremen gegen die Falten

Am Anti-Falten-Test nahmen 270 Frauen teil, die vier Wochen lang morgens und abends cremten. Jeweils 30 Frauen testeten eine der neun Cremes. Auf die eine Gesichtshälfte trugen sie ein Testprodukt auf, auf die andere eine gute Feuchtigkeitscreme. Die Gesichter der Probandinnen wurden vor und nach der Testphase immer in der gleichen Position und bei gleicher Ausleuchtung mit einer speziellen Fotobox fotografiert. Die Wirksamkeit gegen die Falten wurde anhand der Augenpartien beurteilt, denn vor allem dort zeichnen sich Falten ab. Die Experten verglichen die Bilder – ohne zu wissen, welche vor oder nach der Testphase aufgenommen worden waren oder ob die Probandinnen das Testprodukt oder die Feuchtigkeitscreme angewandt hatten.

Alle neun Cremes "mangelhaft"

Keine der neun Cremes konnte kleine Fältchen oder gar tiefere Falten so mildern, dass mit bloßem Auge eine Verbesserung zu sehen war. Zwar stellten die Experten bei einigen Frauen Verbesserungen bei feinen Fältchen unter dem Auge fest. Bei den meisten der Testerinnen konnten sie diesen Effekt jedoch nicht beobachten - erst recht nicht eine Reduzierung gröberer Falten. In Einzelfällen hatte die Ausprägung der Falten sogar noch zugenommen. Das Fazit: Keine der Anti-Aging-Cremes hielt, was sie versprach. Für die Warentester lautete das Urteil für alle neun Cremes deshalb: mangelhaft. Besonders schlecht schnitt die mit 87 Euro teuerste Anti-Falten-Creme ab. Sie versorgte nicht einmal die Haut gut mit Feuchtigkeit - was eine gute Hautcreme können sollte.

Die Probandinnen selbst stellten dagegen sehr wohl Veränderungen fest. Nicht bei den tieferen Linien auf der Stirn, aber bei den kleinen Fältchen um die Augen herum. Eine solche Selbstwahrnehmung hatten auch andere Testerinnen. Die Vorher-nachher-Bilder zeigten jedoch meist keine Verbesserung.

Der Rat der Stiftung Warentest an die Frauen: Als Gegenpol zum Anti-Aging-Trend hat sich eine Pro-Aging-Bewegung etabliert – zu sehen etwa an Werbekampagnen mit reifen Frauen. Sie steht für eine positive Einstellung zum Altern. Aufhalten lässt sich das Alter nicht, aber gestalten.