Stress - Männer leiden mehr als Frauen

Telefonate, Meetings, Termine in Job und Alltag - Stress hat eigentlich jeder. Aber Männer leiden häufiger unter Stress im Job als Frauen. 
Von Ingrid Müller
Der Stress am Arbeitsplatz wächst, beklage viele. Termindruck, Multitasking, Überstunden leisten, selbst am Wochenende noch arbeiten und mobil immer erreichbar sein – oft sogar im Urlaub. Jetzt fanden Forscher heraus, dass Männer mehr unter dem Stress im Beruf leiden als Frauen. Der Grund: Der Beruf bei Männern sei zeitintensiver und nehme einen höheren Stellenwert ein. Dadurch träten vor allem psychische Belastungen gehäuft auf. Es müsse mehr Präventionsprogramme geben - speziell für gestresste Männer, fordert die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM).

Stressursache - Männer identifizieren sich stärker im Job

Seit Jahren steigt die Zahl der Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen. Immer häufiger betreffen Belastungsstörungen, Depressionen und Neurosen das starke Geschlecht. Mit rund fünf Prozent sei bei Männern ein mehr als doppelt so starker Zuwachs zu verzeichnen wie bei Frauen, so der BKK-Gesundheitsreport 2013. Ein Grund sei, dass die Vollerwerbsquote in Deutschland bei Männern mit rund 91 Prozent immer noch deutlich höher liege als bei Frauen – sie beträgt nur etwa 54 Prozent.

Hinzu kommt: „Männer verbringen durchschnittlich mehr Jahre im Beruf“, sagt Medizinsoziologe Prof. em. Dr. Johannes Siegrist von der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf. Seine SHARELIFE-Studie erfasste Berufsverläufe von vielen tausenden Teilnehmern in 13 europäischen Ländern. „Männer identifizieren sich stärker über ihre Arbeit als Frauen und fühlen sich von guten oder schlechten beruflichen Erlebnissen stärker betroffen“, so Siegrist.

Starker Druck, kaum Belohnung

Überbelastung am Arbeitsplatz kann entstehen, wenn der Arbeitnehmer dauerhaft unter hohem Leistungsdruck steht und dafür keine angemessene „Belohnung“ in Form von Gehalt, Aufstiegsmöglichkeiten oder sozialer Anerkennung erhält. Wenn dieses Ungleichgewicht zu lange andauert, drohen Burnout-Symptome und Depression. In den letzten Jahren galten vor allem Frauen als stressgefährdet. „Dies leiteten Psychologen daraus ab, dass Frauen sich doppelt so oft wegen einer Depression in Behandlung befinden wie Männer und öfter über Stress klagen“, meint Prof. Harald Gündel, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Ulm. „Aktuellere Studien haben aber bereits gezeigt, dass Männer genauso häufig an Depression leiden wie Frauen“, meint der Experte.

Überbelastung =  Herausforderung für Männer

Dennoch bleiben Stresssymptome gerade bei Männern lange unerkannt. Ganz anders als Frauen sehen Männer Überbelastung als Herausforderung, der sie standhalten müssen. „Das klaglose Ertragen von Härte und psychischem Druck ist ein Hauptmerkmal der klassischen Männerrolle. Nicht zuletzt deswegen ist es uns wichtig, dass sich die Psychosomatik auch den Männern und ihren Bedürfnissen zuwendet“, betont Prof. Matthias Franz von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Dauerstress macht auf die Dauer auch Männer krank. Das äußert sich in destruktivem Verhalten wie Reizbarkeit und Alkoholmissbrauch.

Hier gilt es, Anti-Stress-Strategien zu finden, zum Beispiel abends keine E-Mails mehr zu lesen (wie große Firmen es bereits praktizieren) oder einfach mal das Telefon abzuschalten. So lässt sich Stress sicher abbauen.

Stress-Definition – was ist Stress?

Stress ist ein Zustand der Alarmbereitschaft des Organismus, der sich auf eine erhöhte Leistungsbereitschaft einstellt. Der Begriff wurde 1936 von Hans Selye geprägt. Er unterschied zwischen dem „guten“ Eustress als einer positiv erlebten Aktivierung des Organismus und dem „schlechten“ Distress, der aufgrund zu hoher Anforderungen belastend und schädlich wirkt. Allgemein wird der Stress- Begriff heute im letzteren Sinne benutzt.

Datum: 9.10.2014

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