Halsschmerzen bei einer Erkältung

Frau mit Erkältung verzieht das Gesicht wegen starker Halsschmerzen.
Erstes Anzeichen einer Erkältung sind oft Halsschmerzen.

Eine beginnende Erkältung macht sich häufig zunächst im Hals bemerkbar: Der Rachen schmerzt und auch häufiges Schlucken bringt das Fremdkörpergefühl nicht zum Verschwinden. Im Laufe einer Erkältung können sich die Halsschmerzen verschlimmern, manchmal wird sogar Essen und Trinken zur Qual. Was steckt hinter Halsschmerzen bei einer Erkältung und wann müssen Sie zum Arzt? Nützliche Informationen zum Thema Halsschmerzen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Wie äußern sich Halsschmerzen bei einer Erkältung?

Halsschmerzen stehen am Anfang einer Erkältung, da die Krankheitserreger zunächst die oberen Atemwege in Rachen und Nase erreichen. Halsschmerzen machen sich zunächst meist als unangenehmes Gefühl beim Schlucken bemerkbar. Bei einer Erkältung äußern sich Halsschmerzen zumeist in Form von:

  • Kratzen im Hals
  • Brennen im Hals
  • trockenes Gefühl, teilweise Heiserkeit
  • Rötung im Hals
  • Schmerzen beim Reden
  • teilweise Schluckbeschwerden

Diese Erscheinungsformen von Halsschmerzen können bei einer Erkältung wechselweise oder auch zusammen auftreten. Häufig kommen zu den Halsschmerzen weitere Erkältungssymptome wie Schnupfen und Husten dazu. Auch mäßiges Fieber bis 39 Grad Celsius kann Halsschmerzen im Rahmen einer Erkältung begleiten.

Erkältungs-Symptom Halsschmerzen: Was steckt dahinter?

Halsschmerzen sind keine eigenständige Erkrankung, sondern zumeist Symptom einer Infektionskrankheit, die durch Viren oder Bakterien verursacht wird. Halsschmerzen zeigen an, dass eine Entzündung im Mund- oder Rachenbereich (Pharyngitis) vorliegt und sich dort Krankheitserreger eingenistet haben.

Meistens sind Halsschmerzen harmlos und kündigen eine Erkältung, auch grippalen Infekt genannt, an. In der kalten Jahreszeit leiden besonders viele Menschen an Halsschmerzen durch einen grippalen Infekt, da unsere Atemwege im Freien auf unter 37 Grad Celsius abkühlen. Erkältungsviren mögen die kühleren Bedingungen und besiedeln die Schleimhäute von Mund und Nase. Halsschmerzen bei Erkältungen werden vor allem verursacht durch:

  • Rhinoviren
  • Coronaviren
  • Respiratorische Syncytial-Viren (RSV)

In manchen Fällen können auch Bakterien eine Entzündung im Rachenbereich hervorrufen. Wenn die Abwehrkraft der Schleimhäute durch den Erkältungsvirus bereits herabgesetzt ist, haben Bakterien wie Streptokokken leichtes Spiel und können die bereits bestehenden Halsschmerzen verstärken. Mediziner sprechen hierbei von einer bakteriellen Superinfektion. So können sich Folgeerkrankungen bilden, die vom Arzt mit Antibiotika behandelt werden müssen.

Rachenabstrich: Die Diagnose von Halsschmerzen

Tut selbst das Schlucken der eigenen Spucke weh, kann es möglich sein, dass sich zusätzlich zur Erkältung Bakterien den Weg in den Rachen gebahnt haben. Die Frage, welche Erreger die Halsschmerzen verursachen ist deshalb bedeutsam, weil dem Arzt im Falle einer bakteriellen Infektion mehr Medikamente bei der Behandlung zur Verfügung stehen.

Sollten Sie starke Halsschmerzen oder heftige Schluckbeschwerden haben, ist es deswegen sinnvoll herauszufinden, ob Viren oder Bakterien der Grund hierfür sind. Dazu kann der Arzt einen Rachenabstrich durchführen:

  • Der Mund wird weit geöffnet, der Arzt drückt die Zunge mit einem Mundspatel herab.
  • Mit einem Wattetupfer streicht der Arzt über die entzündeten Stellen.
  • Die Probe wird steril verpackt und in einem Labor untersucht.

Das Ergebnis eines Rachenabstrichs liegt meist innerhalb von 48, spätestens 72 Stunden, vor und zeigt eindeutig, ob die Halsschmerzen erkältungsbedingt sind oder ob eine ernstere Infektion besteht.

Halsschmerzen und Husten: Anzeichen für eine Erkältung

Der Rachenabstrich bringt Klarheit über die Ursache der Halsschmerzen. Manche Ärzte verzichten darauf, wenn der Patient hustet und zusätzlich über Durchfall oder Bindehautentzündungen klagt, da diese Symptome auf einen (Erkältungs-) Virus schließen lassen.

Komplikationen bei Erkältungen: Starke Halsschmerzen

Halsschmerzen gehören zu den typischen Begleiterscheinungen einer Erkältung. Treten sie zusammen mit Schnupfen, Husten und leichtem Fieber auf und bessern sich nach drei bis vier Tagen, sind sie zwar unangenehm, aber harmlos. Kommen allerdings Komplikationen durch Zusatzinfektionen hinzu, können Halsschmerzen auf Folgeerkrankungen hinweisen, etwa:

  • Mandelentzündung (Angina tonsillaris): geringe bis heftige Halsschmerzen, deutliche Schluckbeschwerden bis hin zur Nahrungsverweigerung, hohes Fieber und meist kein Husten
  • Pfeiffer’sches Drüsenfieber: mäßiges bis hohes, lang andauerndes Fieber, beeinträchtigtes Allgemeinbefinden, möglicherweise Durchfall und Beläge auf den Mandeln
  • Echte Grippe: leichte Halsschmerzen, hohes, plötzliches Fieber, schlechtes Allgemeinbefinden, Gliederschmerzen
  • Stimmband- oder Kehlkopfentzündung (Laryngitis): Heiserkeit bis zu Stimmverlust, rauer Husten, möglicherweise erhöhte Temperatur
  • Scharlach (vor allem bei Kindern zwischen vier und sieben Jahren): roter Rachen, Schluckbeschwerden, geschwollene Mandeln, weißer Belag auf der Zunge, Ausschlag in Achseln und Leisten
  • Kehldeckelentzündung (Epiglottitis): heftige Halsschmerzen, hohes Fieber, deutliche Schluckbeschwerden, kloßige Sprache, Atemgeräusche bis zur Atemnot

Hegen Sie den Verdacht, dass sich aus Ihrem grippalen Infekt eine Folgeerkrankung entwickelt hat, sollten Sie sich in ärztliche Behandlung begeben. Dieser kann mithilfe eines Rachenabstrichs und anderer Untersuchungen eine geeignete Therapie festlegen.

Checkliste: Wann zum Arzt bei Halsschmerzen?

  • bei Halsschmerzen, die über sieben Tage lang anhalten
  • bei starken Schluckbeschwerden
  • bei Atemnot oder Atembeschwerden
  • bei anhaltendem Fieber
  • wenn die Zunge eine tiefrote Farbe annimmt
  • bei starker Heiserkeit bis zu Stimmverlust
  • bei stark geschwollenen Lymphknoten seitlich am Hals
  • bei einseitigen Halsschmerzen
  • wenn Gähnen schmerzt

 

 

Halsschmerzen bei Erkältung behandeln

Akute Halsschmerzen bei einer Erkältung sind meist nach drei Tagen am stärksten ausgeprägt und klingen in der Regel nach spätestens einer Woche wieder ab. Gegen Halsschmerzen gibt es in Apotheken und Drogerien eine Reihe von Medikamenten, die die Schmerzen lindern:

  • Medikamente mit den Wirkstoffen Benzocain, Lidocain oder Ambroxol betäuben den Schmerz in der Rachenschleimhaut. Es gibt sie beispielsweise als Sprays für die Mundhöhle.
  • Reizlindernde Mittel kleiden die Schleimhäute aus, bilden eine Schutzschicht und lindern so das Kratzen im Hals. Eingesetzt werden oft pflanzliche Wirkstoffe, zum Beispiel Eibisch, Isländisch Moos oder Primelwurzel.
  • Tabletten mit Aluminiumsalzen wirken abschwellend und zusammenziehend.

Kostenschonend und sanft können Sie Ihrem Hals etwas Gutes tun, indem Sie ausreichend Flüssigkeit (täglich wenigstens zwei Liter) zu sich nehmen. Salbei- oder Eichenrindentee ist besonders gut geeignet und kann auch zum Gurgeln eingesetzt werden.

Unser Tipp: Gurgeln mit Cystussud

Schwere Halsschmerzen bei einer Erkältung können Sie behandeln, indem Sie täglich mindestens 4-mal für 90 Sekunden mit Cystussud gurgeln. Die Gerbstoffe der griechischen Heilpflanze wirken entzündungshemmend und stabilisieren die Schleimhäute. Fragen Sie in der Apotheke nach einem Mittel mit dem Inhaltsstoff Cystus.

Weitere Hausmittel gegen Halsschmerzen: Halswickel mit kleingeschnittenen, erwärmten Zwiebeln (mehrfach täglich) oder Magerquark (möglichst am Hals lassen, bis die Masse trocken ist) wirken wohltuend bei Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Sorgen Sie außerdem dafür, dass Ihr Hals immer warm bleibt und tragen Sie beim Schlafen einen leichten Schal. Solange der Hals schmerzt, sollten Sie sich möglichst aufs Zuhören verlegen. Häufiges Sprechen reizt den Hals und verzögert die Heilung.