Hausmittel bei Erkältung: Ausschwitzen, Wadenwickel und Co.

Wenn Sie die Nase so richtig voll haben und mit Ihrer Erkältung am liebsten nur noch im Bett bleiben wollen, greifen Sie doch zu den guten alten Hausmitteln! Diese mögen Ihnen vielleicht antiquiert vorkommen – doch haben sich Hausmittel wie Ausschwitzen, Wadenwickel oder Erkältungsbäder seit Generationen bewährt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Kunst der heimischen Helfer wieder neu entdecken können.

Aus Omas Trickkiste: Altbekannte Hausmittel gegen Erkältung im Überblick

Eine Erkältung kennt jeder – und wer krank ist, bekommt stets viele Tipps, die schon den Großeltern geholfen haben sollen. Diese Hausmittel sind am gängigsten:

Kurz erklärt: Die Erkältung

Die Nase ist zu, der Hals kratzt und ständig dieser Husten – die meisten können wohl ein Lied davon singen, denn eine Erkältung (grippaler Infekt) erwischt wohl jeden einmal. Zwei bis vier Infektionen pro Jahr sind für einen Erwachsenen sogar normal. Ausgelöst werden diese durch Viren, die es sich auf den Schleimhäuten der Atemwege gemütlich machen. Haben sie sich dort eingenistet, rufen sie eine Störung hervor und es kommt zu Entzündungen. Die Folge: der Körper wehrt sich.

Die Abwehrreaktionen zeigen sich durch bekannte Symptome:  

  • Schnupfen
  • Husten
  • Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • leichtes Fieber

Da die Vermehrung der Viren nicht anders, zum Beispiel durch Antibiotika, gestoppt werden kann, sollten Sie das Immunsystem bei seiner Arbeit unterstützen. Bei Erkältungen können Sie hierfür auf altbekannte Hausmittel zurückgreifen.

Bei Erkältungen nicht zum Arzt?

Normalerweise können Sie eine Erkältung problemlos selbst behandeln, indem Sie Ihren Körper bei seinem Kampf gegen die Viren helfen. Treten aber zusätzlich Beschwerden wie hohes Fieber, eitriges Nasensekret, gelbgrüner Schleim, Atembeschwerden oder trockener Husten auf, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Es könnte beispielsweise eine virale oder bakterielle Zweitinfektion vorliegen.

Ruhe, Entspannung und Wärme

Wer eine Erkältung hat, sollte einen Gang zurückschalten und seinem Körper Ruhe gönnen. Nur so kann sich das Immunsystem ganz auf die Virenabwehr konzentrieren. Dabei ist das richtige Maß entscheidend, zu viel Liegen ist auch nicht gut. Wen die Symptome es zulassen, sollte daher leichten körperlichen Aktivitäten nachgehen. Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft reicht meist schon aus, um den Stoffwechsel anzuregen. Wichtig dabei: sich warm einpacken!

Zurück in den eigenen vier Wänden ist auf eine angenehm warme Raumtemperatur zu achten. Falls nötig, heizen Sie Ihre Wohnung ein, ziehen Sie sich warm an oder legen Sie sich gut zugedeckt ins Bett.

Aber auch zu Hause ist regelmäßig für frische Luft zu sorgen: In den kalten Jahreszeiten ist mindestens fünf bis zehn Minuten Stoßlüften angesagt, wenigstens dreimal am Tag. Durch das Lüften kann eine zu trockene Raumluft verhindert werden. Denn diese sorgt für ein Austrocknen der Nasen- und Lungenschleimhäute, die in der Folge rissig und für Infekte anfälliger werden. Um eine gut befeuchtete Schleimhaut zu gewährleisten, können Sie zusätzlich Luftbefeuchter anbringen oder eine Schüssel mit Wasser auf die Heizung stellen.

Tees und Heilkräuter

Schon unsere kräuterkundigen Vorfahren haben es vorgemacht und fleißig Heilkräuter und Tees verwendet. Denn wer unter Schnupfen, Husten und Co. leidet, sollte viel trinken – das gleicht den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen aus und unterstützt den vermehrten Schleimabtransport. Bestimmte Kräuter haben außerdem einen wohltuenden Effekt auf die Beschwerden. Am einfachsten können Sie die Kräuter in Form von Tees genießen.

Die wichtigsten Heilkräuter zur Linderung typischer Erkältungserkrankungen:

Heilkräuter

Wirkung und Anwendung

Hagebutte

Das enthaltene Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte und sorgt bei Fieber für Erfrischung. Schmeckt leicht gesüßt als Tee auch Kindern.

Holunder- und Lindenblüten

Holunder- sowie Lindenblüte sind vor allem als Schwitztee bei fieberhaften Erkältungskrankheiten im Einsatz. Zudem aktivieren sie die Abwehrkräfte.

Kamillenblüten

Das Anwendungsgebiet der Kamille umfasst unter anderem die Linderung gereizter Mund- und Rachenschleimhaut sowie der oberen Atemwege.

Anis und Fenchel

Gerade bei Husten haben sich beide bewährt: Gerne werden beide Kräuter kombiniert, wobei Fenchel eine größere Wirkung als auswurfförderndes Hustenmittel zuzuschreiben ist.

Eibisch

Als Hausmittel finden die Eibischblätter, gekocht mit Honig, vor allem bei Husten Anwendung. Gelegentlich wird auch die unzubereitete Wurzel bei Halsschmerzen gekaut.

Thymian

Das ätherische Öl im Thymian wirkt krampflösend und desinfizierend. Das Anwendungsgebiet ist unter anderem krampfartiger Husten und Bronchitis.

Inhalationen mit Ölen, Tees oder Kräutern

Bei Husten, verstopfter Nase und Vereiterung der Nasennebenhöhlen können Inhalationen wohltuend sein. Allerdings sollten Sie keine aromatisierten Öle wie Vanille, Zimt, Apfel oder ähnliches verwenden, greifen Sie bei Inhalationen stattdessen auf ätherische Öle oder Kräuter zurück.

  1. Füllen Sie eine große Schüssel mit fast kochendem Wasser und fügen Sie ein für das Inhalieren geeignetes Öl, Heilkräuter oder Tee hinzu. Achten Sie darauf, dass die Zutaten zum Inhalieren benutzt werden können. Kamillentee, Anis, Fenchel, Eukalyptus und Thymian eignen sich besonders gut.
  2. Halten Sie Ihren Kopf über die Schüssel und legen Sie ein mittelgroßes Handtuch wie ein Zelt über Kopf und Schüssel, sodass die Dämpfe nicht entweichen können, Sie aber noch eine erträgliche Temperatur empfinden.
  3. Atmen Sie die heißen Dämpfe für etwa 10 bis 15 Minuten durch Nase oder Mund ein.

Achten Sie nach der Anwendung darauf, nicht in kalte Luft oder Zugluft zu geraten, damit Ihr erhitzter Kopf langsam abkühlen kann.

Wickel warm oder kalt

Wickel haben sich als Hausmittel bei vielen Krankheitsbildern bewährt, auch bei Erkältungen. Sie sind einfach anzuwenden und verschaffen in der Regel effektiv Linderung bei Schnupfen, Halsschmerzen, Husten und Fieber. Während kalte Wickel abschwellend sowie schmerzlindernd wirken und gegen hohes Fieber und Entzündungen eingesetzt werden, haben warme Wickel hingegen eine durchblutungsfördernde Wirkung. Dadurch werden die Abwehrkräfte mobilisiert und Krankheitskeime schneller vernichtet. Sie können bei erkältungsbedingten Beschwerden wie Schnupfen und Halsschmerzen helfen.

Für einen Wickel benötigen Sie:

  • Leinen- oder Baumwolltuch
  • Wickelzusatz (zum Beispiel Quark)
  • warmes Handtuch zum Abdecken

Im Allgemeinen füllen Sie ein Leinen- oder Baumwolltuch mit dem Wickelzusatz und legen den Wickel über den betreffenden Körperteil. Mit einem warmen Handtuch decken Sie den Wickel ab und lassen alles ein bis zwei Stunden wirken. Decken Sie sich in dieser Zeit gut zu und entspannen Sie sich.

Je nach Art Ihrer Beschwerden sollten Sie unterschiedliche Wickelzusätze verwenden und verschiedene Stellen damit behandeln. Die folgende Tabelle informiert Sie darüber, welche Wickel bei welchen Beschwerden angebracht sind:

Wickel

Anwendung

Anleitung

Quark-Wickel

  • Erkältung allgemein
  • Heiserkeit
  • Halsschmerzen
  • Bronchitis

Ein Umschlag mit kaltem Quark locker um den Hals gelegt, hilft bei Heiserkeit oder Halsschmerzen.

Dem gegenüber findet körperwarmer Quark auf der Brust Anwendung, um die Schleimstoffe in der Lunge zu verflüssigen und so das Abhusten zu erleichtern.

Kartoffel-Wickel

  • Halsschmerzen
  • Verspannungen

Kartoffeln speichern wunderbar Wärme und geben diese über einen längeren Zeitraum an den Körper ab. Kochen Sie einige Kartoffeln mit Schale und zerdrücken Sie diese nach dem Kochen grob. Die entstehende Masse wird in ein Tuch gewickelt und bei Halsschmerzen locker um den Hals gelegt.

Zitrusfrüchte-Wickel

  • Schnupfen
  • Husten
  • Bronchitis

Zitrusfrüchte wie Zitronen, Limetten und Orangen beinhalten atemanregende und entzündungshemmende Inhaltsstoffe. So kann ein heißer Wickel aus frischen Schalen oder getrockneten Früchten auf die Brust gelegt werden, um die Atemwege zu befreien.

Zwiebel-Wickel

  • Husten
  • Bronchitis

Zwiebeln enthalten Inhaltsstoffe, die entzündungshemmend, wundheilend und bakterientötend wirken. Warm-heiße Wickel eignen sich besonders als Brustauflage bei Husten mit starker Schleimbildung und als Unterstützung bei Bronchialinfekten.

Wadenwickel

  • Fieber
  • Entzündungen

Den Wickel mit kaltem Wasser befeuchten und locker für etwa 20 bis 30 Minuten um die Waden legen.

Erkältungsbad: Die Erkältung ausschwitzen

Eine Erkältung einfach ausschwitzen – ein hilfreiches Mittel für Körper und Immunsystem, um einer Infektion und ihren unangenehmen Begleiterscheinungen zu begegnen. Besonders bei gerade erst einsetzender Erkältung hat sich eine Schwitzkur bewährt, die durch ein Erkältungsbad begonnen werden sollte.

Füllen Sie Ihre Badewanne dazu mit angenehm warmem Wasser (zwischen 32° und 38° Celsius) und geben Sie einen Badewasserzusatz hinein. Wichtig ist bei einem Erkältungsbad, dass Sie nach etwa 10 bis 15 Minuten die Wanne wieder verlassen und sich warm einpacken. Zum Ausschwitzen der Erkältung legen Sie sich für mindestens zwei Stunden ins Bett.

Welches Öl wann?

Ist die Nase verstopft oder leiden Sie unter Atembeschwerden können Sie beispielsweise auf Zitronen-, Eukalyptus-, oder Fenchelöl zurückgreifen. Bei Schnupfen, Husten sowie Kopfschmerzen wird oftmals auf Minze wie Pfefferminzöl oder japanisches Heilpflanzenöl gesetzt. Und wer unter Halsschmerzen oder Heiserkeit leidet, kann Salbei und Thymian ausprobieren.

Zwiebel-Hustensaft

Besonders lästig, aber notwendig, ist Husten. Mit der natürlichen Abwehrreaktion versucht der Körper, die Atemwege von Fremdkörpern wie Staub, aber auch von Schleim und Krankheitserregern zu befreien. Bei einer Erkältung tritt Husten oft erst am Ende auf, meist in Form von trockenem Reizhusten. Ein bewährtes Hausmittel ist dann Hustensaft. Dabei muss es kein Präparat aus der Apotheke sein, mit recht einfachen Mitteln können Sie selbst Hustensaft zubereiten.

  1. Schneiden Sie eine Zwiebel in feine Würfel.
  2. Geben Sie diese anschließend in ein verschließbares Gefäß und füllen Sie so viel kaltes Wasser ein, bis die Zwiebeln leicht schwimmen. Fügen Sie anschließend 4 bis 6 Esslöffel Zucker oder Honig hinzu. Vermengen Sie die Zutaten.
  3. Lassen Sie den Sud für ein paar Stunden oder besser noch über Nacht stehen.

Der Hustensaft kann mehrmals am Tag löffelweise eingenommen werden. In einem verschließbaren Gefäß hält sich der Zwiebel-Hustensaft drei bis vier Tage.

Honig statt Zucker? In der Volksmedizin wird Honig unter anderem eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Zudem soll er das Immunsystem stärken.

Hühnersuppe

Die Nase läuft, der Hals kratzt – da wusste schon die Oma: Hühnersuppe hilft! Die positive Wirkung des bei Erkältung angewandten Hausmittels ist nun auch wissenschaftlich belegt. Die Suppe ist eine Kombination aus Hühnchen und Gemüse wie Zwiebeln, Karotten und Sellerie. Sie enthält mehrere entzündungshemmende Stoffe, die das Immunsystem bei seiner Arbeit unterstützen.

Tipp: Wem die Hühnersuppe noch nicht entzündungshemmend genug ist, der kocht kleingeschnittenen Ingwer mit.