Mit dem Frösteln fängt alles an: Eine Erkältung naht

Eine Frau mit Erkältung schnäuzt sich.
Husten, Schnupfen und Heiserkeit sind belastend: Eine Erkältung setzt Sie zunächst außer Gefecht.

Ob auf dem Weg ins Büro oder beim abendlichen Entspannungsprogramm auf dem Sofa – das Gefühl, zu frösteln, ist meist das erste Anzeichen einer Erkältung. Vom Frösteln leitet sich auch der Name „Erkältung“ ab, denn nasskaltes Wetter ist nicht unbedingt die Ursache einer Erkältung. Die Erkrankung wird durch Viren verursacht, die in unseren Körper eindringen und ihn schwächen. Meist ist eine Erkältung innerhalb einer Woche wieder verschwunden. Antibiotika helfen zwar nicht – die Symptome lassen sich aber gut mit Hausmitteln und freiverkäuflichen Medikamenten lindern. Alles Wissenswerte zum Thema Erkältung haben wir für Sie hier zusammengestellt.

Auf einen Blick: Die Symptome einer Erkältung

  • Zu Beginn: Halsschmerzen, Schnupfen, das Gefühl einer verstopften Nase und Niesanfälle
  • Im weiteren Verlauf: Kopf- und Gliederschmerzen, womöglich erhöhte Temperatur, Appetitlosigkeit und Mattigkeitsgefühl
  • Gegen Ende: Husten

Die Ursachen einer Erkältung

Erkältungen führen die Hitliste der häufigsten Erkrankungen weltweit an. Kinder leiden bis zu zwölf Mal im Jahr an einer Erkältung, während es Erwachsene bis zu vier Mal im Jahr erwischt. Falls Sie öfter erkältet sind, sollten Sie dies mit Ihrem Hausarzt besprechen, denn dann kann Ihr Immunsystem geschwächt sein. Erkältungen im Sommer sind zwar seltener, kommen aber auch vor. Eine Erkältung wird zwar oft als banal bezeichnet, sie ist aber eine komplexe Atemwegserkrankung, bei der meist mehrere Symptome gleichzeitig auftreten.

Als Ursache einer Erkältung spielen Viren eine Rolle, die über Mund und Nase in den Körper eindringen und Schnupfen und Co. verursachen. Es gibt über 200 verschiedene Viren, die eine Erkältung auslösen können. Zu den wichtigsten Gruppen gehören:

  • Rhinoviren (verursachen 40 Prozent aller Erkältungen)
  • Coronaviren (für 10 bis 25 Prozent der Erkältungen verantwortlich)
  • Humanes Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV) (in 10 bis 15 Prozent der Fälle Schuld an einer Erkältung)

Zwei Mal Virus und doch ganz anders: Grippe und Erkältung

Eine Erkältung heißt auch grippaler Infekt, da die Krankheit wie bei der echten Grippe (Influenza) von Viren ausgelöst wird. Bei einer Grippe attackiert jedoch nur eine Virusart (das aggressive Influenzavirus) den Körper und das Krankheitsgefühl ist stärker ausgeprägt. Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um eine Erkältung oder Grippe handelt, sollten Sie den Arztbesuch nicht scheuen.

 

Egal welche Art von Virus für Ihre Erkältung verantwortlich ist, Antibiotika helfen nicht, da sie nur Bakterien bekämpfen! Als Medikamente gegen eine Erkältung sind sie deswegen nicht geeignet.

Woher kommt die Erkältung und was passiert im Körper?

Die krankheitsauslösenden Viren sind wahre Überlebenskünstler! Sie werden von infizierten Personen beim Husten oder Niesen ausgestoßen und befinden sich dann auf Gegenständen oder in der Luft, wo sie von anderen Personen aufgenommen werden. Man unterscheidet deswegen zwei Wege der Ansteckung:

  • Tröpfcheninfektion
  • Kontaktinfektion

Die Tröpfcheninfektion ist die direkteste Variante der Ansteckung. Hierbei werden die Viren vom Erkrankten in der Luft verteilt und von anderen Menschen direkt eingeatmet – dies kommt besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei Situationen mit engem Körperkontakt vor. Bei der Kontaktinfektion nehmen die Viren den Umweg über die Hände des Erkrankten oder Gegenstände wie Türklinken: Auf ihnen befinden sich unzählige Tröpfchen mit Erkältungsviren.

Der Ansteckung vorbeugen: Hände waschen und Abstand halten

Auf Materialien wie Edelstahl oder Plastik können Viren circa drei Stunden lang ansteckend bleiben! Zur Vorbeugung einer Erkältung sollten Sie sich deshalb häufig die Hände waschen, Gegenstände wie Türklinken regelmäßig reinigen und die Nähe zu Erkrankten meiden.

 

Sind die Viren einmal in unseren Atemwegen, fällt es schwer, sie wieder loszuwerden. Denn bei einer Erkältung passiert Folgendes im Körper:

  • Der Virus befällt Zellen der Hals- und Nasenschleimhaut: Die Schleimhautzellen können ihren normalen Funktionen nicht mehr nachgehen, da der Virus sie zur Vermehrung nutzt. In diesem Stadium bleibt die Erkältung oft noch unbemerkt!
  • Unser Immunsystem reagiert und schickt Lymphozyten. Diese Abwehrzellen gelangen über das Blut an die Schleimhäute, weshalb diese anschwellen. Die Folge: Die Nase ist „verstopft“.
  • Das Immunsystem bekämpft die Erreger mit spezifischen Abwehrstoffen. Dafür braucht es Energie! Erhöhte Temperatur kann die Folge sein.
  • Abbau der toten Viren: Spezielle Blutzellen (Phagozyten) zerstören die gestoppten Viren.

Diese Entwicklungsstufen einer Erkältung dauern normalerweise rund eine Woche, bei schweren Fällen auch zehn Tage. Nach einer Erkältung ist der Körper eine gewisse Zeit gegen den auslösenden Virus geschützt.

Symptome und Begleiterkrankungen einer Erkältung

Am Anfang der Erkältung steht oft das Gefühl, zu frösteln, verbunden mit einer allgemeinen Mattigkeit. Sobald das Immunsystem die krankheitsauslösenden Viren bekämpft (etwa zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung), zeigen sich erste Symptome in Nase und Rachen: Die Nase läuft, der Patient klagt über Halsschmerzen. Durch die anschwellenden Schleimhäute fällt das Schlucken und Atmen schwer. Eventuell können auch Kopfschmerzen und erhöhte Temperatur auftreten.

Erkältungssymptome kennen

Husten, Schnupfen und Heiserkeit gehören zu den häufigen Anzeichen einer Erkältung. Welche Begleitsymptome sind noch typisch? Erfahren Sie mehr!

 

Je nachdem, wie fit das Immunsystem ist, kann sich die Erkältung ausbreiten und weitere Probleme verursachen, beispielsweise:

  • Bronchitis: Entzünden sich nicht nur die oberen Luftwege, sondern auch die Schleimhäute der Bronchien, kommt es zu einer akuten Bronchitis mit Husten.
  • Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung): Bei einer Sinusitis sind die Nasennebenhöhlen verstopft und das Nasensekret kann nicht abfließen. Typisch sind ein unangenehmes Druckgefühl über den Nebenhöhlen sowie Kopfschmerz.
  • Mittelohrentzündung (Otitis media): Besonders bei Kindern können die Schleimhäute im Mittelohr anschwellen. Eine Entzündung an dieser Stelle verursacht Ohrenschmerzen, manchmal auch Fieber.
  • Kehlkopfentzündung (Laryngitis): Husten und starke Heiserkeit deuten auf eine Kehlkopfentzündung hin.
  • Mandelentzündung (Angina tonsillaris): Bei starken Schluckbeschwerden, Fieber und angeschwollenen Lymphknoten besteht der Verdacht auf eine Mandelentzündung.

Diese Folgeerkrankungen können für den Betroffenen sehr belastend sein und sollten deswegen von einem Arzt untersucht werden. Manchmal werden diese auch von Bakterien verursacht. Die Behandlungsmöglichkeiten sind dann vielfältiger.

Wann zum Arzt bei einer Erkältung?

Dauert eine Erkältung länger als eine Woche oder kommt hohes Fieber (über 39 Grad) hinzu, sollten Sie sich in ärztliche Behandlung begeben. Bei Kindern genügen bereits wenige Tage mit erhöhter Temperatur als Anlass für einen Arztbesuch. Auch wenn Sie den Verdacht haben, dass sich aus Ihrer Erkältung eine Folgeerkrankung wie eine Mittelohrentzündung entwickelt hat, sollten Sie zum Arzt gehen. Dieser wird Sie körperlich untersuchen und eventuell einen Abstrich der Schleimhäute im Rachen zum Ausschluss einer bakteriellen Infektion durchführen. Schwangere mit einer Erkältung sollten sicherheitshalber auch einen Arzt aufsuchen.

Kommt bei der ärztlichen Untersuchung heraus, dass eine sogenannte Zweitinfektion durch Bakterien vorliegt, kann der Arzt Ihnen eventuell ein Antibiotikum verschreiben. Diese Therapie darf allerdings nur nach einer sorgfältigen Diagnose angewandt werden, da sich sonst Resistenzen bei den Bakterien bilden können.

Die Behandlung einer Erkältung

Bis heute gibt es keine Möglichkeit, die Ursachen eines grippalen Infekts zu behandeln. Verschiedene Medikamente wie abschwellende Nasensprays können die Symptome einer Erkältung lindern. Allerdings dürfen diese nicht zu lang verwendet werden, da sie abhängig machen können. Hustenlöser mit pflanzlichen Wirkstoffen (zum Beispiel auf Efeu- oder Thymianbasis) können dabei helfen, den festsitzenden Schleim zu lösen und das Einschlafen zu erleichtern.

Vieles haben Sie selbst in der Hand: Am Wichtigsten ist Ruhe und körperliche Schonung. Gönnen Sie Ihrem Körper bei einer Erkältung einige Tage Pause, damit Ihr Immunsystem die Erkältungsviren bekämpfen kann. Zusätzlich beeinflussen folgende Maßnahmen die Erkrankung positiv:

  • Sorgen Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit in den Räumen: Trocknen Sie beispielsweise Ihre Wäsche in der Wohnung oder stellen Sie Wasserschüsseln auf die Heizung.
  • Inhalieren Sie Wasserdampf mit Kamille: Übergießen Sie für dieses Hausmittel hierfür eine Handvoll Kamillenblüten in einer Schüssel mit heißem Wasser und beugen Sie Ihren Kopf darüber. Legen Sie ein Handtuch über Kopf sowie Schultern und atmen Sie ruhig ein und aus.
  • Trinken Sie reichlich (circa zwei Liter pro Tag): Kräuter- oder Früchtetees sind gut für die Schleimhäute. Bei Reizungen im Hals kann auch Salbeitee helfen.
  • Nehmen Sie keinen Alkohol zu sich und vermeiden Sie das Rauchen.
  • Sanftes Yoga kann positive Energien freisetzen und die Erkältung lindern.
  • Die Erkältung ausschwitzen: Verrühren Sie den Saft einer Zitrone mit Wasser und etwas Honig und trinken Sie die Mischung sehr warm.

Bei einer Erkältung sollten Sie zudem auf Sport und Saunabesuche verzichten, da diese den geschwächten Körper zusätzlich belasten. Im Extremfall kann es sogar zu einer Herzbeutelentzündung kommen. Sind die Symptome der Erkältung verschwunden, sollten Sie noch einige Tage warten, bevor sie wieder mit sportlicher Aktivität beginnen.