Erektionsstörung: Ursachen und Risikofaktoren

Eine Erektionsstörung kann verschiedenste Ursachen haben. Denn eine Erektion ist ein komplexer Prozess, der die Zusammenarbeit von Blutgefäßen, Nervensystem, Hormonen und Muskeln erfordert. Störungen können also an verschiedensten Stellen im System auftreten. Dabei können die Ursachen sowohl körperlicher als auch psychischer Natur sein. Welche genau das sind, erfahren Sie hier.

Erektionsstörung: Körperliche Ursachen

Während bei jüngeren Männern eher psychische Ursachen überwiegen, steigt dagegen bei fortschreitendem Alter der Anteil körperlicher Ursachen signifikant an. Ab einem Alter von 50 Jahren liegt dem Erektionsproblem Schätzungen zufolge, bei 80 Prozent eine körperliche Ursache zugrunde. Dies ist ein natürlicher Prozess durch altersbedingte körperliche Veränderungen.

Körperliche Gründe können unter anderem ein gestörter Blutfluss, Schädigungen des Schwellkörpergewebes, Störungen des Hormonhaushalts oder des Nervensystems sein. Bei folgenden Krankheiten können Erektionsstörungen als Komplikation auftreten:

Neurologische Erkrankungen

  • multiple Sklerose
  • Parkinson
  • Schlaganfall
  • Tumoren oder Verletzungen des Rückenmarks

Endokrine (hormonell-bedingte) Erkrankungen

  • Diabetes mellitus
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse
  • Mangel an männlichen Geschlechtshormonen (Androgenmangel)
  • Unterfunktion der Hirnanhangdrüse (Hypopituitarismus)
  • Unterfunktion der Keimdrüsen (Hypogonadismus)
  • Erhöhung des Hormons Prolaktin (Hyperprolaktinämie)

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Koronare Herzkrankheit
  • Schlaganfall
  • Trauma
  • periphere Gefäßerkrankung
  • Bluthochdruck (Hypertonie)

Verschiedenes

  • chronische Niereninsuffizienz
  • rheumatoide Arthritis und Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen)
  • Übergewicht
  • Verletzungen und Operationen im kleinen Becken, beispielsweise bei einem Leistenbruch oder Darmkrebs
  • Verletzungen der Wirbelsäule oder des Rückenmarks, beispielsweise Bandscheibenvorfälle, Querschnittslähmungen

Ein hoher Konsum von Nikotin, Alkohol und anderen Drogen kann ebenfalls Erektionsprobleme verursachen. Entweder schädigen diese Stoffe direkt die Blutgefäße oder beeinträchtigen indirekt die Produktion von Testosteron. Eine Umstellung des Lebenswandelns ist daher häufig ein wichtiger Schritt in Richtung gesteigerter Potenz.

Auch einige Arzneimittel können als Nebenwirkung sexuelle Funktionsstörungen hervorrufen, dazu gehören beispielsweise Mittel gegen Bluthochdruck, Magengeschwüre, psychische Erkrankungen, Antiepileptika oder Neuroleptika.

Erektionsprobleme: Psychische Ursachen

Die männliche Psyche spielt bei der Entwicklung einer Erektionsstörung ebenfalls eine Rolle. Dabei lösen sexuelle Reize nicht die erforderlichen Reaktionen im Nervensystem aus. Mediziner gehen davon aus, dass in bis zu 30 Prozent der Fälle psychische Ursachen zu Erektionsproblemen führen können.

Zu den psychischen Ursachen gehören

  • beruflicher oder familiärer Stress,
  • Leistungsdruck,
  • Depressionen,
  • Versagensängste und Hemmungen,
  • traumatisch sexuelle Erfahrungen,
  • Persönlichkeitskonflikte, beispielsweise ungeklärte sexuelle Orientierung oder
  • Probleme in der Partnerschaft, beispielsweise unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse.

Da in unserer Gesellschaft Potenz gleichbedeutend mit Männlichkeit ist, kann auch eine rein körperlich verursachte Erektionsstörung psychische Probleme nach sich ziehen, beispielsweise durch Versagensängste oder Depressionen. Auf diese Weise entsteht möglicherweise ein Teufelskreis, da Angst und Stress eine Erektion verhindern können. Körperliche und psychische Ursachen können somit durchaus nebeneinander auftreten – und erschweren so häufig die Ursachenforschung der Erektionsstörung.

Erektionsstörung: Die Anzeichen

Die Erektionsstörung – auch Impotenz oder Erektile Dysfunktion genannt – ist der Alptraum vieler Männer. Sie äußert sich dadurch, dass sich der Penis nicht mehr ausreichend versteift oder zu früh wieder schlaff wird. Ein befriedigender Sex ist so oft nicht möglich, obwohl die Lust (Libido) weiter vorhanden sein kann. Neben den Erektionsstörungen können auch andere Probleme der Sexualfunktion auftreten, zum Beispiel ein vorzeitiger Samenerguss, ein verzögerter Samenerguss oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Die Vorstellung, dass das beste Stück mitten im Liebesspiel nicht mehr will, ist für die meisten Männer schwer erträglich. Doch Erektionsstörungen hat jeder Mann einmal – und mit zunehmenden Jahren können sie öfters auftreten. Erst, wenn ein Mann innerhalb von sechs Monaten bei etwa 70 Prozent der versuchten Geschlechtsverkehre erfolglos bleibt, weil er keine ausreichende Erektion erzielt oder aufrechterhalten kann, sprechen Ärzte von einer Erektilen Dysfunktion.

Keine falsche Scheu: Ab wann zum Arzt?

Dauern die Erektionsprobleme über mehrere Wochen an, ist es ratsam, einen Arzt (Urologen oder Andrologen) aufzusuchen. Nur so kann die Ursache ermittelt und beispielsweise körperliche Erkrankungen wie Diabetes ausgeschlossen werden. Für die Diagnose steht daher in der Regel zunächst eine Untersuchung von Penis und Hoden an. Im weiteren Ablauf wird der Arzt den Blutdruck und Puls messen, Blut und Urin untersuchen sowie eine Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße des Penis in ruhigem sowie erektilem Zustand vornehmen. Ist die Ursache des Erektionsproblems bekannt, kann der Arzt eine entsprechende Behandlung einleiten: von Medikamentengabe über psychologische Beratungen bis hin zu operativen Eingriffen.

Ganz allgemein gilt: Die Chancen auf Heilung der Erektionsstörung sind umso größer, je früher eine Diagnose gestellt und eine passende Behandlung begonnen wurde. Daher ist es wichtig, dass Männer offen über ihre Probleme sprechen – sei es nun mit der Partnerin, dem Arzt oder in einer Beratungsstelle.

Fazit

Eine Erektionsstörung kommt bei jedem Mann einmal vor – erst, wenn diese länger anhält, sprechen Mediziner von einer Erektilen Dysfunktion. Die Ursache für diese sind sehr unterschiedlich, sie können sowohl körperlicher als auch psychischer Natur sein, und sollten mit einem Arzt geklärt werden. Männer sollten sich vor diesem Schritt nicht scheuen, da eine frühzeitig eingeleitete Behandlung – abhängig von der Ursache – die Chancen auf Heilung erhöht.