Hausmittel gegen Erektionsstörungen im Vergleich

Wer dauerhaft oder vorübergehend an Erektionsproblemen leidet, sehnt sich nach schneller und gleichzeitig sanfter Hilfe: Hausmittel scheinen eine einfache Alternative zu sein, sind sie doch fix zur Hand und kostengünstig. Doch kann ein komplexes Problem wie die Erektile Dysfunktion wirklich mit Hausmitteln gegen Erektionsstörungen behoben werden? Wir erklären Ihnen die (angebliche) Wirkung von Spargel und Co. und verraten Ihnen, was sich wirklich auszuprobieren lohnt.

Aphrodisierende Hausmittel gegen Erektionsprobleme

Ganze Kochbücher gibt es, die im Titel das Wort „aphrodisierend“ enthalten. Der Begriff leitet sich von der griechischen Liebes-Göttin Aphrodite ab und wird für tierische, pflanzliche oder mineralische Mittel gebraucht, die die sexuelle Lust steigern und die Funktion der Sexualorgane verbessern sollen. Im Internet kursieren vor allem Tipps zu aphrodisierenden Lebensmitteln als Hausmittel gegen Erektionsstörungen. Diese sollen wegen

  • ihres Geschmacks,
  • ihres Geruchs,
  • ihres Aussehens oder
  • spezieller Inhaltsstoffe

für eine Belebung der Manneskraft sorgen. Besonders aus Asien oder Indien stammende Lebensmittel und Gewürze haben teilweise eine lange Tradition als luststeigerndes Hausmittel gegen Erektionsstörungen. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass in diesen Kulturen Sexualität und Erotik schon immer offener thematisiert wurden, als hierzulande. Was hat es mit diesen Lebensmitteln wie Safran auf sich?

Häufig gefälscht: Zauber-Gewürz Safran

Die getrockneten Samen-Stempel aus den Blüten des Safran-Krokus gelten als fernöstliches Hausmittel gegen Erektionsprobleme. Das Gewürz enthält Crocin, einen intensiv gelben Farbstoff, der das Betrachten von Safran zu einem Fest für die Augen werden lässt. Außerdem wird dem Duftstoff Safranal eine lustfördernde Wirkung zugewiesen.

In wissenschaftlichen Studien konnte allerdings kein aphrodisierender Effekt der beiden Stoffe nachgewiesen werden. Dass Safran als Hausmittel gegen Erektionsprobleme gilt, ist vermutlich seiner Kostbarkeit geschuldet. Safran ist so teuer, dass es häufig gefälscht und mit billigen Färberdisteln vermischt wird. Als Hausmittel gegen Erektionsstörungen taugt Safran auch deswegen nicht, weil die meisten Betroffenen gar nicht an einer verminderten Libido leiden, sondern an Symptomen von Erektionsstörungen im engeren Sinne. Und Vorsicht: Bei zu hoher Dosierung wirkt Safran einschläfernd.

Überbewertet als Hausmittel bei Erektionsstörung: Sellerie und Spargel

Warum ausgerechnet Sellerie und Spargel als heimische Aphrodisiaka gelten, stellt Wissenschaftler vor Rätsel. Angeblich ist die im Sellerie enthaltene Substanz Butylphthalid für die potenzsteigernde Wirkung verantwortlich. Butylphthalid hat zwar eine leicht beruhigende Wirkung, was für entspannten Sex nicht unerheblich sein dürfte. Bei Erektionsproblemen auf Sellerie zu setzen, dürfte dennoch nicht zum gewünschten Erfolg führen, da die Ursachen der Erektilen Dysfunktion nicht behoben werden.

Beim Spargel ist es hingegen die eiweißerzeugende Aminosäure Asparagin, die den Testosteronspiegel ankurbeln soll. Aber auch für die angeblich testosteronsteigernde Wirkung des Spargels gibt es bislang keine wissenschaftlichen Belege.

Bei Überdosierung gefährlich: Muskatnuss

Auch, dass Muskatnuss die Manneskraft wiederherstellt, ist ein weitverbreiteter Tipp: Das enthaltene ätherische Öl namens Myristicin soll sexuell stimulierend wirken und einen rauschähnlichen Zustand herbeiführen, der Hemmungen abbaut.

In den üblichen Mengen, in denen Muskatnuss verzehrt wird (unter vier Gramm), bewirkt Muskatnuss allerdings keinen erkennbaren Rausch oder eine Potenzsteigerung. Um einen Rauschzustand herbeizuführen, müsste man(n) sehr viel Muskatnuss zu sich nehmen. Das Problem: Große Mengen an Muskatnuss lösen Brechreiz aus und führen zu gefährlichen Vergiftungserscheinungen.

Fazit:

Angeblich aphrodisierende Nahrungsmittel haben meist keine nachgewiesene Wirkung auf die Ursachen von Erektionsstörungen, da fehlende Lust häufig gar nicht das Problem ist. Männer mit Erektionsproblemen wollen meistens, können aber nicht. Und noch etwas kommt hinzu: Es kann sogar sein, dass Hersteller die Nahrungsmittel verunreinigen, ohne dies anzugeben. Wer zu viel davon zu sich nimmt, kann demnach seinem Körper sogar schaden.

Mit Hausmitteln gegen Erektionsprobleme die Durchblutung fördern?

Neben luststeigernden Lebensmitteln ist bei Erektionsproblemen häufig auch die Rede von durchblutungsfördernden Hausmitteln. Diese sollen den Blutfluss zum Penis verbessern und deshalb eine härtere Erektion bewirken. Eine gute Durchblutung der Venen und Arterien im Penis ist tatsächlich essentiell, da sich die Erektion hauptsächlich durch einen kurzfristigen Einstrom von sehr viel Blut (das 20- bis 40-fache im Vergleich zum Normalzustand) aufbaut. Welche Hausmittel sollen durchblutungsfördernd bei Erektionsproblemen wirken und was taugen diese?

Exotisch: Tee aus Yohimbe-Rinde

Die Rinde des afrikanischen Yohimbe-Baums gilt in der afrikanischen Volksmedizin als beliebtes potenzsteigerndes Hausmittel. Der Rinden-Extrakt enthält Yohimbin, einen Wirkstoff, der einerseits die Arterien im Genitalbereich erweitern, andererseits die Venen im Penis verengen soll. Ersteres ist wichtig für die Entstehung der Erektion, letzteres, um eine vorzeitige Erschlaffung zu verhindern. 

Yohimbin ist in verschiedenen rezeptpflichtigen Medikamenten enthalten. Als Hausmittel gegen Erektionsstörungen können Sie in der Apotheke einen freiverkäuflichen Tee aus der Rinde kaufen. Für den Wirkstoff Yohimbin gibt es Nachweise über seine potenzsteigernde Wirkung. Diese erektionsfördernde Wirkung kann allerdings nicht auf den freiverkäuflichen Tee übertragen werden, da dieser zu wenig Yohimbin enthält. Außerdem treten häufig Nebenwirkungen wie Zittern, Herzrasen oder Unruhe auf.

Gefahr von minderer Qualität: Der chinesische Raupenpilz

Beim Hüten der Yak- und Schafherden im tibetischen Hochland entdeckten Hirten vor über 500 Jahren den Speisepilz Cordyceps Sinensis, besser bekannt als chinesischer Raupenpilz. Dieser Pilz befällt Raupen und wächst keulenförmig etwa zwei-, selten viermal so lang wie die befallene Raupe. Mittlerweile wird er extra angebaut und in Kapsel- oder Teeform als „leistungssteigerndes und durchblutungsförderndes“ Nahrungsergänzungsmittel vertrieben.

Der Pilz enthält gesunde Inhaltsstoffe, darunter Vitamin B1, B2, B12, E und K sowie Mineralstoffe wie Eisen, Kupfer, Zink und Selen. Dadurch soll er unter anderem der Entstehung von Ablagerungen in den Blutgefäßen vorbeugen, die bei Arteriosklerose eine Rolle spielen. Allerdings: Um Arteriosklerose als Ursache für Erektionsstörungen zu behandeln, ist der Pilz nicht geeignet, da er allenfalls ein gesundes Nahrungsmittel ist. Außerdem ist der Markt an Nahrungsergänzungsmitteln sehr unübersichtlich: Die Qualität des Pilz-Extrakts kann schwer überprüft werden, manchmal werden zur Streckung auch unbekannte Stoffe beigemischt. 

Vorbeugend gegen Durchblutungsstörungen: Das morgendliche Dusch-Ritual

Wechselduschen sind als Hausmittel nicht nur gegen Erektionsstörungen beliebt: Dem Wechsel zwischen kaltem und warmem Wasser wird ein vorbeugender Effekt gegen Erkältungen zugeschrieben. Dieses Dusch-Ritual soll die Blutgefäße im Penis trainieren, sich schnell zu erweitern und wieder zusammenzuziehen: Geben Sie kaltes Wasser in einer bestimmten Reihenfolge über den Körper. Beginnen Sie am rechten Bein, dann das linke Bein, rechter Arm, über Brust und Schulter, linker Arm, Rücken, beide Leisten, dann den Lendenbereich. Trocknen Sie sich danach nicht ab, sondern reiben Sie Ihren Körper mit Sisalschwämmen (Schwämme aus Pflanzenfasern) ab.

Abwechselnde Kälte- und Wärmereize haben nachgewiesenermaßen einen durchblutungsfördernden Effekt und können den Kreislauf in Schwung bringen. Das Dusch-Ritual kann also dabei helfen, die Durchblutung im Penis anzukurbeln und so eine Stütze für andere Therapiemaßnahmen sein.

Fazit:

Die durchblutungsfördernde Wirkung von vielen Hausmitteln gegen Erektionsstörungen ist zu gering, um das Problem der Erektilen Dysfunktion allein zu bekämpfen. Auch sind es zumeist nicht Durchblutungsstörungen allein, die für die Flaute im Bett verantwortlich sind. Bei Einkäufen exotischer Mittel über das Internet müssen Betroffene außerdem mit minderer Qualität rechnen.