Pneumokokken-Impfung - das müssen Sie jetzt wissen

Pneumokokken sind häufige Auslöser einer gefährlichen Lungenentzündung. Experten haben jetzt die Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung geändert.
Von Franka Dietz

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind häufige Auslöser einer bakteriellen Lungenentzündung. Die Erreger aus der Familie der Streptokokken sind weltweit verbreitet. Die Übertragung der Bakterien erfolgt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Husten, Sprechen oder Niesen. Pneumokokken verursachen schwere Erkrankungen wie Hirnhaut-, Lungen- oder Mittelohrentzündungen. Pneumokokken sind zwar mit Antibiotika behandelbar. Allerdings nehmen Resistenzen zu, so dass die Medikamente schlechter anschlagen. Der Impfschutz wird daher immer wichtiger. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat jetzt ihre Impfempfehlungen überarbeitet und aktualisiert. Änderungen gibt es bei der Pneumokokken-Impfung für Senioren und anderen Risikogruppen.

Pneumokokken – lebensgefährliche Erreger

Pneumokokken sind Bakterien, die in Europa als Hauptursache von Lungenentzündungen gelten. Bei zwei bis zehn Prozent der Erkrankten verläuft die Erkrankung tödlich, bei etwa 15 Prozent entstehen bleibende Folgeschäden. Die STIKO schätzt, dass jedes Jahr mehr als 5.000 Menschen in Deutschland an den Folgen einer Pneumokokken-Infektion sterben. Besonders gefährdet sind Kinder unter zwei Jahren, Menschen ab 60 Jahren sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit bestimmten Grundkrankheiten. Dazu zählen Personen mit einer Immunschwäche oder mit chronischen Herz- und Lungenkrankheiten.

Impfkalender 2016 als PDF

Der Impfkalender für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene gibt einen schnelle Überblick über die empfohlenen Impfungen. Außerdem: der Impfkalender in 20 Sprachen - von Albanisch bis Vietnamesisch.

Pneumokokken-Impfung- welcher Impfstoff für wen?

Derzeit gibt es zwei Impfstoffe gegen Pneumokokken für Erwachsene: einen Polysaccharid-Impfstoff mit dem Kürzel PPSV23 und einen Konjugat-Impfstoff namens PCV13. Die STIKO empfiehlt auch weiterhin für alle Personen ab dem Alter von 60 Jahren eine einmalige, alleinige Impfung mit PPSV23. Denn dieser Impfstoff hat gegenüber PCV13 den Vorteil, dass es vor einem deutlich breiteren Spektrum (nämlich 23 statt 13) der insgesamt über 90 Pneumokokken-Typen schützt.

Nur für Personen mit einer Immunschwäche und einige wenige weitere Risikogruppen ist eine zusätzliche Impfung mit PCV13 sinnvoll. Zu den Risikogruppen gehören unter anderem folgende Personen:

  • deren Immunsystem geschwächt ist, zum Beispiel aufgrund einer HIV-Infektion oder Organtransplantation
  • die an Diabetes, chronischen Erkrankungen von Herz, Lunge, Leber, Nieren oder des Nervensystems leiden
  • denen die Milz entfernt wurde oder die von Geburt an keine Milz haben
  • die an Krankheiten der Milz oder des Knochenmarks leiden
  • die an Sichelzellanämie oder anderen Erkrankungen leiden, welche die roten Blutkörperchen betreffen

Bei angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder Nierenkrankheiten ist eventuelle eine erneute Impfung nach fünf Jahren empfehlenswert. Für Kinder unter zwei Jahren gilt weiterhin die Empfehlung der routinemäßigen Impfung mit PCV13, weil sie nach Impfung mit PPSV23 keine ausreichende Immunantwort entwickeln (siehe Impfkalender des RKI)

Impfen gegen Pneumokokken – begrenzte Lust

Die Impflaune der Bundesbürger scheint allerdings begrenzt zu sein: Bislang sind nur 31 Prozent der Senioren zwischen 65 und 79 Jahren gegen Pneumokokken geimpft. Das zeigen Daten der Deutschen Erwachsenengesundheitsstudie DEGS des Robert Koch-Instituts. Die Pneumokokken-Impfung kann beim gleichen Impftermin durchgeführt werden wie die Grippe-Impfung, die ebenfalls für Ältere und für chronisch Kranke aller Altersstufen ratsam ist.

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