Kuscheltiere - Schadstoffe im Teddy

Plüschtiere liegen bei vielen Kindern unter dem Tannenbaum. Doch zwei Drittel der Kuscheltiere sind mit Schadstoffen belastet, warnt die Stiftung Wartentest.
Von Ingrid Müller

Kuscheltiere sind oft die besten Freunde kleiner Kinder. Kaum jemand kommt ihnen so nah wie der Teddy, der Plüschhase oder der Kuschelaffe. Es wird geknabbert, geherzt, gedrückt und an ihm gezerrt. Der flauschige Freund tröstet in traurigen Stunden oder hilft beim Einschlafen. Doch jetzt fand die Stiftung Warentest Erschreckendes: Nur wenige Plüschtiere eignen sich zum Kuscheln und Schmusen.

Zerreißprobe für Kuscheltiere

Von 30 getesteten Teddys, Katzen und Mäusen waren nur acht Tiere empfehlenswert. Beim Rest platzten die Nähte zu schnell auf oder der Plüsch, das Etikett oder die Mähne enthielten gefährliche Schadstoffe. Das größte Problem waren krebserzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK.

Die Warentester unterzogen die Plüschtiere einer Reihe von Belastungstests im Labor. Kontrolliert wurde beispielsweise, wie gut es ein Kuscheltier verkraftet, wenn an seinen Armen und Beinen gerupft und gezerrt wird. In den Kinderzimmern ist das normal. Drei Plüschtiere wehrten sich nicht lange: das Fantasietier Pegasus Cerise von Karstadt, Drache Kuno von Käthe Kruse und Hoppi Schlenker-Hase von Steiff. Ihre Nähte rissen in dieser Standardprüfung an Armen, Ohren oder Füßen so weit auf, dass Kinder die Füllung mit den Fingern herausnehmen und in den Mund stecken könnten.

Schadstoffe in den Plüschtüren

Der Drache Kuno und Pegasus Cerise schnitten nicht nur bei der Zerreißprobe schlecht ab, sondern sie enthielten kritische Mengen an gesundheitsgefährdenden Substanzen – wie 19 weitere Kuscheltiere im Test. Besonders fatal sei, dass die Schadstoffe nicht zu sehen und selten zu riechen seien, so die Tester. Nur im Labor seien sie nachweisbar.

In den Füßen des Felsenpinguins von Kösen steckte Formaldehyd - eine Substanz, die Krebs erzeugen kann. In den Flügeln des Drachens Kuno wiederum war eine Kunststofffolie integriert, die mit einem Schadstoff belastet ist, der seit Jahren in Spielzeug verboten ist: Diethylhexylphthalat (DEHP). Die Substanz kann die Fortpflanzungsfähigkeit gefährden. Für das in der Nase des Tedi-Teddybären gefundene Diisobutylphthalat (DIBP) gilt das ebenfalls.

Viel PAK im Plüsch

Der Plüsch vieler getesteter Schmusetiere war mit PAK belastet. 19 der 30 Produkte – also mehr als 60 Prozent – enthielten kritische Mengen dieser Stoffgruppe. PAK können über verunreinigte Weichmacheröle oder Farbstoffmischungen ins Spielzeug gelangen. Plüschtiere trifft es häufig. Schon im Test aus dem Jahr 2010 waren 13 von 15 Plüschtieren damit belastet. Gebessert habe sich also nicht viel, kritisieren die Tester. Die meisten aktuell betroffenen Produkte sind mit dem krebserzeugenden PAK "Chrysen" verunreinigt oder mit dem früher in Mottenkugeln verwendeten PAK "Naphthalin". Er steht unter Verdacht, Krebs zu erzeugen.

Waschen der Kuscheltiere bringt nichts

Einfach auswaschen lassen sich diese PAK nicht. Das haben die Tester geprüft und den Plüsch von vier unterschiedlichen mit Chrysen oder Naphthalin belasteten Stofftieren in der Maschine bei 30 Grad gewaschen – jedes Tier dreimal je 30 Minuten lang. Der Gehalt an Chrysen oder Naphthalin veränderte sich durch die Waschprozedur kaum.

So gefährlich sind PAK in Plüschtieren

Krebserzeugende PAK sind nicht akut giftig, sondern  wirken langfristig im Körper. Kinder können sie über den Mund und die Haut aufnehmen, während sie mit den flauschigen Tieren schusen und spielen. Die EU hat für acht krebserzeugende PAK Grenzwerte festgelegt: Ab 27. Dezember 2015 dürfen Spielzeugteile aus Gummi oder Kunststoff höchstens 0,5 Milligramm pro Kilogramm enthalten. Bei 8 der 13 mit Chrysen belasteten Stofftieren fand die Stiftung Wartentest in einzelnen Proben mehr als 0,5 Milligramm pro Kilogramm dieser Substanz.

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