Reizdarm - das steckt dahinter

Ein Reizdarmsyndrom ist zwar ungefährlich, kann aber ziemlich belastend und schmerzhaft sein - alles über Symptome, Ursachen und Therapien bei Reizdarm.
Von Ingrid Müller
Reizdarmsyndrom: Bauchschmerzen und Krämpfe als Symptome
Reizdarmsyndrom: Bauchschmerzen und Krämpfe als Symptome
Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Reizdarm?
Was sind die Ursachen des Reizdarms?
Was sind die Reizdarm-Symptome?
Welche Behandlungen gibt es bei Reizdarm?
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Bildergalerie: Laktoseintoleranz - 7 laktosearme Lebensmittel
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Was ist ein Reizdarm?

Ein Reizdarm zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Menschen mit einem Reizdarm leiden unter Darmbeschwerden, für die sich keine organische Ursache finden lässt. Andere Namen für den Reizdarm sind nervöser Darm, Reizkolon, Reizdarmsyndrom (RDS), Colon irritable oder englisch irritable bowel syndrom (IBS).

Typisch für einen Reizdarm sind Bauchmerzen, Durchfall oder Verstopfung und Blähungen. In Deutschland leiden bis zu zwölf Millionen Menschen unter einem Reizdarm, schätzen Mediziner – darunter sind mehr Frauen als Männer. Meist tritt das Reizdarmsyndrom zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr auf. Nicht alle Menschen leiden unter schweren Reizdarm-Symptome. Manche haben nur gelegentlich Beschwerden, zum Beispiel wenn sie verreisen, Stress haben oder sich anders ernähren als sonst.

Ein Reizdarm ist nicht gefährlich. Allerdings können heftige Reizdarmbeschwerden den Alltag und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Manche Betroffene machen einen großen Bogen um bestimmte Lebensmittel oder verzichten ganz auf Restaurantbesuche.

Reizdarm – Ursachen

Die Ursachen des Reizdarms sind noch nicht vollständig geklärt. Nachgewiesen ist, dass bei Patienten mit Reizdarm die Darmbewegungen gestört sind und die Darmschleimhaut gegenüber mechanischen oder chemischen Reizen besonders empfindlich ist. Betroffen ist meist der Dickdarm, die Symptome können aber auch den ganzen Magen-Darm-Trakt betreffen.

Manche Reizdarm-Patienten scheinen im Darm eine niedrigere Schmerzschwelle zu besitzen – so reagieren sie empfindlicher auf Schmerzen. Ein Reizdarm tritt außerdem vermehr bei Personen auf,  die eine Darminfektion hatten. Auch lassen sich bei manchen Patienten  mehr Bakterien im Dünndarm nachweisen. Eine erbliche Veranlagung könnte ebenfalls eine Rolle spielen.

Auch psychische Faktoren wie Stress, Belastungen, Nervosität, Ängste und Sorgen wirken sich ganz allgemein auf die Verdauung aus und können ein Reizdarmsyndrom begünstigen. Zudem scheinen die Ernährung und Lebensmittelunverträglichkeiten, etwa eine Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglicheit, eine Rolle zu spielen. Nicht bewiesen ist, dass Alkohol, Nikotin oder eine Ernährung mit wenigen Ballaststoffen das Reizdarmsyndrom auslösen können. Auch Pilze als Verursacher sind nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

Reizdarm-Symptome

Die Reizdarm-Symptome können von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein. Zu beachten ist, dass die Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können. Sie sollten auf jeden Fall einen Arzt zur Abklärung aufsuchen. Folgende Symptome können auf einen Reizdarm hindeuten:

Ähnliche Symptome können beispielsweise auch bei folgenden Krankheiten auftreten:

Reizdarm-Behandlung – was hilft?

Die Reizdarm-Therapie hängt davon ab, welche Symptome in welcher Ausprägung vorliegen.

Ernährung: Bei milden Symptome genügt manchmal schon einer Ernährungsberatung. Außerdem können Patienten in einem Ernährungstagebuch notieren, was sie wann gegessen haben. So kommen sie Lebensmitteln besser auf die Spur, die sie nicht vertragen. Unverträglich sind oft blähendes Kohlgemüse (z.B. Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl), Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch. Aber auch Kaffee oder scharfe Gewürze (z.B. Pfeffer, Chili) können den Magen-Darmtrakt reizen.

Psychotherapie und Entspannung: Manchen Patienten mit Reizdarm helfen psychotherapeutische Maßnahmen wie eine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie helfen. Auch Maßnahmen zur Konflikt- und Stressbewältigung (Stress spielt eine Rolle als Reizdarm-Auslöser!) sind hilfreich. Gut sind auch Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Auch Hypnose kann die Reizdarmbeschwerden lindern.

Medikamente: Für die Reizdarm-Therapie gibt es einige Medikamente – hier sollten Sie sich aber zuerst mit Ihrem Arzt besprechen.

  • Bei Bauchschmerzen sind krampflösende Mittel wie Butylscopolamin, Nifedipin, Mebeverin oder Pfefferminzöl wirksam.
  • Bei Blähungen helfen Anis, Kümmel und Fenchel (z.B. als Tee). Sie beruhigen den Darm außerdem.
  • Gegen Durchfall helfen Antidiarrhoika, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Loperamid oder Cromoglicinsäure.
  • Ballaststoff-Präparate wie Mittel aus Flohsamen.
  • Probiotika bringen die Darmflora ins Gleichgewicht.
  • Bei Verstopfung werden Laxantien eingesetzt, etwa Laktulose oder Bisacodyl.
  • Bei schweren und lang andauernden Beschwerden werden auch niedrig dosierte Antidepressiva eingesetzt. Der Hintergrund: Sehr häufig gegen die Reizdarm-Symptome mit depressiven Verstimmungen und Ängsten einher.

Ein Reizdarm lässt sich zwar nicht heilen, aber mit den verschiedenen Therapiesäulen gut in den Griff bekommen. Patienten mit Reizdarmsyndrom sollten ausprobieren, was Ihnen wirklich hilft.

 

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