Yoga hilft der Psyche

Yoga ist nicht nur gut gegen Schmerzen und Herz-Kreislauf-Probleme, sondern hilft auch Menschen mit psychischen Störungen.
Von Sabine Haas

Inhaltsverzeichnis
Yoga - die Basics
Die richtige Atemtechnik bei Yoga
Yoga für Einsteiger
Yoga - der Profikurs
Yoga für Fortgeschrittene
13 Entspannungsübungen bei Yoga
Yoga für die Konzentration

Yoga ist beliebt und weit verbreitet in Deutschland. Es gilt als beliebte Freizeitaktivität, die kostengünstig ist und kaum Risiken und Nebenwirkungen birgt. Dass Yoga bei Schmerzen und Herz-Kreislauf-Problemen helfen kann, ist gut belegt. Doch jetzt wiesen Jenaer Psychologen nach, dass Yoga auch bei psychischen Störungen wie einer Depression oder Schizophrenie hilft.

Wie gut ist Yoga für die Psyche?

In einer Metaanalyse werteten die Forscher 25 Studien zur Wirksamkeit von körperorientiertem Yoga bei psychischen Störungen aus. „Wesentlich für die Auswahl war, dass die Untersuchungen Gruppen mit und ohne Yoga gegenüberstellten und die Aufteilung der Studienteilnehmer in diese Gruppen zufällig erfolgte. Das Yoga musste explizit als Hatha-Yoga bezeichnet sein bzw. Atem- und Körperübungen umfassen“, erklärt die Studienleiterin Dr. Jenny Rosendahl vom Uniklinikum Jena. Insgesamt waren mehr als 1300 Probanden in die Studien eingeschlossen, die zum Grotßteil in den USA und Indien durchgeführt worden waren. Sie litten unter verschiedenen psychischen, etwa Schizophrenien und Depressionen, aber auch bei Substanzabhängigkeiten, Angst- und anderen Störungen. Alle Probanden absolvierten Yoga-Übungen – immer in Gruppen und unter Anleitung eines Yoga-Lehrers.

„Meist erfolgte das Yoga-Training ergänzend zu einer medikamentösen Behandlung, die teilweise auch von anderen therapeutischen Maßnahmen begleitet wurde“, sagt Rosendahl. Manche Studien nutzten aber auch Yoga als alleinige Therapie. Die Kontrollgruppen bekamen meist keine zusätzliche Behandlung, in einigen Studien wurde das Yoga mit Sport, Aufmerksamkeitskontrolle oder Psychotherapie verglichen.

Yoga hilft bei Depressionen und Co

„Insgesamt zeigte sich ein signifikanter Effekt von Yoga, was die Linderung der Symptome der betrachteten Störungen anbetrifft“, so Rosendahl. Allerdings seien die Studieneffekte sehr unterschiedlich gewesen. Im Vergleich mit Sport oder Aufmerksamkeitskontrolle erwies sich Yoga als leicht effektiver. Als Ergänzung zu einer medikamentösen Behandlung war Yoga etwa genauso wirksam wie eine psychotherapeutische Standardbehandlung.

Das Fazit der Psychologen: Mit Atem- und Körperübungen als zentrale Bestandteile sei diese Form von Yoga ein vielversprechender ergänzender Ansatz in der Behandlung psychischer Störungen.

Yoga als Therapieergänzung

Ambulant und stationär behandelte Probanden profitierten weniger vom Yoga als Studienteilnehmer, die sich gerade nicht in Behandlung befanden. Auch die Schwere der Störung könnte also eine Rolle spielen, vermuten die Forscher. „Körperorientiertes Yoga sollte als ergänzende Behandlungsmöglichkeit bei psychischen Störungen in Betracht gezogen werden“, so Jenny Rosendahl. Es könne Symptome reduzieren und das Wohlbefinden und die Lebensqualität verbessern. Um die spezifischen Effekte von Yoga besser bewerten zu können, sind aber weitere Studien notwendig.