Osteoporose - das steckt dahinter

Bei Osteoporose schwindet die Knochenmasse schleichend. Alles über Ursachen, Symptome und Therapien bei Knochenschwund.
Von Ingrid Müller

Inhaltsverzeichnis
Was ist Osteoporose?
Wie entsteht eine Osteoporose?
Was sind die Ursachen der Osteoporose?
Osteoporose - Symptome erkennen
Osteoporose erkennen - so geht der Arzt vor
Osteoporose-Therapie -  Knochenschwund behandeln
Wie stehen die Heilungschancen bei Osteoporose?
Bildergalerie: Osteoporose vorbeugen - 6 Tipps für fitte Knochen
Osteoporose-Ernährung - die besten Rezepte

Was ist Osteoporose?

Bei Menschen mit einer Osteoporose (Knochenschwund) wird die Knochenmasse nach und nach abgebaut. Auch die feine Struktur (Mirkoarchitektur) des Knochens verändert sich. Die Knochen werden instabil, porös und brüchig. Damit besteht eine erhöhte Gefahr von Knochenbrüchen – vor allem an den Wirbelkörpern, dem hüftnahen Oberschenkel und dem Unterarm. Oft brechen die Knochen bei der geringsten mechanischen Einwirkung oder ohne jeglichen Anlass.

Die Osteoporose entwickelt sich vor allem bei Menschen in höherem Lebensalter. Seltener sind auch Jüngere betroffen. Osteoporose bekommen deutlich mehr Frauen als Männer. In Deutschland leiden etwa 7,8 Millionen Menschen an Osteoporose - 6,5 Millionen Frauen und 1,3 Millionen Männer. Das entspricht 26 Prozent der Bevölkerung über 50 Jahren. Bis zu fünf Prozent der Osteoporose-Patienten erleiden jedes Jahr einen Knochenbruch. Da die Menschen immer älter werden, gehen Mediziner davon aus, dass in zehn Jahren knapp 40 Prozent der Bevölkerung über 50 Jahren unter einer Osteoporose leidet.

Wie entsteht eine Osteoporose?

Der Knochen ist keine starre Substanz, sondern ein lebendes Gewebe, das sich in ständigen, Auf-, Ab- und Umbauprozessen befindet.  Die wichtigsten Typen von Zellen sind die Osteoblasten, welche den Knochen aufbauen, und die Osteoklasten, die für den Abbau sorgen. Bis zum 30. Lebensjahr wird Knochenmasse aufgebaut, ab etwa dem vierten Lebensjahrzehnt überwiegen die Abbauprozesse. Die Aktivität der beiden Knochenzelltypen wird durch Botenstoffe reguliert. Ein Beispiel sind die Sexualhormone wie Östrogene und Androgene (vor allem Testosteron, männliches Sexualhormon). Sie kurbeln die Aktivität der „guten“ Osteoblasten an. Weitere wichtige Hormone für den Knochenstoffwechsel sind Vitamin D und Calcitonin. Mediziner sprechen erst dann von einer Osteoporose, wenn eine deutliche Schieflage zugunsten des Knochenabbaus eingetreten ist.

Was sind die Ursachen der Osteoporose?

Mediziner unterscheiden die primäre Osteoporose, bei der die Ursache im Knochen selbst liegt, und die sekundäre Osteoporose. Hier sind andere Krankheiten oder Medikamente die Auslöser des Knochenschwundes.

Es gibt unterschiedliche Faktoren, welche das Risiko für eine Osteoporose erhöhen. Manche sind beeinflussbar, andere nicht.

Alter

Die wichtigste Ursache der Osteoporose ist das Alter. Der Knochenschwund tritt in höherem Lebensalter häufiger auf. Bei Kindern und Jugendlichen überwiegen noch die Prozesse des Knochenaufbaus. Junge Erwachsene erreichen die höchste Knochendichte.

Hormone

Die Sexualhormone schützen die Knochen. Nach der Menopause sinkt der Östrogenspiegel bei Frauen kontinuierlich und die Knochen sind weniger gut geschützt. Dies ist auch der Grund, warum Frauen nach den Wechseljahren bei stetig sinkendem Östrogenspiegel häufiger an Osteoporose erkranken – der hormonelle Knochenschutz fällt langsam weg. Auch bei Männern setzt dieser Prozess ein, aber langsamer und weniger ausgeprägt.

Geschlecht

Frauen entwickeln deutlich häufiger Osteoporose als Männer. Sie sind etwas fünfmal häufiger betroffen als Männer, was am plötzlichen Versiegen der Östrogenproduktion nach den Wechseljahren liegt.

Genetische Faktoren

In manchen Familien kommen Knochenbrüche gehäuft vor. Damit liegt es nahe, dass auch die Gene beteiligt sein könnten.

Ernährung

Auch eine Ernährungsweise, die arm an Kalzium und Vitamin D ist, kann Osteoporose fördern. Daneben kann ein übermäßiger Alkoholkonsum sowie das Rauchen die Knochen porös werden lassen.

Fettleibigkeit (Adipositas)

Wer unter extremem Übergewicht (Fettleibigkeit, Adipositas) leidet, bewegt sich automatisch weniger. Die Folge kann eine sogenannte Inaktivitätsosteoporose sein. Außerdem haben sie aufgrund der geringen Muskelleistung ein erhöhtes Risiko zu stürzen, wenn sie außer Balance geraten.

Extremes Untergewicht

Osteoporose-fördernd ist auch das Gegenteil der Adipositas. Untergewichtige Menschen haben meist zu niedrige Hormonspiegel und neigen zu Osteoporose. Bei Essstörungen wie Magersucht (Anorexia nervosa) und Ess-Brech-Sucht (Bulimie) kommt es zu schweren Störungen im Hormonhaushalt. Unter anderem produziert der Körper zu wenige Sexualhormone wie Östrogen. Die Knochendichte sinkt und so können schon junge Frauen Osteoporose bekommen.

Bewegungsmangel

Positiv auf den Knochenaufbau wirken sich Bewegung und Sport aus. Die Muskeln werden trainiert und die Knochen aufgrund der Zugkräfte gestärkt. Aber viele Menschen sitzen zu viel und bewegen sich zu wenig. Dabei hilft schon Bewegung im Alltag wie etwa Treppensteigen oder ein Spaziergang.

Krankheiten

Bestimmte Krankheiten stehen in Zusammenhang mit der Entstehung von Osteoporose. Dazu zählen beispielsweise:

Medikamente

Eine Langzeittherapie mit Kortison etwa kann zu Osteoporose führen. Das Gleiche gilt auch für Epilepsiemedikamente (Antiepileptika) sowie bestimmte Krebsmedikamente bei Brustkrebs und Prostatakrebs.

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Wie stehen die Heilungschancen bei Osteoporose?

Eine Osteoporose ist nicht heilbar, aber der Verlauf der Knochenerkrankung lässt sich aufhalten sowie das Risiko von Folgeschäden minimieren, etwa von Knochenbrüchen. Wichtig ist allerdings die frühzeitige und richtige Osteoporose-Therapie, die unter anderem aus Medikamenten, einem Bewegungstraining sowie der psychologischen Schmerzbewältigung besteht. Osteoporose-Patienten haben eine normale Lebenserwartung. Ohne Osteoporose-Therapie schreitet die Krankheit allerdings schneller fort und kann Alltag und Lebensqualität entscheidend beeinträchtigen. Bewegungseinschränkungen, Schmerzen,  Knochenbrüche und Invalidität können die Folgen sein.

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