Kopfläuse – Tipps und Hilfe

Kopfläuse sind vor allem für Kinder ein unangenehmes Problem. Die Parasiten krabbeln blitzschnell von Kopf zu Kopf. Welche Mittel helfen gegen die lästigen Parasiten?
Von Ingrid Müller

Kopfläuse sind lichtscheu, flink und sehr hartnäckig. Die Blutsauger krallen sich am Haar fest und wer sich einmal Kopfläuse eingefangen hat, wird sie nur schwer wieder los. Besonders betroffen sind Kinder zwischen drei und zehn Jahren. Kopfläuse ernähren sich von Blut, sie krabbeln blitzschnell von Kopf zu Kopf. Deshalb breiten sie sich vor allem in Kindergärten oder Grundschulen aus, wo Kinder ihre Köpfe zusammenstecken.

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein flügelloses Insekt, das ausgewachsen zwei bis drei Millimeter misst – das entspricht der Größe eines Sesamkorns. Kopfläuse verursachen einen quälenden Juckreiz. Er entsteht, weil Kopfläuse mit ihren Mundwerkzeugen in die Kopfhaut bohren. Kopfläuse sind übrigens keine Frage von mangelnder Hygiene – sie mögen sogar frisch gewaschenes Haar lieber. Doch welche Mittel helfen, die Kopfläuse wieder loszuwerden?

Plasma-Kamm gegen Kopfläuse

Forscher des Fraunhofer Instituts in Göttingen entwickelten jetzt einen Kamm, der Kopfläuse mithilfe von Plasma schmerzfrei und zuverlässig abtötet – ohne den Einsatz chemischer Stoffe.
Der Trick: Im Gehäuse des batteriebetriebenen Kopfläuse-Kamms befindet sich ein Hochspannungserzeuger, der über verschiedene physikalische Prozesse dafür sorgt, dass zwischen den Zinken des Kamms kaltes Plasma ansteht. Das Plasma tötet die Läuse sowie die Nissen ab, beschädigt jedoch nicht das Haar und die Kopfhaut. Dies bewiesen Wirksamkeits- und Sicherheitstests. „Bereits nach einmaligem Durchkämmen sind die Hälfte der flügellosen Insekten tot. Innerhalb eines Tages ist man die Quälgeister los“, sagt Prof. Wolfgang Viöl, Leiter des Anwendungszentrums für Plasma und Photonik. Der Plasmakamm wurde bereits in verschiedenen Kinderarztpraxen eingesetzt und lässt sich wie ein normaler Kamm verwenden.
Den Läusekamm wollen die Forscher jetzt als kosmetisches Produkt zunächst in Kleinserie auf den Markt bringen.

Chemische Mittel gegen Kopfläuse

Normalerweise rücken Eltern den Kopfläusen ihrer Kinder mit chemischen Mitteln zu Leibe. Shampoos, Lotionen, Sprays oder Gels enthalten chemische Wirkstoffe, welche den Parasiten den Garaus machen. Beispiele solcher Wirkstoffe sind:

  • Allethrin, Permethrin, Pyrethroide und Pyrethrum (aus Chrysanthemen), die auf die Nerven der Tiere abzielen.
  • Wirksam ist auch Dimeticon, eine ölige Lösung auf Silikonbasis. Die Substanz dringt in die Atemwege ein und erstickt die Kopfläuse vermutlich.
  • Ebenfalls zugelassen ist inzwischen ein Mittel auf der Basis von Kokosöl.
  • Insektizidhaltige Arzneimittel sind heute nicht mehr die erste Wahl zur Behandlung von Kopfläusen.

Nach dem Waschen werden die chemischen Wirkstoffe in das noch leicht feuchte Haar einmassiert. Viele Eltern scheuen sich aber, die Köpfe ihrer Kinder mit chemischen Arzneimitteln zu behandeln. Mache Wirksubstanzen sind für Kleinkinder und Säuglinge schädlich. Zudem können Läuse und Läuseeier (Nissen) resistent gegen die Wirkstoffe werden.

Kopfläuse mit Nissenkamm bekämpfen

Ein bewährtes Mittel im Kampf gegen die Kopfläuse ist der Nissenkamm. Nach der Haarwäsche mit Mitteln, welche die Kopfläuse abtöten, werden die Haare mit einem  Nissenkamm ausgekämmt. Der Nachteil: Bei der Behandlung werden zwar die Läuse abgetötet, nicht aber ihre Eier – die Nissen. Die Behandlung muss daher nach einer Woche wiederholt werden. Die Prozedur ist für Kinder langwierig, unangenehm und manchmal schmerzhaft.

Allgemein gilt: Bei Kopfläusen sollten Eltern schnell handeln und auch die Schule oder den Kindergarten informieren. Sonst breiten sich die Parasiten immer weiter aus.

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