Adipositas (Fettleibigkeit)

Die Adipositas nimmt weltweit zu. Sie ist ein ernsthaftes Gesundheitsproblem. Alles über Ursachen, Risiken, Therapien und Folgen der Fettleibigkeit.
Von Ingrid Müller

Inhaltsverzeichnis
Bildergalerie: Adipositas - 6 dicke Fakten
Was ist Adipositas?
Wie häufig ist Adipositas?
Was sind die Ursachen von Adipositas?
Wie wird Adipositas diagnostiziert?
Wie erfolgt die Adipositas-Behandlung?
Was sind die Folgen der Adipositas?
Wie kann man Adipositas vorbeugen?
Body-Mass-Index-Rechner
Optimalgewichts-Rechner

Was ist Adipositas?

Adipositas ist eine chronische Krankheit, die immer mehr Menschen weltweit trifft. Ärzte bezeichnen die Erkrankung auch als Fettleibigkeit oder Fettsucht. Menschen mit Adipositas zeigen eine Vermehrung des Körperfetts, die über das Normalmaß hinausgeht. Vereinfacht kann man sagen, dass adipöse Menschen deutlich mehr Energie aufnehmen als sie zum Beispiel durch Bewegung verbrauchen. So sammelt sich immer mehr Körperfett an. Es gibt aber noch weitere Faktoren, die zur Entwicklung von Adipositas beitragen.

Als Maß zur Bestimmung des Gewichts dient der Body-Mass-Index (BMI). Ab einem BMI von 25 gilt ein Mensch als übergewichtig, ab einem BMI von 30 und aufwärts leidet er unter Adipositas. Der Body-Mass-Index errechnet sich aus dem Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße im Quadrat (kg/m2). Bei einer 80 Kilo schweren und 1,80 Meter großen Person zum Beispiel beträgt der BMI 24,7.  Daneben spielt auch die Fettverteilung eine wichtige Rolle – das Bauchfett gilt heute als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Übergewicht und Adipositas gehen mit einem erhöhten Risiko für andere Krankheiten, eingeschränkter Lebensqualität, hohem Leidensdruck, Störungen des Befindens und einer erhöhten Sterblichkeit einher.

Wie häufig ist Adipositas?

Übergewicht und Adipositas nehmen weltweit zu. Allein in Deutschland sind etwa zwei Drittel der Männer (67 Prozent) und die Hälfte der Frauen (53 Prozent) übergewichtig. Ein Viertel davon, also 23 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen, ist sogar stark übergewichtig (adipös). Mit dem Alter steigt das Vorkommen von Übergewicht und Adipositas.

Aber auch junge Menschen legen immer mehr an Gewicht zu. Ärzte schätzen das 10 bis 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig beziehungsweise adipös sind. Umgerechnet entspricht das 1,4 bis 2,8 Millionen übergewichtigen und rund 700.000 adipösen Kindern und Jugendlichen.

Grafik: Adipositas in Deutschland
Grafik: Adipositas in Deutschland

Was sind die Ursachen von Adipositas?

Die Ursachen der Adipositas liegen in einem Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch. Vereinfacht gesagt: Menschen führen mehr Kalorien zu als sie verbrauchen. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die mit der Entwicklung von Übergewicht und Adipositas verbunden sind. Dazu zählen:

Wie wird Adipositas diagnostiziert?

Am Anfang der Adipositas-Diagnose steht ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient. Wichtig sind vor allem der Lebensstil, das Ernährungsverhalten, vorhandene Krankheiten oder Medikamente, die Sie einnehmen. Aber auch eine körperliche Untersuchung oder die Blutuntersuchung liefern dem Arzt Hinweise auf mögliche Ursachen und Krankheiten.

Als Grundlage für die Diagnose von Übergewicht und Adipositas dient der Body-Mass-Index (BMI). Die Weltgesundheitsorganisation definiert den BMI so:

  • Untergewicht (BMI < 18,5)
  • Normalgewicht (18,5 -24,9)
  • Übergewicht (25,0 -29,9)
  • Adipositas Grad I (30,0-34,9)
  • Adipositas Grad II (35,0–39,9)
  • Adipositas Grad III (≥ 40)

Der Body-Mass-Index errechnet sich aus dem Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße im Quadrat (kg/m2). Neben dem Ausmaß des Übergewichts, welches über den BMI ermittel wird, bestimmt das Fettverteilungsmuster (das Bauchfett) das Risiko für Stoffwechselkrankheiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Bauchfett wird über die Messung des Taillenumfangs bestimmt.

Bei Personen mit BMI ≥ 25 kg/m² sollten Ärzte immer der Taillenumfang messen. Für die abdominale Adipositas gelten folgende Werte:

  • Frauen: Taillenumfang ≥ 88 Zentimetern
  • Männer: Taillenumfang  ≥ 102 Zentimetern

Wie erfolgt die Adipositas-Behandlung?

Alles über die Adipositas Behandlung - von Ernährung, Bewegung, Verhaltenstherapie bis zu Medikamenten und Operation lesen Sie hier >>

Was sind die Folgen der Adipositas?

Die Adipositas erhöht das Risiko für eine ganze Reihe weiterer Erkrankungen Dazu zählen unter anderem:

Aber auch die Psyche leidet unter der Adipositas, der Stigmatisierung und Diskriminierung. Oft werden dicken Menschen Faulheit, Willensschwäche oder Disziplinlosigkeit unterstellt. Im Beruf trauen ihnen viele weniger zu, halten sie für weniger belastbar und schlechter qualifiziert. Depressionen und Angststörungen treten bei Adipositas häufiger auf als in der Normalbevölkerung. Auch das Sterblichkeitsrisiko ist erhöht.

Wie kann man Adipositas vorbeugen?

Durch eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung können Sie sich vor Übergewicht und Adipositas schützen:

  • Konsumieren Sie energiearme Nahrungsmitteln wie Vollkornprodukte, Getreide, Obst, Gemüse und Salat. Dies wirkt der Entstehung von Übergewicht und Adipositas sowie einer weiteren Gewichtszunahme entgegen.
  • Verzehren Sie Lebensmittel mit hoher Energiedichte sparsam. Beispiel sind tierische Fette, Lebensmittel mit hohem Fettanteil oder Süßigkeiten. Diese führen zu einer Gewichtszunahme, wenn Sie sie regelmäßig in größeren Mengen konsumieren.
  • Meiden Sie zuckerhaltige Getränke wie Cola, Eistee, Limonaden, Soft- und Energydrinks, Fruchtsäfte oder Fruchtnektare. Trinken Sie kalorienarme Getränke wie Wasser, ungesüßten Tee oder Fruchtsaftschorlen.
  • Auch Alkohol enthält viele Kalorien. Trinken Sie alkoholische Getränke deshalb nur in Maßen.
  • Achten Sie auf die Fettzufuhr. Manche Lebensmittel, beispielsweise viele Wurstsorten, enthalten versteckte Fette, die Sie nicht auf den ersten Blick erkennen können.
  • Meiden Sie Fast Food wie Pizza, Hamburger oder Pommes
  • Bewegen Sie sich regelmäßig und begrenzen Sie sitzende Tätigkeiten. Der beste Adipositas-Schutz sind Ausdauersportarten wie Nordic Walking oder Schwimmen.

Top Themen

Abbildung von Hausmitteln, wie z.B. Tee, bei einer Erkältung
Extra

Hausmittel bei Erkältung: Ausschwitzen, Wadenwickel und Co.

Ob aus dem Kräutergarten oder aus Omas Trickkiste – die besten Hausmittel bei Erkältung von A wie Ausschwitzen bis Z wie Zwiebelsaft. Zu den Hausmitteln
Frau in der Badwanne: Erholsam baden mit Rheuma dank Mangar-Badekissen

Rheuma - Erholsam baden dank Badekissen

- ANZEIGE - Menschen mit Rheuma können durch ein Wannenbad schmerzfreie Intervalle erleben. Ein Badekissen ermöglicht den sicheren Ein- und Ausstieg.