Impfen ohne Schmerz - die besten Tipps

Aus Angst vor der Nadel gehen viele nicht zur Impfung. Jetzt gibt es erstmals Tipps für das Impfen ohne Schmerzen und Stress.
Von Franka Dietz

Impfen verbinden viele mit Angst vor dem Pieks, Schmerzen und Stress in der Arztpraxis. Manche haben schon als Kinder schlechte Erfahrung mit dem Stich bei der Impfung gemacht – und gehen deshalb als Erwachsene nicht hin. Jetzt gibt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts erstmals Tipps, wie sich Schmerzen und Stress beim Impfen in Schach halten lassen.

Impfung - Entspannung in der Arztpraxis

Ärzte und Praxispersonal sollten beim Impfen auf eine ruhige Ausstrahlung und entspannte Atmosphäre in der Arztpraxis achten. Gut ist es auch, wenn sie sich gegenüber den Eltern und den Impflingen kooperativ zeigen und deren Sorgen und Nöte ernst nehmen. Kompetenz vermitteln können sie, in dem sie den Vorgang des Impfens neutral und sachlich formulieren und ihre Worte sorgfältig wählen. So verstärken sie Ängste der Patienten nicht oder fördern deren Misstrauen. Unbedingt vermeiden sollten sie fälschlich beruhigende  oder unehrliche Phrasen wie „Das tut überhaupt nicht weh!“

Schmerzen beim Impfen reduzieren

Schmerzpflaster oder Schmerzremes mit dem schmerzstillenden Wirkstoff Lidocain können Ärzte bei Kindern ab dem Alter von vier Monaten bis zu den unter Zwölfjährigen einsetzen, um die Schmerzen bei der Injektion zu reduzieren. Auch bei Jugendlichen und Erwachsenen mit einer ausgeprägten Angst vor der Injektion kann ein Schmerzpflaster hilfreich sein. Die empfohlene Mindesteinwirkzeit von 30 bis 60 Minuten müssen Ärzte bei der Planung der Impftermine berücksichtigen. Die Kosten der Pflaster von fünf Euro pro Stück tragen die Eltern oder die zu impfende Person meist selbst. Die Schmerzpflaster sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Auch ein Eisspray kann die Schmerzen beim Einstich lindern. Nach der Aufsprühzeit von zwei bis acht Sekunden und Desinfektion kann die Impfung sofort beginnen.

Weitere Tipps gegen Schmerzen beim Impfen:

  • Bei Neugeborenen wirkt das Nuckeln an einem Schnuller schmerzreduzierend.
  • Säuglinge, die noch gestillt werden, können Mütter während der Impfung stillen (nicht bei Rotaviren-Impfung)
  • Kinder unter zwei Jahren, die nicht mehr gestillt werden, bekommen kurz vor der Impfung eine süße Flüssigkeit (z.B. Glukoselösung).
  • Kinder unter drei Jahren halten Eltern während der Impfung am besten auf dem Arm oder Schoß und schaukeln und streicheln sie im Anschluss.
  • Kinder im Alter mehr als drei Jahren sowie Jugendliche und Erwachsene sollten bei der Impfung möglichst aufrecht sitzen.
  • Personen, die beim Impfen schon einmal ohnmächtig geworden sind, sollten im Liegen geimpft werden.
  • Werden mehrere Impfungen am gleichen Tag, sollte die schmerzhafteste Impfung zuletzt erfolgen.

Impfen - Ablenkung für (kleine) Kinder

Ärzte sollten Eltern schon vor dem ersten Impftermin darüber aufklären, wie sich die Schmerzen beim Impfen durch schmerzlindernde Maßnahmen reduzieren lassen. Ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollten direkt vor der Impfung Tipps und Hilfe zu schmerzlindernden Maßnahmen und Stressbewältigung bekommen, zum Beispiel:

  • Das Drücken der Hand von Mutter oder Vater lenkt ab und sorgt dafür, dass Kinder den Schmerz weniger wahrnimmt.
  • Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sollten mit Ablenkungsmanövern, zum Beispiel durch Aufblasen eines Ballons, Windrädchen, Seifenblasen, Spielzeuge, Videos, Gespräche oder Musik direkt vor und nach der Injektion von den Schmerzen abgelenkt werden.
  • Erwachsene lassen sich durch Husten oder Luftanhalten ablenken.

Angst vor Schmerz und Stress haben Impflinge übringens in jedem Lebensalter - auch die Älteren. Doch so besiegen Sie und Ihre Kinder vielleicht besser den Schmerz und Stress bei der Impfung.

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