Beeren als Superfood

Goji, Acai, Acerola oder Aronia liegen im Trend. Die Beeren werden als Superfood vermarktet und versprechen gesundheitlich positive Wirkungen. Was ist dran?
Von Franka Dietz

Inhaltsverzeichnis
Goji-Beeren
Aronia-Beeren
Acai-Beeren
Acerola-Kirschen
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Die Powerbeeren Goji, Acai, Aronia oder Acerola gelten als Wundermittel gegen verschiedenste Krankheiten. Die Superfoods sollen das Krebsrisiko senken, die Abwehrkräfte stärken und Übergewichtigen beim Abnehmen helfen. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit der exotischen Früchte gibt es aber kaum. Zudem sind die Beeren, die es als Nahrungsergänzungsmittel, getrocknete Früchte, Säfte oder Marmeladen in Drogerien, Reformhäusern, Apotheken sowie im Internethandel gibt, deutlich teurer als heimische Obstsorten und Beeren.

Goji-Beeren

Goji-Beeren sind die Früchte des Gemeinen Bocksdorns (botanisch Lycium barbarum), der zur Familie der Nachtschattengewächse zählt. Andere Namen der Goji-Beere sind Bockdsdornfrucht oder chinesische Wolfsbeere. Beheimatet ist die Pflanze vor allem in China, wo sie im großen Stil angebaut wird. Goji-Beeren werden seit langem in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt.
Goji-Beeren sind kleine, rote, eiförmige Früchte, die es hierzulande kaum frisch, sondern in getrockneter Form zu kaufen gibt, zum Beispiel als getrocknete Beeren (ähnlich wie Rosinen), Pulver, Tee, Saft und Nahrungsergänzungsmitteln (Kapseln, Tabletten). Goji-Beeren sind aber auch Müslis oder Joghurt beigemischt sowie als Marmelade und Gelee erhätlich.

Inhaltsstoffe der Goji-Beeren sind:

Goji-Beeren – gesundheitliche Wirkung

Goji-Beeren sollen das Immunsystem stärken, die Zellen schützen, die Verdauung ankurbeln, die Darmflora verbessern, bei chronischen Entzündungen helfen und sich positiv auf das Gedächtnis, Nervensystem, Knochen, Blutbildung und Muskeln auswirken. In Studien nachgewiesen wurden diese gesundheitlich positiven Effekte aber nicht ausreichend.

Achtung: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät allen Patienten, die gerinnungshemmende Medikamente (Vitamin-K-Antagonisten) einnehmen, keine Goji-Beeren oder deren Zubereitungen zu verzehren.

Aronia-Beeren

Aronia-Beeren sind außen dunkelblau-violett und innen rot gefärbt sind. Optisch ähnelt sie einer Heidelbeere. Aronia-Beeren (auch schwarze Apfelbeere) gibt es im Handel zum Beispiel als Saft, Pulver, getrocknete Beeren, Marmelade oder Brotaufstrich. Man kann Aronia aber auch als frische Beeren kaufen, denn sie werden heute in Deutschland angebaut. In osteuropäischen Ländern gilt die Aronia-Beere als wirksame Heilpflanze. Aronia zählt zur Gattung der Rosengewächse und stammt ursprünglich aus Nordamerika.

Inhaltsstoffe der Aronia-Beeren sind:

Aronia-Beeren – gesundheitliche Wirkung

Die Aronia-Beere soll vor Krebs schützen, entgiftende Wirkung besitzen (bei Leber- und Nierenkrankheiten), bei Verdauungsproblemen helfen, sich positiv auf Blutdruck, Cholesterinwerte, Herz, Kreislauf und das Immunsystem auswirken. In Studien wurden diese Zusammenhänge aber noch nicht ausreichend nachgewiesen.

Acai-Beeren

Acai-Beeren sind dunkelviolett bis schwarz gefärbt und messen etwa einen Zentimeter. Beheimatet sind Acai-Beeren ursprünglich in Brasilien. Sie wachsen an der Kohlpalme (Euterpe oleracea), einer südamerikanischen Palmenart. Acai-Beeren gibt es als frische Früchte und Saft, sie werden aber auch Zubereitungen wie Joghurt, Milch oder Schokolade zugesetzt.

Inhaltsstoffe der Acai-Beeren sind:

Acai-Beeren – gesundheitliche Wirkung

Açai-Beeren sollen den Alterungsprozess bremsen aufgrund der sekundären Pflanzenstoffe (Anthocyane), die freie Radikale unschädlich machen und die Zellen schützen. Außerdem gelten sie als wahre Schlankmacher, weil sie den Stoffwechsel ankurbeln. Der wissenschaftliche Beleg dafür steht aber noch aus. Einheimische Obst- und Gemüsesorten wie Holunder, schwarze Johannisbeeren oder Rotkohl besitzen außerdem einen deutlich höheren Gehalt an Anthocyanen – und sie sind deutlich günstiger.

Acerola-Beere

Die Acerola-Beere wird auch Acerola-Kirsche, Ahornkirsche oder Antillenkirsche genannte. Sie ist rot gefärbt und ähnelt optische den einheimischen roten Kirschen. Botanisch zählt die Acerola-Beere (Malpighia glabra) zu den Malpighiengewächsen. Beheimatet ist sie in Mittel- und Südamerika. Die Acerola-Beere gib es als getrocknete Beeren, Saft, Pulver oder als Zusatz zu Fruchtsäften. Auch als Nahrungsergänzungsmittel ist Acerola in Drogerien und Reformhäusern erhältlich. Man kann die Früchte aber auch roh verzehren.

Inhaltsstoffe der Acerola-Beeren sind:

Acerola-Beeren – gesundheitliche Wirkung

Acerola-Beeren sollen aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitamin C vor allem das Immunsystem stärken.

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