Paleo-Diät - so funktioniert sie

Bei der Paleo-Diät isst man wie die Steinzeitmenschen. Was darf auf den Speiseplan und was nicht? Alle Fakten zur Paleo-Diät.
Von Ingrid Müller

Inhaltsverzeichnis
Was ist die Paleo-Diät?
Wie funktioniert die Paleo-Diät?
Welche Lebensmittel erlaubt die Paleo-Diät?
Welche Lebensmittel sind bei der Paleo-Diät verboten?
Wie läuft die Paleo-Diät ab?
Welche Vorteile bietet die Paleo-Diät?
Welche Nachteile hat die Paleo-Diät?
Bildergalerie: 6 Tipps, die schlank machen
Bildergalerie: 7 Tipps gegen den Jo-Jo-Effekt
Bildergalerie: Die 7 besten Fatburner

Was ist die Paleo-Diät?

Essen wir in der Steinzeit – das verspricht die Paleo-Diät. Paleo steht für Paläolithikum, also die Altsteinzeit. Die Paleo-Diät orientiert sich an der Ernährungsweise der Steinzeitmenschen, die Jäger und Sammler waren. So wird die Paleo-Diät auch Steinzeitdiät oder Steinzeiternährung genannt. Damals waren weder Getreide noch Hülsenfrüchte, Milchprodukte oder gar Fast Food bekannt. Die Paleo-Diät ist weniger eine Diät, die schnell viele Kilos purzeln lässt, als vielmehr eine Ernährungsweise. Aufgrund der erlaubten Lebensmittel ist ein Gewichtsverlust aber ziemlich sicher. Einer der ersten, der die Paleo-Diät in Deutschland salonfähig gemacht hat, ist Nico Richter. Er betreibt einen Blog und hat Bücher zur Paleo-Diät veröffentlicht.

Wie funktioniert die Paleo-Diät?

Die Anhänger der Paleo-Diät (Paleoaner) glauben, dass sich der Mensch heute nicht mehr "artgerecht" ernährt. Der menschliche Verdauungstrakt sei auch heute noch auf die Ernährung der Menschen aus der Steinzeit eingestellt. Durch den Konsum sogenannter „Antinährstoffe“ in der heutigen Ernährung würden Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Allergien oder sogar Krebs entstehen, so die Meinung der Paleoaner.

Die Idee der Paleo-Diät ist also, möglichst naturbelassene Lebensmittel zu essen, die nicht zuvor einem Bearbeitungsprozess unterzogen wurden beziehungsweise, die es in der Steinzeit noch gar nicht gab. Gegessen wird bei der Steinzeitdiät also nur das, was die Jäger und Sammler damals zur Verfügung hatten. Damit sind Fertigprodukte, Fast Food und andere stark verarbeitete Lebensmittel tabu.

Im Vordergrund der Paleo-Diät steht weniger die Quantität von Lebensmitteln als vielmehr die Qualität, etwa beim Fleisch. Paleoaner sind zum Beispiel entschiedene Gegner der Massentierhaltung, wie sie in Deutschland häufig praktiziert wird. Auch Fische sollten aus Wildfang oder Bio-Aquakulturen stammen, damit ihr Fleisch hochwertig ist.

Lebensmittel, die bei der Paleo-Diät erlaubt sind

Bei der Paleo-Diät sind nur „echte“, nicht industrielle verarbeitete und nährstoffreiche Lebensmittel erlaubt. Dazu zählen:

Lebensmittel, die bei der Paleo-Diät verboten sind

Anhänger der Paleo-Diät streichen Lebensmittel vom Speiseplan, die erst nach der Einführung des Ackerbaus und der Viehzucht vor etwa 10.000 Jahren verfügbar waren. Außerdem sind Lebensmittel tabu, die einen hohen Anteil an sogenannten „Antinährstoffen“ besitzen. Sie gelten als schädlich für den menschlichen Körper.

  • Getreide und Getreideprodukte (Brot, Gebäck, Nudeln, Bulgur, Couscus, Grünkern etc)
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen, Bohnen, Kichererbsen
  • Zucker (Obst aufgrund des Zuckergehalts nur begrenzt, keine Süßigkeiten oder gesüßte Getränke wie Eistee, Energydrinks oder Fruchtsaftschorlen)
  • Zuckerersatzstoffe und Süßstoffe
  • Fertiggerichte, verarbeitete Lebensmittel (auch Fleisch und Wurst) und Fast Food wie Pizza, Hamburger oder Tütensuppen.
  • Milchprodukte wie Joghurt, Kefir, Buttermilch oder Käse
  • Pflanzliches Fett und Margarine – keine mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Omega-6-Fettsäuren, dafür mehr Omega-3-Fettsäuren (z.B. in fettem Seefisch), keine Transfettsäuren, Olivenöl mit einfach ungesättigten Fettsäuren in Maßen.

Wie läuft die Paleo-Diät ab?

Empfohlen wird, die Ernährung schrittweise auf die Paleo-Diät umzustellen. Nico Richter, Autor und einer der Ersten, die diese Ernährungsform in Deutschland bekannt machten, empfiehlt beispielsweise eine Testphase von 30 Tagen. In dieser Zeit sind auch Alkohol, Kaffee und das Rauchen tabu, damit der Körper sich von den schädlichen Stoffen erholen könne. Wer Gewicht verlieren will, spart auch Kohlenhydrate ein. Erst nach der Phase der Eingewöhnung kommen auch verbotene Lebensmittel wieder nach und nach auf den Teller.

Die Paleo-Diät arbeitet nicht mit Ernährungsplänen – so legen Anhänger der Paleo-Diät diese auch sehr unterschiedlich aus. Wichtig ist aber eine ausgewogene Mahlzeit. Sie kann beispielsweise aus viel Gemüse, aus einer Proteinquelle (Fleisch, Fisch oder Ei), ausreichend Fett und geringen Mengen Obst bestehen.

Was sind die Vorteile der Paleo-Diät?

Die Paleo-Diät soll schlank, gesund und fit machen, so die Anhänger. Auch gegen bestimmte Krankheiten wie etwa Allergien, Neurodermitis oder Lebensmittelunverträglichkeiten (Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit) soll die Paleo-Diät Wirkung zeigen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist das aber nicht.

Der Vorteil der Paleo-Diät ist, dass eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Nüssen, Samen, Pilzen und Eiweiß in Form Fisch, Fleisch und Eiern sehr gesund ist. Gut ist auch der Konsum von naturbelassenen, nicht verarbeiteten Lebensmitteln. Denn industriell stark verarbeitete Nahrungsmittel enthalten oft viel Zucker, ungesundes Weißmehl und ungesunde Fette – und damit viele Kalorien. Wer sie einspart, hat auch gute Chancen, Gewicht zu verlieren.

Welche Nachteile hat die Paleo-Diät?

Die Paleo-Diät ist mit gravierenden Einschränkungen des Speiszettels verbunden. Für die meisten dürfte es schwierig werden, diese Form der Ernährung dauerhaft durchzuhalten. Denn die Supermarktregale sind voll von Lebensmitteln, die nach der Paleo-Diät nicht erlaubt sind. Auch gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass der Mensch aufgrund seiner genetischen Ausstattung keine Milchprodukte, Hülsenfrüchte oder kein Getreide verarbeiten kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schreibt: „Die Annahme, dass nur die Gene das Ernährungsverhalten prägen ist zu einseitig. Viele Faktoren wie das Erlernen bestimmter Verhaltensmuster, die Prägung durch das soziale Umfeld sowie physiologische Mechanismen beeinflussen unsere Ernährungsweise. Zudem variierte die Ernährung in der Steinzeit stark, so dass nicht von „der“ Steinzeiternährung gesprochen werden kann.“

Trotzdem kann die Paleo-Diät für bestimmte Menschen ein Versuch wert sein, etwa wenn sie eine Unverträglichkeit auf bestimmte Nahrungsbestandteile vermuten, etwa Gluten oder Laktose.