Autogenes Training: Sucht bekämpfen

Die meisten Menschen kennen ihre kleinen Schwächen. Vielleicht schalten sie einfach zu oft den Fernseher an, um zu entspannen. Vielleicht ist das abendliche Glas Rotwein schon zum Ritual geworden. Vielleicht wird regelmäßig sogar eine Flasche daraus. Vielleicht können sie aber auch vom Rauchen nicht lassen. Obwohl sie bereits erkannt haben, wie lästig und ungesund diese Abhängigkeit ist.

Frau zerbricht Zigarette - mit Autigenem Training hat sie ihre Sucht überwundenAutogenes Training kann helfen, die Abhängigkeit zu vermindern oder ganz aufzulösen. Der Hintergrund ist klar: Viele Suchtmittel dienen dazu, uns zu beruhigen. Ängste, Unsicherheiten oder depressive Stimmungen werden damit zugedeckt. Es ist schließlich wesentlich einfacher, ein Beruhigungsmittel zu nehmen, als die tatsächlichen Ursachen der Unruhe zu ergründen.

Gesund entspannen

Mit dem autogenen Training haben Sie eine Entspannungsmethode zur Hand, die jederzeit einzusetzen ist und keinerlei negative Nebenwirkungen hat. Keine Promille, kein Nikotin und kein Teer. Also eine gesunde Art, Unruhe zu bekämpfen und Zufriedenheit zu gewinnen.

Wer die sieben Übungen der Unterstufe bereits beherrscht, bringt gute Voraussetzungen mit. Auf diese Erfahrung lässt sich aufbauen und die Suchtgefahr gezielt angehen. Auch wer eine professionelle Entziehungskur macht, kann die Übungen parallel zur Unterstützung einsetzten. In vielen Suchtkliniken wird Autogenes Training deshalb angeboten und erfolgreich angewandt. Auch nach einer Entziehungskur lässt sich der Erfolg damit sichern.

Erfolgreich gegen das Rauchen

Viele Raucher entspannen sich mit einer Zigarette. Sie ignorieren die Tatsache, dass dies nur kurzfristig wirkt. Tatsächlich sind Raucher nervöser und unkonzentrierter als Nichtraucher. Die vermeintlich beruhigende Wirkung des Nikotins beruht lediglich auf der Dämpfung der Entzugserscheinungen.

Dies zu erkennen, kann der erste Schritt zum Aufhören sein. Wer vom Rauchen lassen will, findet sicherlich noch eine ganze Reihe weiterer Gründe. Diese sollten Sie zu Ihrer Motivation schriftlich festhalten. Denn die Motivation ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg.

Formeln für die Entwöhnung

Wieder gilt es, den guten Vorsatz in eine griffige Formel zu kleiden. Sie soll positiv formuliert und einfach sein. Zur Entwöhnung eignen sich folgende Formeln: „Rauchen ist mir egal.“ Oder drastischer: „Der Geschmack der Zigarette widert mich an“.

Die ausgewählte Formel wenden Sie nach dem Einsetzen der Stirnkühle an. Das ist die siebte Übung der Unterstufe. Im Laufe des Entwöhnungsprozesses können Sie die Formeln immer wieder ändern und der jeweiligen Situation anpassen. Wer in Behandlung eines Arztes oder Therapeuten ist, kann die Formeln auch mit den Helfern absprechen. Die Zurücknahme nach den Übungen erfolgt nach dem bekannten Muster.

Bilder können unterstützen

Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie rauchen und der Geschmack der Zigarette widert Sie an. Sie verziehen dabei das Gesicht und stellen sich vor, wie Sie energisch die Zigarette ausdrücken. Dazu passt dann die Formel: „Der Geschmack der Zigarette widert mich an.“

Wer Probleme mit Alkohol hat, kann diese Vorgehensweise übertragen. Wirkungsvoll sind Formeln wie: „Alkohol widert mich an“. Oder: „Alkohol ganz gleichgültig.“ Eingebettet in die Übungen nach der Stirnkühle und verbunden mit der vorhergegangenen Entspannung sind die Formeln besonders wirksam. Lassen Sie sich nicht ermutigen, sollte sich der positive Effekt nicht sofort einstellen. Beharrlichkeit führt auch bei Suchtproblemen zum Erfolg.

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