Vorsätze werden erreichbare Ziele
Viele Menschen nehmen sich zu Silvester nur noch eines vor: sich nichts mehr vorzunehmen. Zu oft haben sie erlebt, wie schnell sich die guten Vorsätze in Luft auflösten. Sie waren darüber enttäuscht und fühlten sich willensschwach.
Einerseits kann man nun glauben, das sei menschlich und der normale Lauf der Dinge.

Andererseits kann man die Vorsätze selbst unter die Lupe nehmen.
Ein Beispiel: Sie haben die Angewohnheit, zu schnell zu essen. Dadurch bemerken Sie oft nicht rechtzeitig, wann Sie satt sind. Zudem führt das hastige Essen zu Unwohlsein und Sodbrennen. Ihr Vorsatz kann nun lauten: „Ich esse ruhig“ oder „Ich kaue langsam“.
Klare einprägsame Formeln
Wenn Sie sich darüber im Klaren sind, welche Eigenschaft Sie ändern wollen, formulieren Sie Ihr Ziel als kurze und prägnante Formel. Wichtig ist, dass sie positiv formuliert ist und den zu erreichenden Zustand vorweg nimmt. Wenn Sie beispielsweise wissen, dass Sie sich beim Arbeiten allzu gerne verzetteln, sagen Sie sich: „Ich arbeite effektiv“.
Die wichtigsten Kriterien zur Formulierung Ihrer Vorsätze:
- Der Vorsatz soll ein klares Problem umreißen. Häufig sind es Eigenschaften, mit denen Sie schon länger hadern. Bringen Sie die auf den Punkt.
- Setzen Sie sich keine unrealistischen Ziele. Das Ziel sollte im Rahmen Ihrer Möglichkeiten liegen.
- Das Ziel soll kurz und klar beschrieben werden. Statt: „Ich möchte meinen Kindern nicht so oft nachgeben, obwohl ich eigentlich anderer Meinung bin.“ heißt es: „Ich bin konsequent“.
- Der Vorsatz soll positiv formuliert werden. Ein „nicht“ wird vom Unterbewusstsein ignoriert und das Gegenteil Ihres Wunsches wird abgespeichert. Wer nicht nervös werden will, sagt sich also: „Ich bin ruhig“.
- Formulieren Sie Ihre Vorsätze so, als wäre das gewünschte Ergebnis bereits eingetreten. Damit unterstützen Sie Ihre Zuversicht.
- Suchen Sie nach bildhaften Vergleichen und bauen Sie Eselsbrücken. Durch die Symbolik der Worte verstärken Sie die Wirkung. Beispiele: „Ich genieße mit Leib und Seele“ oder „Ich fühle mich wie neugeboren“.
- Versuchen Sie, die Formel rhythmisch zu denken. Sie soll dabei häufig wiederholt werden können, ohne dass es ermüdend wirkt.
Wer mit der Methode des autogenen Trainings vertraut ist, hat die besten Voraussetzungen für positive Veränderungen. Mit den sieben wichtigsten Übungen der Unterstufe können Sie sich bereits wirkungsvoll entspannen. Die siebte und letzte Übung des Grundkurses ist die Stirnübung. Schließen Sie Ihre Vorsätze direkt an diese Übung an, um den erreichten Entspannungszustand zu nutzen.
Aber auch Anfänger können die Kraft der Vorsätze nutzen. Durch häufige Wiederholung einer positiven Formel „Ich bleibe ruhig“ wird Ihre Vorstellungskraft angeregt. Die Umsetzung Ihres Wunsches rückt gedanklich in den Rahmen der Möglichkeiten. Bleiben Sie beharrlich und optimistisch. Dann wird Ihr Wunsch irgendwann ganz selbstverständlich werden. Und ein realer Teil Ihres Lebens.