Stress - besser damit umgehen

Jeder gerät im Alltag in stressige Situationen. Entscheidend ist aber, wie Sie mit dem Stress umgehen und in stressigen Momenten den Überblick behalten.
Von Sabine Haas
Sie bereiten eine Party vor? Sie haben schon wieder morgens den Bus verpasst? Wissenschaftler unterscheiden positiven Stress (Eustress) und negativen Stress (Distress). Ob ein Mensch allerdings stressige Situation als positiv oder negativ wahrnimmt, ist oft eine Frage der persönlichen Einstellung. Wie Sie eine Situation einschätzen und beurteilen, ist ein erlerntes Verhalten. Umgekehrt bedeutet dies, dass Sie lernen können, die Stresssituation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dazu müssen Sie sich aber zunächst einmal Ihre negative Einstellung bewusst machen.

Den Stress positiv sehen

Sie müssen sich immer wieder deutlich machen, dass Ihre negative Sichtweise der Situation nicht angemessen ist, sondern dass Sie übertreiben. Um zu einer positiven Einstellung zu kommen, müssen Sie daran glauben, dass es diese gibt: sich nur eine positive Einstellung einzureden, nutzt nichts. Beginnen Sie mit kleinen Schritten, suchen Sie sich eine Ihrer negativen Einstellung heraus und finden Sie Gegenargumente. Hier einige Beispiele:

  • „Das passiert immer nur mir": Statt so zu denken, überlegen Sie sich, wie oft Sie schon andere Menschen bedauert haben. Fragen Sie sich also: „Warum sollte ausgerechnet mir das nicht auch mal passieren?"
  • „Ich brauche keine Hilfe": Statt dies zu glauben, überlegen Sie, ob dies nicht falscher Stolz ist. Sind Sie nicht auch anderen gerne behilflich? Dann ist es nur fair, auch einmal Hilfe von anderen anzunehmen.
  • „Das geht bestimmt wieder schief": Dieser Satz wird ab sofort aus Ihrem Kopf gestrichen! Sicher ist Ihr Vorhaben wichtig, aber bewerten Sie es nicht zu hoch. Denken Sie an Ihre Erfolge: Warum sollte ausgerechnet jetzt so gar keine Chance auf einen Erfolg bestehen? Denken Sie daran, dass Sie durchaus eine Chance haben, erfolgreich zu sein.
  • „Ich will von allen gemocht werden": Seien Sie sich immer bewusst, dass Sie auch nicht alle Menschen mögen und einige unsympathisch finden. Wieso wollen Sie dann von allen gemocht werden? Wichtig ist, dass die Leute, die Ihnen wichtig sind, Sie lieben und schätzen. Und das tun sie!

Stress, lass nach! Positive Selbstgespräche helfen

Es hört sich etwas merkwürdig an, aber: Führen Sie Selbstgespräche! Zwar wirken Menschen, die vor sich hinmurmeln, als ob sie nicht von dieser Welt sind. Aber genau darin liegt das Geheimnis dieser Methode zum Stressabbau: Durch Selbstgespräche können Sie die Umwelt kurzfristig ausblenden. Außerdem können Sie dadurch auch Ihre Einstellung steuern. Deshalb sollten Sie nicht nur vor sich hinschimpfen, um Druck abzubauen, sondern sich auch mal Mut zusprechen oder sich loben.