Rasulbad - orientalische Schlammpackung

Spa-Anwendungen setzen Wasser und Produkte aus dem Meer ein. Das Rasulbad ist ein orientalisches Schlammbad wie aus 1001 Nacht.
Von Sabine Haas

Der Begriff "Spa" ist genau wie Wellness zu einem Modewort geworden, dem man in den Medien ständig begegnet. Aber was genau bedeutet Spa eigentlich? Und welche klassischen Spa-Anwendungen gibt es?

Der englisch klingende Begriff "Spa" ist in Wirklichkeit eine Abkürzung für den lateinischen Ausspruch „Sanus per Aquam - Gesundheit durch Wasser". Wer das hört, dem wird schlagartig klar, dass es bei Spa in erster Linie um die Heilkraft von Wasser geht. Dementsprechend sind alle Spa-Behandlungen Anwendungen mit Wasser oder mit Produkten, die aus dem Meer gewonnen werden,  zum Beispiel Algen oder Schlamm. Zu den geläufigen Spa-Anwendungen, die viele Day-Spas und Wellnesshotels anbieten, gehören das Rasulbad, die Thalassotherapie und das Hamam.

Rasulbad - orientalische Schlammpackung

Das Rasulbad stammt ursprünglich aus dem arabischen Raum und bedeutet soviel wie waschen. Es kombiniert eine Ganzkörper-Schlammpackung mit einem Kräuterdampfbad. Die Prozedur beginnt immer mit einer kurzen Dusche. Anschließend trägt man Heilerde auf den gesamten Körper auf und begibt sich in einen Dampfraum, der meist an Märchen aus 1001-Nacht erinnert. Dort werden spezielle Kräuter auf einem Sieb über einem Rasul-Ofen bedampft. Im Laufe mehrerer Dampfschübe erhöhen sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Am Ende beträgt die Temperatur circa 48 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 80 Prozent. Dadurch, und durch das natürliche Schwitzen, beginnt der Heilerdeschlamm sich auf der Haut zu verflüssigen und zu jucken. Man beginnt automatisch, die Haut zu reiben. Diese Massage erzeugt einen Peelingeffekt, da die Heilerde kleine Körnchen enthält, die nun abgestorbene Hautschüppchen abtragen. Am Ende erfolgt eine Reinigungsdusche, bei der die Erde abgewaschen wird. Abschließend reibt man die Haut mit pflegenden Ölen ein.

Rasulbad - die Wirkungen

Ein Rasulbad hat mehrere positive Auswirkungen auf den Körper: Die Heilerde entzieht der Haut Abfallstoffe und Gift und wirkt damit entschlackend. Zudem wird das Unterhautfettgewebe massiert, die Durchblutung gesteigert und der Stoffwechsel angeregt. Durch die langsame Steigerung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit wird der Kreislauf kaum belastet. Die optimale Aufenthaltsdauer im Rasul beträgt 30 Minuten. Anschließend sollte man, ähnlich wie nach einem Saunagang, ruhen. Nach einem Rasulbad fühlt sich die Haut herrlich geschmeidig an. Menschen mit Allergien, Hauterkrankungen oder empfindlicher Haut sollten allerdings vor einer Rasulanwendung ihren Hautarzt fragen, ob diese Behandlung für sie geeignet ist.