Nabelschnurblut - medizinischer Helfer

Nabelschnurblut enthält Stammzellen, die später lebensrettend sein können. Die wichtigsten Fakten zum Nabelschnurblut.
Von Rosa Schneider
Während der Schwangerschaft ist die Nabelschnur vor allem eins: eine lebenswichtige Verbindung zwischen Mutter und Baby. Sie gibt dem Kleinen alles, was es für seine Entwicklung braucht. Wenn das Kind dann gesund und munter zur Welt kommt, hat die Nabelschnur ihre Aufgabe erfüllt. Genauer gesagt, das Neugeborene und die Mutter brauchen sie dann nicht mehr. Doch eine Spende des Nabelschnurbluts kann anderen Menschen das Leben retten.

Nabelschnurblut enthält wertvolle Stammzellen, die lebensrettend sein können. Konserviert und spendet man diese Stammzellen aus Nabelschnurblut direkt nach der Geburt, stehen sie als Nabelschnurblut-Präparat weltweit zur Verfügung und können bei Bedarf transplantiert werden. So bekommen Patienten, die an Leukämie oder einer anderen Erkrankung leiden und eine Stammzell-Transplantation benötigen, eine zweite Chance auf Leben.

Wie Nabelschnurblut helfen kann

Stammzellen aus Nabelschnurblut können Menschen helfen, die an Krankheiten leiden, bei denen die eigenen Stammzellen nicht richtig funktionieren oder von Krebszellen verdrängt werden. Diese schweren Krankheiten sind beispielweise Leukämie und andere lebensbedrohliche Erkrankungen des blutbildenden Systems. Bereits bei über 70 verschiedenen Erkrankungen konnten Stammzellen erfolgreich eingesetzt werden. Oft können diese Krankheiten durch den Einsatz von Chemo- und/oder Strahlentherapie besiegt werden. In vielen Fällen gibt aber nur die Übertragung gesunder Stammzellen eines Fremdspenders den Patienten Hoffnung auf ein neues Leben.

Eine ganz entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Stammzellübertragung ist jedoch die fast 100-prozentige Übereinstimmung der Gewebemerkmale zwischen Spender und Patient. Das macht es so schwierig, für einen Patienten einen passenden Spender zu finden – die Wahrscheinlichkeit beträgt 1:20.000 bis 1:mehrere Millionen. Alleine in Deutschland findet immer noch jeder fünfte Patient keinen geeigneten Spender. Damit die Chancen steigen, den „Richtigen“ zu finden, ist es wichtig, dass möglichst viele Babys zu kleinen Helden werden und ihre Eltern das Nabelschnurblut spenden.